16.04.2021 - 11:38 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Marktgemeinderat Luhe-Wildenau sagt Nein zu zwei Funkmasten

Besondere Ereignisse erfordern besonderes Handeln. Ein positiver Coronatest im Oberwildenauer Rathaus brachte am Donnerstagnachmittag vieles durcheinander. Der Marktrat tagte trotzdem und diskutierte über einen Mobilfunkturm.

Neben dem roten Container sollte der Sendemast der Deutschen Funkturm GmbH in Oberwildenau aufgestellt werden. Das Grundstück ist über die Maistraße erreichbar. Der Betonschleudermast mit seinem Gitteraufsatz hätte den Turm der St. Michaelskirche (im Hintergrund) überragt.
von Walter BeyerleinProfil

Schnell reagierte Bürgermeister Sebastian Hartl im Rathaus von Luhe-Wildenau am Donnerstag. Zuvor war bekannt geworden, dass es in der Behörde einen positiven Coronatest gab. Er übergab die Leitung der Marktgemeinderatssitzung in der Schulturnhalle Luhe am Abend an Zweite Bürgermeisterin Sigrid Ziegler. Bauhofleiter Stephan Gloßner übernahm anstelle von Geschäftsleiter Michael Gräf die Bildregie an der Leinwand.

Eine Videoschalte ging ins Oberwildenauer Rathaus, wo Hartl und der Geschäftsleiter die Sitzung nach Empfehlung des Gesundheitsamtes quasi in Quarantäne verfolgten. Der Marktgemeinderat gab einstimmig das Einverständnis auf diesem Weg das Marktoberhaupt zu beteiligen. Nur eine gute halbe Stunde dauerte die Zusammenkunft, die die förmlich ins kalte Wasser geschmissene Ziegler trotz eines Knallers souverän leitete.

Der Marktgemeinderat hat sich gegen den Bau zweier Funkmasten entschieden. Er versagte den Bauanträgen der Deutschen Funkturm GmbH für einen 28 Meter hohen Turm in der Ortsmitte Oberwildenaus und einen 40 Meter hohen Mast unterhalb des Sportheimes des FC Luhe-Markt und des Sportplatzes neben der Naab das gemeindliche Einvernehmen versagt.

Die Ablehnung des letzteren mit einem 34 Meter hohen Schleuderbetonunterbau plus sechs Meter hohem Stahlaufsatz im Bereich des FC Luhe-Markt an der Naab hatte eine gewisse Brisanz. Im vergangenen Jahr hatte der Marktgemeinderat mit dem Betreiber einen Pachtvertrag über die Nutzung des Grundstückes geschlossen. Die Einnahme sollte zur Hälfte dem FC zufließen. Markträte, die bereits in der vorherigen Wahlperiode dem Gremium angehörten, erinnerten sich, dass bei diesem Beschluss die Höhe des Mastes nicht bekannt war.

Die Höhe des Mastes in Luhe missfiel Georg Schärtl. Hans Anzer sah dessen nüchtern: "Der Aufstellungsort ist der tiefste Punkt in Luhe, deshalb muss der Mast eben höher sein." Aus dem Rathaus schaltete sich Bürgermeister Hartl zu und erklärte, dass sich der Pachtvertrag auf die Überlassung des Grundstückes bezogen habe. „Wir sind uns darüber einig, dass Funklöcher beseitigt werden müssen. Aber es ist fraglich, ob Masten direkt in den Orten aufgestellt werden müssen.“

Benedikt Lindner erklärte, dass die beiden Einrichtungen überwiegend den Zugreisenden auf der Bahnstrecke Hof-Regensburg dienen sollten. Natürlich seien sie auch für die Anlieger von Nutzen. Hans Meißner bestätigte diese Aussage. Ziel sei es, Zugreisenden gute Verbindungen mit dem Laptop oder Smartphone zu ermöglichen. „Masten werden grundsätzlich benötigt, aber keiner will sie.“

Zweite Bürgermeisterin Ziegler machte von vornherein deutlich, dass die Entscheidung des Marktgemeinderates kein Grundstück benachteiligen dürfe. Julia Bayer (SPD) schloss aus der Ablehnung der beiden Bauanträge die Folgerung, dass jeweils neue Standorte gefunden werden müssten.

Spielplätze

Ziegler informierte das Gremium, dass der Spielplatz „Bergäcker“ in Neudorf wieder geöffnet sei. Für den der Siedler in Luhe sei der Kletterkoloss eingetroffen. Sie kündigteb an, dass über die kurzfristig eingegangene Baugenehmigung für das Kinderhaus Oberwildenau in der nächsten Gemeinderatssitzung am 22. April gesprochen werde.

Sonnenkraftwerke

Einstimmig signalisierte der Marktgemeinderat signalisiert, dass gegen die Errichtung des „Solarparks Unterwildenau“ keine Einwände bestehen. Das Bauleitverfahren könne auf den Weg gebracht werden. Der Bau des Photovoltaikparks „Damelsdorf“ ist für den Markt ohne Bedeutung, weil er von den Gemeindegrenzen weit entfernt liegt.

Aufgeschlossen für Solarstrom

Luhe-Wildenau
Hintergrund:

Vier Bauanträge positiv beschieden

  • Garage in der Glaubenwieser Straße in Luhe als Ergänzung eines bestehenden Gebäudes.
  • Lagerhalle in Meisthof.
  • Einfamilienhaus mit Carport und Nebengebäude in Neudorf im Baugebiet „Schlagäcker“ zum Schließen einer Baulücke.
  • Bauvoranfrage für Neubau eines Wohnhauses mit Garage im Kellergeschoss im Außenbereich von Neudorf trotz ehemals zwar geplantem aber nicht bestehenden Bebauungsplan. (bey)

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