14.02.2020 - 10:39 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

"Die Bürger brauchen ein Rathaus"

Das geschlossene Rathaus und der überbelegte Kindergarten, zwei Themen, die immer wieder zur Sprache kommen in der Auftaktveranstaltung der SPD zur Kommunalwahl. Beides schnellstens abzuschaffen geben alle Kandidaten als erklärtes Ziel aus.

Die Spitzenkandidatin der SPD, Gerlinde Janker, stellt im Beisein des Landratskandidaten Peter Lehr und der Abgeordneten Annette Karl das Wahlprogramm ihres Teams vor.
von Gabi EichlProfil

Die Altbürgermeisterin war verhindert, sie wurde aber mehrfach erwähnt, wurde von verschiedenen Seiten für ihre Verdienste in schwieriger Zeit gelobt. Waltraud Benner-Post revanchierte sich in Abwesenheit, indem sie die Brotzeit nach dem offiziellen Teil spendierte.

Die Spitzenkandidatin der Liste, Markträtin Gerlinde Janker, erinnerte an 2006, als sie als Nachrückerin in den Marktrat einzog. Die Gemeinde sei damals handlungsunfähig gewesen. Ein Jahr später habe man bei der Konsolidierung erste Sonderbedarfszuweisungen erhalten und damit in den Folgejahren wichtige Projekte in Angriff genommen. 2014 sei die Pro-Kopf-Verschuldung von ursprünglich 1890 Euro auf 154 gesunken gewesen.

Die extrem schwierige Finanzlage von damals hat ihre Spuren hinterlassen: Wie Janker sprachen auch andere Kandidaten nach ihr davon, dass alles zu unternehmen sei, damit es nie wieder zu einem solchen Debakel komme.

Ein „Schock“ sei die Schließung des Rathauses gewesen, sagte Janker, zumal nun auch keine Bürgermeistersprechstunde mehr stattfinde. Und auch dieses Anliegen, einer der zentralen Punkte des SPD-Wahlprogramms, zog sich durch die Vorstellungsrunde der Kandidaten. Ein funktionierendes Rathaus sei unabdingbar, hieß es. Das Rathaus sei „das Herzstück der Gemeinde“. In diese Kerbe schlug auch der langjährige Marktrat Josef Zitzmann, der in diesem Jahr nur noch als Ersatzmann kandidiert. „Der Bürger muss Zugang zum Rathaus haben“, sagte er. Der Gemeinderat brauche kein Rathaus für seine Sitzungen, wohl aber der Bürger, der nun alle seine Behördengänge in Tännesberg erledigen müsse.

SPD-Landratskandidat Peter Lehr stellte stichpunktartig das Programm der SPD auf Kreisebene vor. Er riet den Genossen vor Ort zu Gewerbegebiet und offener Ganztagsschule. Wenn erst das Angebot da sei, komme auch die Nachfrage, meinte er.

Landtagsabgeordnete Annette Karl war begeistert vom Programm der Leuchtenberger SPD, das „nah dran ist an den Menschen und ihren Bedürfnissen“. Eine gute Kinderbetreuung sei das A und O, umso mehr sei es an der Zeit, dass in diesem Punkt etwas vorwärtsgehe.

SPD-Wahlprogramm:

Das Rathaus soll wenigstens zweimal in der Woche für die Bürger geöffnet sein. Das ist eine zentrale Forderung des SPD-Wahlprogramms. Die andere ist die nach dem Bau einer Kinderkrippe und einer Ganztagsbetreuung an der Grundschule. Der Kindergarten sei seit drei Jahren überbelegt, ein unhaltbarer Zustand, die Kinderkrippe längst überfällig, sagte Gerlinde Janker. Die Markträtin führt die Liste der Gemeinderatskandidaten an. Seit Jahren frage sie nach, seit Jahren heiße es, es sei alles im Fluss, zuletzt habe die Gemeinde Versäumnisse der Kirche als Grund für die Verzögerung ins Feld geführt.

So dringlich die Kinderkrippe sei, so dringlich sei die Ganztagsbetreuung an der Schule, die man jetzt angehen müsse, nicht erst im Herbst, um eine qualifizierte Fachkraft dafür zu bekommen.

Baugebiete hat die SPD ebenso auf der Agenda wie ein neues Gewerbegebiet. Bei ersteren sprach sie sich jedoch für Augenmaß aus, was bedeutet, dass vor neuen Baugebieten die Leerstände im Ort zu beseitigen seien. „Was helfen Baugebiete ohne Ende, die auch viel Geld kosten, und der Ortskern stirbt aus?“, fragte Janker. Aktuell sei noch die Hälfte der Bauplätze im Baugebiet „Am Pfarrhäusl“ unbebaut, auch am „Ringelbrunnen“ seien noch Parzellen frei. Außerdem sei auch an Michldorf oder Döllnitz zu denken, wenn es um neue Baugebiete gehe. Auch dort gebe es junge Bauwillige. Ebenso ist der Standort für ein Gewerbegebiet für die SPD nicht in Stein gemeißelt. Wenn Wieselrieth nicht möglich sei, warum nicht an Michldorf denken?

Ein weiteres Thema: Versorgung im Alter. Hier denkt die SPD den Worten Jankers zufolge an entsprechende Angebote an Tagespflege und für betreutes Wohnen.

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