11.06.2019 - 16:18 Uhr
Oberpfalz

Landleben macht glücklich

Die Hälfte der Deutschen hat sich für ein Leben im Grünen entschieden. Laut einer Studie fühlen sie sich dort pudelwohl. Bäume machen eindeutig glücklicher als Beton.

Ob Gebäude- und Bewohnerdichte, Lärm, Luftqualität, Straßennähe, freie Sicht oder Naturnähe – vieles wirkt bewusst und unbewusst auf das Gemüt.
von Autor EWAProfil

„Hier braucht man keinen Wecker, hier wird man in der Früh noch von dem Hahn geweckt.“ „Es riecht nach Wiese und nicht nach Abgasen.“ „Hier schaut man ins Grüne und nicht auf grauen Beton.“ „Die Nachbarn halten noch zusammen.“ „Hier isst man die Erdbeeren noch direkt vom Feld und nicht aus der Plastikverpackung.“ „Es gibt nichts Schöneres als die Natur direkt vor der Haustür.“ „Hier kann ich mir noch ein eigenes Haus mit Garten leisten.“ Menschen, die auf dem Land oder in der Kleinstadt leben, fallen tausend Gründe ein, warum sie das gerne tun. Rund die Hälfte von uns Deutschen hat sich für ein Leben im Grünen entschieden – und laut einer Studie fühlen sie sich dort auch pudelwohl.

Kein Wunder: Längst weiß man, dass Stress krank macht – und dieser ist nun mal bei Großstadtbewohnern um einiges höher als bei denen, die auf dem Land leben. „Unter Angsterkrankungen und Depressionen leiden Städter 40 Prozent häufiger als Landbewohner“, erklärt Neurowissenschaftler Professor Andreas Meyer-Lindenberg, der in einer Langzeitstudie erforschte, welche Auswirkungen unser Lebensumfeld auf unser Gehirn hat. „Menschen, die Grünflächen um sich haben, geht es besser.“ Ob Gebäude- und Bewohnerdichte, Lärm, Luftqualität, Straßennähe, freie Sicht oder Naturnähe – vieles wirkt bewusst und unbewusst auf das Gemüt. Fest steht: Bäume machen eindeutig glücklicher als Beton.

Dazu kommt: 80 Prozent der Menschen, die in einer Großstadt leben, kennen laut einer Umfrage keinen ihrer Nachbarn. Soziale Bindungen sind allerdings einer unserer wesentlichen seelischen Schutzfaktoren. Nichts macht uns glücklicher, als ein freundliches „Guten Morgen“ vom netten Nachbarn, ein gemütlicher Plausch vor der Haustür, das Wissen, dass es den anderen nicht egal ist, wie es uns geht. Die Anonymität, die viele zunächst als einen der Gründe nennen, warum sie lieber in der Stadt wohnen, kann ganz schnell einsam machen. Denken Sie also das nächste Mal daran, wenn Sie sich wieder über Ihre Nachbarn ärgern. Und freuen Sie sich, dass Sie diese noch persönlich kennen. Denn das erhöht eindeutig Ihre Chancen, sich glücklicher zu fühlen.

„Nichts kommt dem Landleben gleich. Es vermittelt mehr echte Freuden als irgendeine andere Lebensweise“, schrieb einmal die neuseeländisch-britische Schriftstellerin Katherine Mansfield. Heutzutage tun sich viele von uns jedoch nicht mehr leicht damit, das Landleben zu genießen. Bekommt man doch täglich durch Medien und soziale Netzwerke mit, was man angeblich versäumt, wenn man sich nicht in einer trendigen Metropole befindet. Sollte es Ihnen wieder einmal so gehen, denken Sie daran, dass es umgekehrt genauso ist. Viele Menschen, die in diesen Großstädten leben, träumen von der ruhigen Idylle und dem klaren Sternenhimmel auf dem Land. Gehen Sie also am besten heute noch vor die Haustür, atmen Sie so richtig tief durch– und freuen Sie sich über das Glück, naturnah zu leben. (ewa)

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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