Rund 70 Zuhörer waren ins Pfarr- und Jugendheim gekommen. Sie hörten ein teils emotionales Plädoyer gegen die geplante Gleichstromtrasse mitten durch die Gemeinde. "Die scheren sich um uns Kommunen nicht. Was die sich erlauben, ist eine Frechheit", so Burger über die Verantwortlichen der Süd-Ost-Link-Planung. Er komme sich vor wie einst die Indianer in Amerika, denen wegen des Eisenbahn-Baus das Land weggenommen worden sei. "Wir akzeptieren das nicht", betonte Burger und kündigte erbitterten Widerstand an.
Gemeinsam mit Mitterteich, Konnersreuth und dem Landkreis werde eine Sammelklage angestrebt. "Unsere geschaffenen Werte verlieren wegen der Leitung an Wert", so Burger. "Was ist eigentlich, wenn gesundheitliche Schäden auftreten, wer übernimmt die Verantwortung?", fragte der Bürgermeister. "Vielleicht gibt es hier auch bald ein Wackersdorf", sagte Burger und erntete dafür Beifall.
Erfolgreicher Hochwasserschutz
Zu Beginn der fast zweieinhalbstündigen Veranstaltung stellte Johann Burger das Gemeinsame heraus. "Miteinander haben wir die Gemeinde seit 2014 wieder auf Vordermann gebracht." Burger erinnerte dabei an den nicht genehmigten Haushalt. Heute betrage die Verschuldung der Gemeinde 430 000 Euro, die Rücklagen beliefen sich auf 813 000 Euro. Erfolgreich angepackt habe man auch beim Hochwasserschutz. Über viele Jahrzehnte hinweg seien Überschwemmungen im Gemeindebereich aufgetreten, seit drei Jahren habe es keine mehr gegeben. Der Tausch von Grundstücken habe sich bewährt.
Glücklich zeigte sich Burger, dass es möglich geworden sei, die Ortsdurchfahrt in Leonberg neu zu bauen. Auch beim Thema Leerstände sieht er die Gemeinde auf einem guten Weg. Dank einer 90-Prozent-Förderung sei es möglich, das Imkerhaus neu herzurichten. Neu gestaltet werden soll auch der Bereich beim Leonberger Feuerwehrhaus. In der Nähe sei auch ein Erlebnisspielplatz geplant. In Forkatshof wird ein Gebäudekomplex abgerissen, um Platz für drei Bauparzellen und einen Spielplatz zu schaffen. Unterstützen wolle Burger die Idee, einen Radweg von Mitterteich aus über Leonberg bis nach Bad Neualbenreuth zu bauen. Das Kommunalinvestitionsprogramm habe die energetische Sanierung des Pfarr- und Jugendheims ermöglicht. Im Mai sollen die Bauarbeiten für einen Fernwärme-Anschluss beginnen. Bis zum Mai sollen alle Anwesen Zugang zum schnellen Internet haben. Erfreut zeigte sich Burger darüber, dass in seiner sechsjährigen Amtszeit 13 Wohnhäuser in der Gemeinde gebaut wurden. Durch die Ausweisung neuer Baugebiete sollen 16 neue Parzellen hinzukommen. Noch enger zusammenarbeiten müssten künftig die Wasserzweckverbände. Und noch mehr mit einbinden wolle Burger die Jugend. "Wenn die Jugend es wünscht, werden wir in Leonberg ein Jugendparlament gründen." In der anschließenden Pause stellten sich die Listenkandidaten persönlich vor.
Wir-Form statt Ich-Form
Freie-Wähler-Kreisvorsitzende Gisela Kastner zeigte sich von der Leistungsbilanz und den Vorhaben begeistert. "Johann Burger lebt die Gemeinde Leonberg mit viel Herzblut", sagte sie anerkennend. Beeindruckt habe sie auch, dass Burger immer von der Wir-Form spreche und nie von der Ich-Form.
Johann Burger ergriff erneut das Wort und ging auf den Bau des Buswendeplatzes in Münchsgrün ein, wodurch das Dorf wieder angefahren werden könne. Zuvor hätten Schüler ohne Straßenbeleuchtung und bei Wind und Wetter den Weg bis zur Bundesstraße zu Fuß zurücklegen müssen. "Klar ist das nur ein Provisorium, aber eine erhebliche Verbesserung für die Schüler", sagte Burger. Abschließend kündigte der Bürgermeister an, zweimal im Jahr eine Kehrmaschine durch die Gemeinde fahren zu lassen - sofern der Gemeinderat mitspielt.
Landratskandidat Ely Eibisch lobte Johann Burger für seine unkomplizierte und menschliche Art. "Du hast in Leonberg eigentlich alles erreicht, was du dir vorgenommen hast. Du setzt das um, was die Bürger wollen - das ist es doch, was einen Bürgermeister ausmacht." Er selbst, so Eibisch, wolle die erfolgreiche Arbeit der Freien Wähler auf Landkreisebene fortsetzen und das Landratsamt noch bürgerfreundlicher machen, etwa mit Hilfe einer regelmäßigen Bürgersprechstunde.
Andreas Gleißner lobte die Wahlkundgebungen der CSU und der Freien Wähler in der Gemeinde. "Überall ging es sehr fair zu." Gleißner äußerte die Überlegung, dass es doch möglich sein müsste, eine Gemeinderatsliste ohne Parteibindung zusammenzustellen. Neidisch blicke Gleißner nach Bad Neualbenreuth, wo in einer Legislaturperiode viele Orts- und Gemeindeverbindungsstraßen ausgebaut worden seien. "Das sollte doch auch bei uns möglich sein", so Gleißner. Johann Burger sicherte den Ausbau der Gemeindestraßen zu, auch die der "Holperer-Straße" in Großensees. Ein Zuhörer forderte den Ausbau des Radwegenetzes rund um Leonberg. Hier sei in den vergangenen Jahrzehnten nichts geschehen. Johann Burger erwiderte, dass dies in Angriff genommen werde, wenn die Bürger dies wünschten.
Thomas Lindner wunderte sich über die mehr als 330 000 Euro teure Sanierung des Imkerhauses. "Und für Radwege ist kein Geld da." Johann Burger verwies auf die herausragende Fördersituation und gab zu bedenken, dass das Imkerhaus ein Vereinstreff werden solle.















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