16.06.2020 - 10:47 Uhr
KulmainOberpfalz

Kulmainer Räte denken übers Pflaster nochmal nach

Die Begrünung der Außenanlagen des "Alten Feuerwehrhauses" und des Bürgerhauses stehen im Hausaufgabenheft der Kulmainer Gemeinderäte. Einen Planentwurf stellte Architekt Josef Weber von "ost 3 architekten" aus Regensburg vor.

Am Erlenbach entlang, hinter dem Alten Feuerwehrhaus, soll ein Gehweg angelegt werden. Sträucher und Kräuter sollen ein Hineinrutschen von der Böschung und der Mauer verhindern. Die Mauer selbst beginnt dort, wo Büsche das Bachbett überdecken.
von Bernhard KreuzerProfil

Einleitend informierte Bürgermeister Günter Kopp, dass bei der Gestaltung der Grünanlage mit Obstbäumen und Sträuchern rund um das "Alte Feuerwehrhaus" Kreisfachberater Harald Schlöger einbezogen wurde. Erfolglos allerdings blieb die Ausschreibung der Arbeiten. 15 Firmen sollten ein Angebot abgeben, keines ging ein. Laut Kopp zeichnet sich ab, die notwendigen gärtnerischen und Tiefbauarbeiten freihändig vergeben zu müssen.

Architekt Josef Weber betonte, dass der Umbau des "Alten Feuerwehrhauses" selbst kurz vor dem Abschluss stehe. Nur die Bodenbeläge fehlten noch. Es werden schwer entzündliche, für öffentliche Räume zugelassene PVC-Belege sein, kündigte er an.

Bei den anstehenden Maßnahmen im Außenbereich zählte Weber Pflasterarbeiten, Begrünung mit Obstbäumen und Sträuchern zum Naschen sowie Zugang und Absicherung des Gehwegs entlang zum Bach auf. Dabei stellte er einen begehbaren Uferstreifen vor. Kräutern und Büschen wird die Aufgabe zugewiesen, ein Hineinfallen in das Fließgewässer zu verhindern. Beete mit Beerenobst sollen die Grünanlage bereichern. Eine Kulturhaltestelle im rechten Winkel zum Gerätehaus ist als Begegnungsstätte vorgesehen.

Viele Fragen belebten die eingehende Diskussion über die Gestaltung des Platzes. Gemeinderat und Bauhof-Teamleiter Otto Schroll befürchtete in der Begrünung entlang der Bachmauer eine Beeinträchtigung der jährlichen Räumung des Erlbaches. Er bat, die Bepflanzung niedrig zu halten, damit Arbeiten mit dem Bagger ermöglicht bleiben.

Zu einer intensiven Aussprache führten die vorgeschlagenen Kleinsteinpflaster. CSU-Fraktionssprecher Albert Sollfrank stieß sie an. Er führte aus, dass es kaum möglich sei, diese Art von Pflaster wegen seiner Unebenheiten begehbar zu machen. Es sei schlecht befahrbar für Rollatoren, die Stolpergefahr sei groß und Mängel könnten kaum geltend gemacht werden. "Die Pflasterflächen könnten zum Ärgernis werden", unterstrich Sollfrank seine Bedenken.

Er war der Überzeugung, dass höherwertigeres Pflaster aus Beton zu einer größeren Zufriedenheit in der Bevölkerung führen werde. Einen großen Preisunterschied von Kleinsteinpflaster zu Betonpflaster sah er nicht, da die Verlegung von Kleinsteinpflaster kostenintensiver sei. Seine Bedenken gegen die vorgeschlagenen kleinen Granitsteine ergänzte Sollfrank mit der Warnung: "Was nützt ein schönes Gebäude, wenn ich mich jeden Tag ärgere."

Eine Entscheidung über die Art des Pflasters wurde vertagt. Vergleichsflächen oder Musterflächen wollen Gemeinderäte in Augenschein nehmen.

Kulturhaltestelle

Zu den Hausaufgaben der Gremiumsmitglieder gehört auch, Anregungen für die Kulturhaltestelle zu sammeln. Soll sie nun sechs mal drei Meter mit Durchgang oder neun mal drei Meter mit zusätzlichen Informationstafeln werden? Barrierefreiheit ist angesagt. Ebenso Sitzgelegenheit und Stromanschluss oder auch ein Verkaufsstand regionaler Produkte von Bürgern stehen im Gespräch. Aufgabe der Kulturhaltestelle soll sein, Bürger zusammenzubringen. "Alles infrage stellen sollten wir nicht machen", meinte Sybille Bayer (SPD) auf die Feststellung von Sollfrank, dass es besser sei für die Bürger, nur einen Platz der Begegnung im Ort zu schaffen. Er befürchtete, dass mit zu vielen Begegnungsstätten das Gegenteil erreicht und das Konkurrenzdenken gefördert werden könnte. Hier ging sein Blick auf das Daddy-Haus-Areal und die geplante Gestaltung des Speckermühlplatzes. In der Verkaufsstelle sah Sollfrank zudem eine Konkurrenz zu örtlichen Geschäften, wenn die Gemeinde den Verkauf durch private Verkäufer fördert.

Den Beginn der Sanierungsarbeiten am Bürgerhaus können Sie hier nachlesen

Kulmain

Bürgerhaus

Die Vorschläge von Josef Weber zum Bürgerhaus nahmen die Räte positiv auf. Auch gaben sie weitere Anregungen. Mit einem barrierefreien, überdachten Zugang, einem Baum auf dem Vorplatz und einem Schriftzug "Bürgersaal" will der Architekt das Augenmerk auf das Gebäude lenken. Die asphaltierte Fläche auf der Südseite mit seiner Fensterfront möchte er gegen eine Grünfläche auswechseln. Damit soll ein Aufheizen des Gebäudes im Sommer vermieden werden. Abwechslung für Kinder will Josef Weber in die Fläche zur Grundschule mittels eines geänderten Geländeprofils bringen. Josef Gößner (CSU) überlegte zudem, ob die 100-Meter-Bahn der ehemaligen Hauptschule nicht auf 60 Meter verkürzt werden könnte.

Der nächste Schritt für beide Maßnahmen werden die Ausführungspläne mit den noch zu einzubringenden Anregungen der Gemeinderäte sein. Bürgermeister Günter Kopp verfolgt zumindest den ehrgeizigen Wunsch, im kommenden Jahr in das Bürgerhaus einziehen zu können.

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