08.04.2020 - 11:39 Uhr
Oberpfalz

Die Kunst des Spaziergangs

Bereits fünf Minuten im Grünen wirken wahre Wunder und lassen uns Sorgen mal vergessen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Spaziergang spannend zu gestalten. Werden Sie also ruhig kreativ, meint die OWZ-Glücksexpertin.

Vielleicht werden Sie das Flanieren im Freien bald so sehr lieben, dass Sie es auch nach der Corona-Krise beibehalten.
von Autor EWAProfil

"Komm, lass uns doch spazieren gehen, die Sonne scheint so schön." Gerade in dieser Zeit, in der unsere Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt ist, gewinnt der tägliche Spaziergang wieder immer mehr an Bedeutung. Denn dieser ist nicht nur ausdrücklich erlaubt, sondern stärkt außerdem das Immunsystem und reduziert Stress. Das ist jedoch längst nicht alles: Fast nichts ist so sehr ein Garant für gute Laune wie das Schlendern im Freien. Bereits fünf Minuten im Grünen wirken wahre Wunder und lassen uns unsere Sorgen auch mal vergessen. Doch was bedeutet Spazierengehen eigentlich?

"Das Kriterium ist hier die Absichtslosigkeit", erklärt Bertram Weisshaar. Er hat nicht nur das Buch "Einfach losgehen" geschrieben, sondern ist auch anerkannter Promonologe, also ein Spaziergangsforscher. Ja, so etwas gibt es tatsächlich. Er sagt: "Wenn ich einkaufen gehe, erledige ich einen Weg, dann ist das Gehen das Verkehrsmittel dafür. Spazieren geht man aus Lust am Gehen und aus Neugierde. Ohne räumliches Ziel." Tatsächlich ist ein Spaziergang nicht nur eine wunderbare Möglichkeit, den Kopf frei zu bekommen oder neue Ideen zu entwickeln, sondern er ist außerdem extrem stimmungsfördernd.

Vorausgesetzt natürlich, dass man die Kunst des Spazierengehens beherrscht. "So ein Quatsch", sagen Sie nun vielleicht lachend. "Das Gehen muss ich doch nun wirklich nicht mehr lernen." Wenn Sie damit die Fortbewegung zu Fuß meinen, gebe ich Ihnen natürlich absolut recht. Aber richtiges Spazierengehen will tatsächlich gelernt sein. Dabei geht es laut Promonologie darum, die Umgebung in die Köpfe der Menschen zurückzuholen.

"Es geht darum, die Welt aus Fußgängerperspektive in den Blick zu nehmen", so Bertram Weisshaar. "Wenn wir unsere Umgebung zu Fuß - etwa wie ein Tourist - und nicht vom Fahrzeug aus flüchtig wahrnehmen, sehen wir plötzlich viel mehr, Dinge, die sonst im Alltag einfach verschwinden, weil sie sowieso immer da sind." Lassen Sie also ruhig Ihren Blick schweifen, wenn Sie später Ihren täglichen Spaziergang machen. Verabschieden Sie sich von Dauerbeschallung über Kopfhörer und lassen Sie einfach mal die Geräusche der Umgebung auf sich wirken. Es könnte sein, dass Sie sich ganz schön wundern. Denn nicht immer muss man weit reisen, um Neues zu entdecken. Das funktioniert oftmals auch wunderbar fast vor der eigenen Haustür.

"Natürlich genießen wir das Spazierengehen in solchen Gegenden, die wir als naturnah bezeichnen, besonders", so der Spaziergangsforscher. "Wir gehen ja nicht umsonst in Parks oder den Wald. Ich finde aber, dass auch Kontraste einen Spaziergang spannend machen können. Warum nicht mal bewusst ins Gewerbegebiet laufen oder an den Stadtrand?" Ein spannendes Spiel kann es auch sein, eine gerade Linie in den Stadtplan oder die Landkarte zu zeichnen und sich vorzunehmen, ihr zu folgen. Es gibt viele Möglichkeiten, den täglichen Spaziergang spannend zu gestalten. Werden Sie also ruhig kreativ. Vielleicht werden Sie das Flanieren im Freien bald so sehr lieben, dass Sie es auch nach der Corona-Krise beibehalten. Ich rate Ihnen auf jeden Fall dazu. Denn eins ist sicher: Spazierengehen ist nicht nur gesund und umweltfreundlich, sondern kann außerdem ganz schön glücklich machen.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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