04.12.2018 - 15:48 Uhr
KulmainOberpfalz

Patiententransport mit Schaufel, Schubkarre und ganz viel Sand

Beim Blitzeis am Freitag müssen die Brandschützer aus Kulmain und Kemnath mehrmals ausrücken. Doch ein Einsatz wird ihnen noch einige Zeit in Erinnerung bleiben.

Allradantrieb macht's möglich. Über Felder und Wiesen erreichen die Kemnather Einsatzkräfte schließlich den Rettungswagen.
von Michael DenzProfil

Selbst das BRK ist vor den Gefahren durch Glätte nicht gefeit. Auch wenn die Sanitäter schnell bei einem Notfall sein oder ihren Patienten im Krankenhaus abliefern müssen, so geht dessen Sicherheit und die der Besatzung eines Rettungswagens vor. So war am Freitag wegen Blitzeis einem Rettungswagen die Weiterfahrt über den Zinster Berg nicht mehr möglich. Der Fahrer hielt daher den Wagen auf der Staatsstraße 2177 zwischen Neusorg und Kulmain an.

Das Problem: Der Patient sollte dennoch zügig ärztlich behandelt werden. Daher forderten die BRK-Mitarbeiter die Feuerwehren aus Kulmain und Kemnath an. So kam es, dass die Brandschützer später mit einem Mann mehr die Einsatzstelle wieder verließen.

Während sich die Feuerwehrleute aus Kulmain mit ihrem Löschfahrzeug und aufgezogenen Schneeketten über Oberwappenöst näherten, rückte von der Kemnather Feuerwehr der Versorgungslastkraftwagen an. Auch dieser blieb auf dem Weg hinauf in Richtung der Asphaltmischanlage der Firma Markgraf "hängen". Kurzerhand lenkte der Fahrer das Allradfahrzeug runter von der Straße und "kämpfte" sich über Wiesen und Ackerflächen zum Rettungswagen vor.

Um den Patienten in das Feuerwehrfahrzeug umzulagern, musste die Fahrbahn zunächst allerdings gestreut werden. Hier half der Zufall: Ein Lastwagenfahrer, der Sand geladen hatte, bot seine Hilfe an. Während die Einsatzkräfte aus Kemnath und Oberwappenöst mit Schaufeln, Eimern und Verkehrsleitkegeln den Sand verteilten, eilten weitere "gestrandete" Verkehrsteilnehmer" hinzu, um zu helfen. Sie schafften mit Plastiktüten Sand herbei, ebenso Arbeiter des Asphaltmischwerkes - die jedoch mit Schubkarren und Schaufeln.

Nachdem die Fläche um den Rettungswagen sicher begehbar war, konnte der Patient auf die Ladefläche des Versorgungslasters der Kemnather Wehr umgelagert werden. Im "Schneckentempo" ging es mit ihm dann Richtung Krankenhaus.

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Statt Bindemittel verteilen die Einsatzkräfte großflächig Sand um den Rettungswagen, um einen Patienten auf die Ladefläche ihres Einsatzfahrzeugs umlagern zu können.

Nichts geht mehr am Zinster Berg.

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