Mähring
19.08.2021 - 14:37 Uhr
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Die bewegte Geschichte einer Heiligenfigur

Seit 2015 erzählt das Gelebte Museum in Mähring vom Leben an und mit der Grenze. Dort hat eine Figur des heiligen Florian ihren Platz in einer Nische gefunden. Sie hat bereits viel erlebt und erzählt von einer Familiengeschichte.

von hba
Bekannt ist der heilige Florian vor allem als Schutzpatron der Feuerwehrleute. In Mähring steht er für eine bewegte Familiengeschichte. Bild: Klaus Schicker
Bekannt ist der heilige Florian vor allem als Schutzpatron der Feuerwehrleute. In Mähring steht er für eine bewegte Familiengeschichte.

Der Landkreis Tirschenreuth war schon immer stark von seiner Grenzlage beeinflusst. Wo früher ein Austausch mit den Nachbarn ganz selbstverständlich war, verursachte der Eiserne Vorhang nach dem Zweiten Weltkrieg einen jähen Bruch. Besonders deutlich wird das in Mähring, wo das Gelebte Museum seit seiner Eröffnung 2015 von dem Leben an der Grenze erzählt. Auch von der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung nach 1945 wird durch die persönlichen Geschichten der Zeitzeugen eindrücklich berichtet. Von Verlust und Wiedersehen erzählt in dieser Museumsgeschichte der heilige Florian.

Michl Schmid schuf die Heiligenfigur 1648 in seiner Töpferei in der Stiegelgasse in Plan/Planá. Dort stand sie in einer Mauernische seines Anwesens. Der letzte deutsche Besitzer war Anton Kanzler, der durch die Vertreibung alles zurücklassen musste. Er war noch mehrere Male danach in Plan und bekam den heiligen Florian vom nun tschechischen Besitzer geschenkt. Eigentlich war es streng verboten, Gegenstände über die Grenze zu schmuggeln. Aber Anton Kanzler schaffte es und nahm die Figur mit nach Schwäbisch Gmünd.

Regelmäßige Besuche

Alljährlich besuchte Anton Kanzler mit seiner Familie das Plan-/Weseritzer Heimattreffen in Mähring, wohnte in dieser Zeit bei der Familie Müller und half auf deren Bauernhof. Dabei brachte er eines Tages den heiligen Florian mit und übergab ihn an Helga Weigl, der Pflegerin der St.-Anna-Kirche in Mähring.

Als ihr die Gesundheit zu schaffen machte, fragte sie Regine Löffler-Klemsche, die Vorsitzende des Heimatkreises Plan-Weseritz, nach Rat. Was solle mit der Heiligenfigur geschehen? Löffler-Klemsche schlug vor, die Figur in der neuen Fotoausstellung des Heimatkreises im Museum in Mähring unterzubringen.

Figur taucht wieder auf

Beim ersten Heimattreffen nach der offiziellen Einweihung des „Gelebten Museums“ kam eine Besucherin ganz aufgeregt zu Löffler-Klemsche und fragte, woher sie die Figur habe. Nachdem die Besucherin den Hergang erfahren hatte, erzählte sie die Geschichte des heiligen Florians: Der Onkel von ihr war Anton Kanzler. Als er starb, war die Figur nicht mehr zu finden. Scheinbar hatte er niemandem von seinem Entschluss erzählt, die Figur nach Mähring zu geben. Alles Suchen im Internet oder im Bekanntenkreis blieb erfolglos. Doch die Hoffnung hatte sie wohl nie ganz aufgegeben. Und nun war der heilige Florian wieder aufgetaucht.

Dem Willen ihres Onkels schloss sich die Besucherin an und so darf die Figur als Dauerleihgabe im Museum bleiben. So beschützt der heilige Florian seitdem das „Gelebte Museum“ in Mähring.

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Tirschenreuth25.07.2021
Service:

Das "Gelebte Museum" in Mähring

  • Adresse: Rathausstraße 98, 95695 Mähring
  • Öffnungszeiten: Nach vorheriger Vereinbarung
  • Kontakt: Telefon 09639/1898 oder E-Mail weis-bettina[at]t-online[dot]de
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