Experten von der Lienlasmühle: Gesunder Hund auch eine Sache des Futters

Die 1488 erbaute Lienlasmühle bei Immenreuth ist seit 2016 eine Wohlfühloase für den besten Freund des Menschen geworden. Die Inhaber Rainer und Alexandra Walberer haben sich dafür selbst zu Experten in Sachen Hundegesundheit entwickelt.

Alexandra und Rainer Walberer auf einer gemütlichen Bank mit einen ihrer beiden Hunde vor der über 500 Jahre alten Lienlasmühle.
von Bernhard KreuzerProfil

Alexandra und Rainer Walberer sowie zwei Mitarbeiterinnen sorgen sich in der Lienlasmühle um das Wohlbefinden der Hunde Vierbeiner. Auf dem über 10 000 Quadratmeter großen Terrain finden die Vierbeiner ihre gewünschten Abwechslungen vom Freilauf bis zum Wasserbad. Wichtig: "Die Hunde werden nicht weggesteckt. Jeder Hund hat sein eigenes Zimmer", sagt Rainer Walberer. Für die Veterinärämter Bayreuth und Weiden ist die Lienlasmühle zu einem Vorzeigeobjekt geworden.

Stillstand das falsche Signal

Doch die Coronakrise erlaubte es beiden nicht, Vierbeiner aufzunehmen. Nichts zu tun und im Stillstand zu verwahren wäre für Alexandra und Rainer Walberer aber das falsche Signal gewesen. In der Krise bauten sie ein neues Standbein auf: Hundefutter. Ausgangspunkt für das mittlerweile regional vertriebene Nassfutter aus ausschließlich hochwertigen Rohstoffen war ihre Philosophie: "Hunde werden grundsätzlich gesund geboren." "Ich kann Menschen und ich kann einen Hund krank füttern", meint Rainer Walberer.

Das Paar weiß, wovon es spricht. Alexandra Walberer hat seit 2012 umfassende Lehrgänge für des Menschen besten Freund absolviert. Ein Schwerpunkt darin war die Rohfütterung. "Alles, vom Zahn bis zum Kot", umreißt sie kurz den Wissensbereich. Gesundheit ist auch für Rainer Walberer kein Fremdwort. Der ausgebildete Krankenpfleger belegte vor zwei Jahren ein Fernstudium bei der Rolf-Schneider-Akademie für Tierheilpraktiker in Kitzingen und bildete sich zum Ernährungsberater für Hunde weiter. Daher sein Credo bezüglich der Ernährung für die Vierbeiner: "Artgerecht musste es sein, ohne Schnickschnack." Der Hund solle das bekommen, "was er braucht, damit er ernährungsbedingt nicht erkrankt".

"Die Rippen müssen leicht tast- und spürbar sowie die Taille des Hundes sichtbar sein."

Alexandra Walberer

Die Grundlage dafür wird bereits im Welpenalter gelegt. Auf die Frage, ob ein junger Hund mit Welpenfutter groß gezogen werden soll, kommt ein klares "Nein". "Es ist eine Erfindung der Futtermittelindustrie", meint Rainer Walberer. Durch die zu gute Nahrung würden die Vierbeiner zu schnell wachsen, "Erkrankungen werden vorprogrammiert". Bis zum zwölften Monat empfiehlt er eine tägliche Futterration von fünf bis sechs Prozent des Körpergewichts des Tieres. Danach zwei bis drei Prozent. Aus Erfahrung weiß Alexandra Walberer: Viele Hunde haben eine zu dicke Fettschicht auf den Rippen. "Die Rippen müssen leicht tast- und spürbar sowie die Taille des Hundes sichtbar sein." Sei das Tier zu dick, liege das nicht nur am Hundefutter, sondern auch an den Leckerlis.

Ohne Alkohol und Getreide

Finger weg von Produkten, bei denen in der Zutatenliste Glycerin oder Glykol aufgeführt sei, warnt Ernährungsberater Rainer Walberer. "Alkohol ist ein Lebergift", sagt er. Er empfiehlt auch nicht Getreide als billigen Zusatzstoff. Es mache dick und sei krebserregend. "Futter muss nicht langweilig sein", betonen Rainer und Alexandra, die jede Menge Ratschläge parat haben, um das Immunsystem des Hundes aufrechtzuerhalten oder einem Durchfall zu begegnen. Als Ursache für Letzteres sieht das Ehepaar entweder minderwertiges Futter oder der Hund habe etwas aufgenommen, das er wieder los werden wolle. Fütterung für einen Tag einstellen, ist dann der erste Ratschlag der beiden. Heilerde, die Giftstoffe im Darm bindet, und eine Dr.-Moro-Suppe (Rezept im Internet) helfen und seien auch eine Wurmprophylaxe.

Eigelb für glänzendes Fell

Als Ernährungsberater für Hunde greift Rainer Walberer gerne auf das Wissen seiner Frau zurück, wenn es um Heilkräuter, Obst und Gemüse für den Vierbeiner geht. Bierhefe, Kokosöl oder Knoblauch gegen Zecken, frisches Eigelb für ein glänzendes Fell oder Flohsamenschalen bei Verstopfung. Jeder, der anruft, bekomme Ratschläge, betonen beide unisono. Aber der Weg zum Tierarzt werde dadurch nicht immer erspart bleiben. Nicht vergessen werden sollte die Bewegung für den Hund - unabhängig von dessen Größe. Verdauung und die Gesundheit der Gelenke seien zwei verschiedene Felder.

"Ich kann Menschen und ich kann einen Hund krank füttern."

Rainer Walberer

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