07.01.2021 - 16:06 Uhr
LeuchtenbergOberpfalz

Wünsche nicht alle erfüllbar

„Einfache Dorferneuerung“ hört sich einfach an. Dem ist nicht so. Es steckt ein umfangreiches Verfahren in den Details. In diese steigt der Markt Leuchtenberg im Jahr 2021 ein. Eines ist klar: Die Wünsche werden sich nicht alle erfüllen.

Rechts und links ist kein Platz für einen Gehweg, der von der Schule her an der Stützmauer endet. Den möglichen Weg auf die Mauer hoch oder dann herunter, nimmt niemand.
von Ernst FrischholzProfil

Nach der erfolgreichen und mit dem Europäischer Dorferneuerungspreis ausgezeichneten ersten Phase Anfang der 90er Jahre bekommt Leuchtenberg eine zweite Chance mit der „Einfachen Dorferneuerung“, die vom Amt für ländliche Entwicklung (ALE) nun eingeleitet ist. Die Findungsphase ist vorbei. Heuer geht es ins Detail mit dem Dorferneuerungsplan, in dem Projekte ausgearbeitet werden. Derer fünf hatte man auf der Agenda, stellt Bürgermeister Anton Kappl heraus: Den Buswendeplatz, den Bereich Schule/Friedhof/Ortseinfahrt, den Badeweiher, die "Mauer Turnierplatz" und einen Gehweg vom Markt (Unteres Tor) entlang der Straße bis zur neuen Siedlung „Am Pfarrhäusl“.

Drei Projekte fallen weg

Letzter ginge nicht, da es sich um eine Ersterschließung handelt, die nicht förderfähig ist. Die "Mauer Turnierplatz" würde zum Fass ohne Boden, weil hier der Denkmalschutz vorrangig wäre. Der Badeweiher hingegen sei aus „Sicherheitsbedenken“ nicht machbar. Dies vermittelte Erik Bergner vom ALE in der Oktober-Sitzung dem Marktrat.

Dorferneuerung: Aus fünf mach zwei

Leuchtenberg

Damit richte sich die Konzentration erst einmal auf den Buswendeplatz und den Bereich Schule/Friedhof. Hierin ist die Neugestaltung des Bereichs rund um die Schule mit Erhöhung der Sicherheit für die Schulkinder ebenso enthalten, wie auch das Schaffen eines Vorplatzes für das künftige Gemeindezentrum. Die Baumallee mit den kaputten Bäumen, die schon teilweise ein Sicherheitsrisiko darstellen, wird den Angaben nach erneuert und für den Bereich Schule bis Ortseinfahrt auf die Sicherheit für Fußgänger verbessert. Zudem sind Parkplätze unterhalb des Friedhofs beabsichtigt.

Eine „sportliche Aufgabe“ dürfte die Umgestaltung des vor 20 Jahren angelegten Buswendeplatzes werden. Das Problem der starken Neigung war schon damals ein Problem und ist es bis heute geblieben. Aber es galt, die umliegenden Bereiche und Häuser anzubinden. Das primäre Problem ist, dass im Winter in der Steilwandkurve des Buswendeplatzes die Busse ins seitliche Abrutschen kommen. Hier müsste man dann auch das Kriegerdenkmal anfassen. Das Problem wird sein, dass man hier rein auf Granit stößt. Vor 20 Jahren wären Sprengungen erforderlich gewesen, worauf aufgrund der Nähe zu den Häusern verzichtet wurde. Klarheit wird hier erst einmal eine Bodenuntersuchung bringen, bevor man in eine Detailplanung einsteigt.

Gehweg-Problem unlösbar?

Ein weiteres Problem, das man bis Oktober nicht auf dem Plan hatte, sprach Gerd Scharff an. Es ist der fehlende Gehweg entlang der Stützmauer oberhalb der Schule. Die Straße ist hier nicht breit. Fußgänger und auch Schulkinder müssen auf der Straße gehen. Das Problem sei schon damals wegen der Machbarkeit auf der Strecke geblieben, mutmaßte Ortsplanerin Marion Schlichtiger und es sei wohl auch dieses Mal nicht lösbar, weil man auf keiner Seite die Straße erweitern könne. Über den Daumen hat man auch schon einen Kostenrahmen von etwa einer Million Euro. "Was Sie alles darin einpacken, bleibt ihnen vorbehalten", sagte ALE-Mann Bergner zu den Markträten. Die derzeitige Förderquote würde bei etwa 72 Prozent liegen, merkt Bürgermeister Kappl an.

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