14.03.2021 - 12:03 Uhr
Luhe-WildenauOberpfalz

Tragfähige Mehrheit für Brückenbau in Sperlhammer

Die Sanierung der Werkbachbrücke im Ortsteil Sperlhammer beschäftigt den Marktgemeinderat schon seit Jahren. Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht.

Die Brücke über den Werkbach bei Sperlhammer soll neu gebaut werden und eine Tragfähigkeit von 60 Tonnen erhalten. Obwohl die Baukosten höher sind als bei einer Brücke mit geringerer Tragfähigkeit muss der Markt Luhe-Wildenau unterm Strich aufgrund der Förderung weniger Eigenmittel aufbringen.
von Walter BeyerleinProfil

Eine Brücke mit 60 Tonnen Tragfähigkeit wird gebaut. Das tolle am Bau der Brücke ist, dass für den Markt Luhe-Wildenau die Baukosten „unterm Strich“ günstiger sind als für eine Brücke mit nur 16 Tonnen Tragfähigkeit.

Bürgermeister Sebastian Hartl erinnerte daran, dass im Sommer vergangenen Jahres über den Bau einer Brücke mit geringerer Tragfähigkeit gesprochen wurde. Wenn die Brücke mit der angedachten Tragfähigkeit von 16 Tonnen gebaut wird, muss der Markt Luhe-Wildenau die geschätzten Kosten von 441.000 Euro selbst tragen, berichtete dazu das Marktoberhaupt.

Das Ingenieurbüro Franz und Daniel Lintl, Oberviechtach, hat dazu ermittelt, dass eine 60-Tonnen-Variante wohl mit 548.000 Euro einen höheren Aufwand erfordert, der aber letztlich nach Gewährung der Zuschüsse die Marktkasse nur mit 372.000 Euro belastet. Das bedeutet nach den Worten des Bürgermeisters unterm Strich für den Markt Luhe-Wildenau eine Einsparung von 70.000 Euro. „Das ist schwer zu verstehen, zuerst mehr Geld auszugeben, um dann wieder etwas einzusparen oder umgekehrt etwas Besseres zu bauen und weniger zu zahlen“, meinte Bürgermeister Hartl.

Tragfähigkeit im Fokus

Franz Lintl ergänzte die Erklärungen des Bürgermeisters mit dem Hinweis, dass eine Teilsanierung grundsätzlich nicht möglich sei. Eine Brücke mit fünf Tonnen mache aber selbst ein Befahren durch Feuerwehrfahrzeuge unmöglich. Die geplante Brücke wird wieder vier Meter breit sein und sich optisch an das bisherige Brückenbauwerk anpassen. Beidseits der Fahrbahn wird ein 0,75 Meter breites Bankett angelegt. Lintl meinte, dass bei dieser neuen Brücke in 60 bis 80 Jahren natürlich auch wieder die Tragfähigkeit altersbedingt geringer werde. „Dann reduziert sich die Trägfähigkeit auf 30 bis 40 Tonnen, was immer noch ausreichend ist“.

Karl-Heinz Preißer (SPD) richtete einen fast leidenschaftlichen Appell an das Gremium, die gesamte Maßnahme noch zurückzustellen. Er hält nochmalige Gespräche mit der Unteren Naturschutzbehörde für sinnvoll, um auch die Frage nach möglichen Ausgleichsflächen abzuklären. Insgesamt soll nach den Worten Preißers die Brücke den örtlichen Bedürfnissen des Ortsteils Sperlhammer mit seinen acht oder neun Häusern angepasst werden. Diese Einschätzung verband Preißer mit dem Hinweis auf die Engstellen in der Ortsstraße. Er erinnerte aber auch daran, dass vor längerer Zeit eine Umgehung des Ortsteiles im Gespräch war. Zum Brückenbau Sperlhammer bringt Preißer schließlich ein Holzbauwerk ins Gespräch.

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Schnelle Entscheidung

Lintl gibt dazu eine klare Antwort: Grundsätzlich hat eine Holzbrücke keine so lange Lebensdauer wie eine Stahlbetonbrücke. Gerhard Kres (CSU) weist darauf hin, dass die Einwände eines Landwirts, die Preißer als Gegenargument für den neuen Brückenbau im geplanten Umfang anführte, sich damals auf ein Brückenbauwerk über den Werkkanal und das Altwasser der Heidenaab bezogen. Maximilian Hotek nannte eine 60-Tonnen-Brücke übertrieben, die Zuschussgewährung einen „Förderirrsinn“. Roland Rauch (CSU) forderte einen Abschluss der Diskussionen und eine schnelle Entscheidung zum Brückenbau. Julia Beyer (SPD) stimmte dem Begriff „Förderirrsinn“ zu, nimmt aber die geplante Kreditaufnahme zum Anlass für die „große“ Brücke zu plädieren, weil dann der Markt 70.000 Euro einspare. Dem stimmt auch Hans Anzer (CSU) zu. Bürgermeister Sebastian Hartl erklärt auf Frage von Benedikt Lindner (CSU), dass mit dem Bau der neuen Brücke keinerlei Verpflichtungen zum Bau der zweiten Brücke über die Haidenaab verbunden sind.

Mit 12:4 Stimmen beschloss der Marktgemeinderat den Bau der förderfähigen 60-Tonnen-Brücke.

„Das ist schwer zu verstehen, zuerst mehr Geld auszugeben, um dann wieder etwas einzusparen, oder umgekehrt etwas Besseres zu bauen und weniger zu zahlen

Bürgermeister Sebastian Hartl

 

 

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