Der Koppelberg in Luhe ist um eine Attraktion reicher. Die in einem Lageplan als Keller 4, 8 und 9 nummerierten unterirdischen Gewölbe, historische Bierkeller in der früheren Funktion und im Eigentum des Marktes Luhe-Wildenau, sind nach umfangreichen Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen wieder begehbar. Mit geschaffen wurde neben dem fußläufigen Aufstieg nahe den drei jetzt eröffneten Kellern der Platz „Zoiglforum“ als Möglichkeit für eine gemütliche Feier oder als Rastplatz für die Wallfahrer zum Koppelberg.
Am Sonntagnachmittag brachte Bürgermeister Karl-Heinz Preißer zur erstmaligen Begehungsmöglichkeit der drei gemeindlichen Keller für die Bevölkerung und an diesen Bauwerken interessierte Bürger nicht nur die Schlüssel, sondern auch leuchtend gelbe Schutzhelme mit, die bei Arbeiten oder auch Besichtigungen unter der Erde aus versicherungsrechtlichen Gründen zu tragen sind.
Der jetzigen Eröffnung der bis zu 40 Meter langen Keller waren umfangreiche Gespräche und Vorbereitungen gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken, Bergamt, vorausgegangen. Da wird dann in Fachberichten davon gesprochen, dass ein „unausgebauter Kellergang auf ganzer Länge zu berauben ist“, ein größerer „Mundlochbereich standsicher anzuböschen ist“, worunter der Experte den Kellereingang versteht, generell aber das Bergamt in die Sanierungsarbeiten mit einzubeziehen ist.
Architekt Josef Schöberl hat für den Markt Luhe-Wildenau den Umfang der Sanierungsarbeiten fachtechnisch ausgearbeitet und überwacht. Neben der eigentlichen Sanierung der Keller wurden laut Schöberl auch begleitende infrastrukturelle Arbeiten notwendig. So wurden in die drei Keller Stromleitungen verlegt, die es ermöglichen, per Handgriff durch das Absperrgitter das Licht im Keller einzuschalten und somit ohne direkte Begehung einen Blick in die Geschichte des Kellerbaues werfen zu können. Außerdem wurde dafür gesorgt, dass Oberflächenwasser künftig nicht mehr in die Keller gelangen kann.
Allein die vorhandene Gestaltung der Keller lässt nach den Worten Schöberls erkennen, dass dort früher selbstgebrautes Zoiglbier eingelagert wurde. Das zeigt sich an den Erhöhungen, auf denen die Fässer abgestellt wurden und an den kleinen Rinnen über die das Schmelzwasser des Natureises aus der Naab wieder abfloss, das vorher dorthin zu Kühlzwecken verbracht worden war. Nach den bekannten „Heimatorten“ des Zoiglbiers zeigt sich somit, dass auch in Luhe dieses unfiltrierte Bier eine wesentliche Rolle spielte. Als höchst interessant nennt der Planer auch die unterirdische Geologie, die erst bei den Sanierungsarbeiten sichtbar wurde.
Die Kosten für die Sanierung der Keller als Maßnahme für viele Jahrzehnte beliefen sich auf rund 100.000 Euro. Dafür erhält der Markt Luhe-Wildenau eine „Leader-Förderung“ zwischen 40 und 50 Prozent. Aus Kostenersparnisgründen wurden auch die Bauhofmitarbeiter zeitweise eingesetzt.














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