11.06.2021 - 13:38 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Leuchtenberg: Ärger über Probebohrungen für Stromtrasse

Einfach auf dem Grund und Boden anderer Leute herumbohren. Darf man das? Für die Stromtrasse scheinbar schon. Tennet gesteht im Leuchtenberger Marktrat Versäumnisse der Bohrfirma ein.

Ein Stromkabel wird verlegt. Inzwischen steht fest, welche Unternehmen den Süd-Ost-Link durch die Oberpfalz ziehen sollen.
von Ernst FrischholzProfil

Die Vorstellung und der Sachstand zum Verfahren sowie der Verlauf der Stromtrasse Süd-Ost-Link waren Thema der Marktratssitzung. Dazu waren Thomas Arnold und Torsten Grampp von der Tennet nach Leuchtenberg gekommen. Die beiden sprachen von einer frühestens 2023 anlaufenden Bauphase. Bereits heuer sollen Ende des Jahres Eigentümergespräche stattfinden. Im Korridor von einem Kilometer werde der Trassenverlauf geplant, den letztendlich die Bundesnetzagentur festlege.

Für den Bau der Trasse sei ein 40 Meter Arbeitsstreifen notwendig. Nach Fertigstellung bleibe ein Schutzstreifen von 20 Metern. Offenland werde wohl im Vergleich zu Wald bei der Trasse bevorzugt. Alles verlaufe in Erdkabeln, zumindest im Gemeindegebiet. Die Trasse werde von Irchenrieth westlich an Michldorf Richtung Lückenrieth und dann nach Wittschau verlaufen. Die Unterquerung der Luhe bei Lückenrieth werde nicht ganz einfach. Der Eintritt in das Gemeindegebiet bei Michldorf richte sich danach, wie sie von Irchenrieth kämen. Hier gebe es drei Varianten.

Bürgermeister Anton Kappl stellte nochmals klar, dass die westlichste der drei Varianten sich mit den Vorstellungen der Gemeinde Irchenrieth deckten und so die Entwicklungsmöglichkeiten von Michldorf nicht eingeschränkt würden. Johannes Hartwig fragte, ob bestehende Feldwege für den Bau genutzt, diese eventuell ausgebaut, oder eigene Zufahrtswege errichtet würden. Grampp und Arnold erklärten, dass beides wohl so kommen werde. Bei allen notwendigen Behelfswegen werde aber nach Bauende der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt.

Thomas Ermer hielt den Tennet-Leuten vor, dass es Probebohrungen gebe, ohne dass die Grundeigentümer informiert würden. Dies sei auf jeden Fall kontraproduktiv, wenn man eine Akzeptanz der Stromtrasse anstrebe. Grampp und Arnold mussten zugeben, dass dies nicht so ablaufe, wie man sich das von Seiten der Tennet vorstellt. „Es gibt vertragliche Regelungen mit dem Bohrunternehmen, und man muss leider sagen, dass sich nicht immer an diese gehalten wird“, bedauerte Grampp.

Bürgermeister Kappl forderte daher, beim Feststehen der Trasse rechtzeitig im Vorlauf die Grundeigner einzubeziehen. Arnold und Grampp informierten, dass derzeit mit dem Bayerischen Bauernverband Rahmenvereinbarungen abgestimmt würden. Diese würden dann auch Grundstückseigentümern zur Annahme vorgelegt. Im Fall einer Ablehung erfolge die Ersatzvornahme der Eintragung einer Grunddienstbarkeit.

Der Süd-Ost-Link war auch Thema im Pirker Gemeinderat

Pirk

„Es gibt vertragliche Regelungen mit dem Bohrunternehmen, und man muss leider sagen, dass sich nicht immer an diese gehalten wird.“

Tennet-Sprecher Torsten Grampp

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.