02.11.2020 - 12:12 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Lockdown im Leuchtenberger Rathaus

Kein Volkstrauertag, keine Bürgerversammlungen, Parteiverkehr nur nach Termin: Leuchtenberg fährt sich nach unten. Corona spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle, dass das Rathaus wohl nicht mehr geöffnet wird.

Vormittag geschlossen und Nachmittag zu. Das Rathaus wird wohl nicht mehr öffnen.
von Ernst FrischholzProfil

In der jüngsten Marktratssitzung hatte die SPD/FW-Fraktion Antrag auf Wiederöffnung des Rathauses als Außenstelle der Verwaltungsgemeinschaft gestellt. Das Rathaus ist seit mehr als zwei Jahren als Außenstelle geschlossen. Grund dafür, die davor zwei halben Tage Öffnung zurückzunehmen, war der Personalengpass bei der VG. Dieser ist nach Ausführung der Antragsteller behoben, und einer Öffnung für die wieder zwei halben Tage stehe nichts mehr im Wege. Bürgermeister Anton Kappl sagte in der damaligen Zusammenkunft, dass der Markt der falsche Adressat für den Antrag ist. Zuständig sei die Verwaltungsgemeinschaft und an diese sei der Antrag weitergeleitet.

Wunsch der Leuchtenberger: Rathaus soll wieder öffnen

Leuchtenberg

Nun gab Kappl das Ergebnis aus der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der VG bekannt: Die Öffnung zwei halbe Tage in der Woche werde in Abstimmung mit Tännesberg wieder eingeführt. Bei der derzeitigen Situation sei dies jedoch nicht möglich, sondern erst, wenn die Verwaltungsräume im sich derzeit schwer in Verzug geratenen Gemeindezentrum dies erlaubten. Im bisherigen Rathaus sei nach jetzigem Stand hygienemäßig kein Parteiverkehr möglich.

Fehlende IT-Technik

Der eigentliche Grund ist aber die fehlende IT-Technik. Die liegt nicht mehr auf dem Stand der Verwaltung in Tännesberg. Man könne von Leuchtenberg aus nicht auf Programme der Verwaltung zugreifen. Die Ausstellung eines Personalausweises oder Reisepasses sei unmöglich. Wohl auch die von standesamtlichen Urkunden. Gerlinde, eine der Antragsteller, warnte vor einem Hinausschieben bis zum Sanktnimmerleinstag. Der Gemeindevertrag von 1978 sei die Grundlage für eine Außenstelle der Verwaltung in Leuchtenberg. "Corona nimmt uns in Beschlag und darauf muss die Gemeinde reagieren", kündigte Kappl an.

Faktisch geschlossen

Seit Montag, 26. Oktober, ist die Verwaltung der VG faktisch für den Parteiverkehr geschlossen. Wichtige Termine sind nur nach telefonischer Vereinbarung möglich. Eine Bürgerversammlung wird es nicht geben. In Döllnitz und Michldorf wäre das schon nicht möglich. Nur die zentrale Zusammenkunft in Leuchtenberg in der Mehrzweckhalle berge zu hohe Risiken.

Nicht stattfinden werden auch die Gedenkfeiern in bisheriger Form in Döllnitz und Leuchtenberg. Nach einem Gedenkgottesdienst in der Kirche werden lediglich Kappl als Bürgermeister mit dem Pfarrer und zwei Mitgliedern der Kriegervereine mit Fahne einen Kranz niederlegen.

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