Leuchtenberg
25.03.2021 - 13:05 Uhr

Sorge wegen "tolerierbarer Geruchsbelästigung"

Eine Klärschlammtrocknungsanlage im Markt Wernberg-Köblitz interessiert im Bereich Leuchtenberg scheinbar nicht. Ist eben ein anderer Landkreis. Genau das ist die Krux. Denn der Ortsteil Wittschau liegt gerade mal 500 Meter entfernt.

Ein erster Entwurf zeigt die beiden Hallen, in denen der Klärschlamm angeliefert und das Trockengut gelagert werden sollen. Die Trocknungsanlagen sind grün dargestellt. Die Hallen sind rund 20 mal 25 Meter groß und am First gut 10 Meter hoch. Die nötigen Abluftkamine werden mindestens 13 Meter hoch. Bild: meineumweltGmbh/exb
Ein erster Entwurf zeigt die beiden Hallen, in denen der Klärschlamm angeliefert und das Trockengut gelagert werden sollen. Die Trocknungsanlagen sind grün dargestellt. Die Hallen sind rund 20 mal 25 Meter groß und am First gut 10 Meter hoch. Die nötigen Abluftkamine werden mindestens 13 Meter hoch.

"Bedenken wegen Lärm und Geruch", lautete die treffende Überschrift zu einem Artikel der Oberpfalz-Medien aus Schwandorf über eine Online-Infoveranstaltung des Marktes Wernberg-Köblitz. Auf 90 Rechnern lief das Szenarium. Teilnehmer daran war auch Familie Guse aus Wittschau. Diese äußerte sich in einem Brief an die Gemeinde Leuchtenberg entrüstet über das Verfahren.

Der Hintergrund: Anton und Magdalena Bauer betreiben in Deindorf eine Biogasanlage. Die produziert Abwärme und diese will man nun als Energielieferant für eine Klärschlammtrocknungsanlage verwenden. Dass hierzu ein umfangreiches Genehmigungsverfahren vonnöten ist, versteht sich von selbst. Die Organisatoren der Online-Info, allen voran Alois Grundler als Planer und Geschäftsführer des Zweckverbandes thermische Klärschlammverwertung Schwandorf, standen dazu Rede und Antwort.

Die Guses aus Wittschau hätten spontan von dieser Videokonferenz erfahren und sich eingeklinkt. Die Schreiber der Zeilen, die Bürgermeister Anton Kappl in der Gemeinderatssitzung vortrug, monierten eingangs, dass sie als Bürger von Wittschau, das 500 Meter von der geplanten Anlage entfernt liegt, nicht in das Vorhaben einbezogen werden, da es ein anderer Kreis ist.

Blankes Unverständnis

Es sei ihnen unverständlich, warum den Wittschauern gerade vom Markt Wernberg-Köblitz alles "Unangenehme immer vor die Nase gesetzt werde". Jüngstes Beispiel waren die Windräder. Die Schreiber des Briefes verstehen auch nicht, dass man erst jetzt nach Jahren im Genehmigungsverfahren der Bauer-Biogasanlage darauf kommt, dass die Anlage Abwärme ungenutzt in die Umwelt entweichen lässt. "Es reicht", sagen die Guses.

Gegen eine "mögliche tolerierbare Geruchsbelästigung" (O-Ton Grundler) haben wir als Anwohner keine Chance, heißt es im Brief weiter. Darum geht nun die Aufforderung an den Markt. Dass der aber auch die Hände gebunden sind, verhehlte Anton Kappl nicht. Für ihn sei aber schon überraschend, dass er als Bürgermeister der angrenzenden Kommune außen vor stand und erst durch besorgte Bürger aus Wittschau und Recherchen auf Onetz.de Einblick erhielt.

Deindorf bei Wernberg-Köblitz15.03.2021

Kappl: Wenig Möglichkeiten

Kappls Resümee ist, dass es sich rein um eine Vorinformation gehandelt hat, bei der sich die Entscheidungsträger bedeckt gehalten haben. Die Verfahrensweise ein Bauleitverfahren zur Ausweisung des beabsichtigten Areals als Sondergebiet sei ein umfangreiches Verfahren. "Die Möglichkeit, hier mitzubestimmen, wird sich meiner Meinung nach, als im anderen Landkreis gelegen, in Grenzen halten", befürchtet Kappl. Wie das Beispiel Windräder zeigte.

 
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