04.09.2020 - 15:11 Uhr
MähringOberpfalz

Erste Monate als Bürgermeister: Franz Schöner von Anfang an gefordert

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Bereits in den ersten Monaten im Amt war Mährings neuer Bürgermeister Franz Schöner schon viel gefordert. In seiner Bilanz spricht er aber auch von viel Potenzial.

Bürgermeister Franz Schöner an seinem Arbeitsplatz im Rathaus in Großkonreuth.
von Konrad RosnerProfil

Seit dem 1. Mai ist Franz Schöner der neue Bürgermeister der Marktgemeinde Mähring. Der 54-jährige Zollbeamte hat sich zügig in sein neues Amt eingearbeitet. "Es macht mir viel Spaß", bilanziert der Rathauschef. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien verrät er aber, dass er sich die ersten Monate als Bürgermeister etwas ruhiger vorgestellt hat. Doch dies war beileibe nicht so. Der CSU-Politiker war gleich von Anfang an gefordert. Ein leidiges Thema ist die Wasserversorgung, etwa die Keimbelastung in Griesbach. Die Wasser- und Abwasserproblematik belastet den Haushalt enorm. "Bereits in der ersten Woche meiner Amtszeit habe ich fast täglich Gespräche mit den verschiedensten Förderstellen und Fachdienststellen geführt, um die Problematik in den Griff zu bekommen".

Wasser größte Herausforderung

Für die Kommune ist dies aktuell die größte Herausforderung. Der Markt muss einige Millionen Euro in die Hand nehmen, um sowohl die Wasserversorgung als auch die Abwasserkanäle auf Vordermann zu bringen - Geld, das im Boden verschwindet. Dies wird auch die Bürger belasten, erklärt Schöner. "Die Wasser- und Abwassergebühren werden auf jeden Fall steigen." In diesem Zusammenhang weist er darauf hin, dass in Mähring der Preis für einen Kubikmeter Wasser aktuell bei 57 Cent liege. Damit ist Mähring mit Abstand die günstigste Gemeinde im Landkreis.

Für Gesprächsstoff sorgte auch die Umleitung des Schwerlastverkehrs aus Tirschenreuth über Mähring. In Griesbach gründete sich sogar eine Interessengruppe. Doch mittlerweile haben sich die Gemüter wieder beruhigt, weiß der Bürgermeister. Die Ortsdurchfahrt ist vorübergehend nur auf Tempo 30 beschränkt. Die Gefahr, dass der Lastwagenverkehr dauerhaft durch Griesbach fließe, ist vom Tisch, freut sich Franz Schöner.

Gute Zusammenarbeit im Marktrat

Erfreut zeigt sich der neue Bürgermeister, dass auch so manche Dissonanzen, die es im Vorfeld der Kommunalwahlen zwischen der Griesbacher CSU und dem Mähringer CSU-Ortsverband gab, mittlerweile gegeben haben. Großes Lob zollt Franz Schöner seinem Zweiten Bürgermeister, den Griesbacher German Hartmann, für die absolut loyale, ja freundschaftliche Zusammenarbeit. Beide CSU-Ortsverbände arbeiten im Marktgemeinderat hervorragend zusammen. Dies gelte auch für die Freien Wählern, obwohl es mal den ein oder anderen Diskussionspunkt gibt.

Gleichwohl verhehlt Franz Schäner nicht, dass es so manche Spannungen zwischen den drei größten Ortschaften in der Gemeinde - Mähring, Griesbach, Großkonreuth - gebe. Dies sei teils der Tatsache geschuldet, dass alle drei Ortschaften ähnlich groß sind - ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis, sagt er. "Es ist schwer, alle drei Orte zufrieden zu stellen. Aber ich arbeite daran, denn ich bin der Bürgermeister für alle Ortsteile."

Franz Schöner konnte als Gemeindeoberhaupt ohne viel Einarbeitungszeit voll durchstarten. Schließlich war er schon zwölf Jahre im Gemeinderat, davon zuletzt sechs Jahr als Dritter Bürgermeister. tätig. "Ich war über viele anstehende Projekte ausführlich informiert." Der 54-Jährige verweist auf viel Positives, das das neue Amt mit sich bringt. "Als Bürgermeister muss man vielseitig sein. Zudem liebe ich den Kontakt mit den Menschen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man gestalten kann, zum Wohle der Gemeinde".

Für die weitere Zukunft sieht Franz Schöner ein großes Potenzial in der Marktgemeinde, vor allem die Gemeinschaft stehe ganz oben. Dies habe er erst am vergangenen Sonntag bei der Infoversammlung des Vereins "Mühlenhof Mähring" eindrucksvoll erfahren dürfen.

Verzicht auf große Urlaubsreise

Franz Schöner ist ein Vereinsmensch durch und durch. Er ist Mitglied in vielen Vereinen, war früher aktiver Fußballer, und hat auch so manche ehrenamtliche Posten inne. "Mir ist klar, dass ich als Bürgermeister bei den Vereinen etwas kürzer treten muss, ich werde sicherlich den einen oder anderen Posten aufgeben." Ein wichtiges Anliegen ist ihm zudem die bayerisch-tschechische Freundschaft, die in den letzten Monaten vor allem wegen Corona etwas zu kurz kam. "Ich möchte die vielen Kontakte zu den tschechischen Freunden nicht missen. Ich bin bestrebt, die grenzüberschreitenden Beziehungen und Begegnungen weiter auszubauen und zu forcieren".

Übrigens: Auf Urlaub in diesem Jahr verzichtet Franz Schöner. "Vielleicht springen im Herbst mit der Familie noch ein paar Tage auf einer Berghütte in Oberbayern heraus."

Interview mit Franz Schöner zum Amtsantritt

Mähring
Franz Schöner war als Bundeswehr-Reservist 2008 für fast ein halbes Jahr in Afghanistan als Besucherfeldwebel tätig. Auf dem Foto ist der 54-Jährige (rechts) mit einem Ziegenhirten und seinem Großvater zu sehen.
Zur Person:

Franz Schöner ist gelernter Gärtner - nicht zuletzt deshalb ist er ein absoluter Garten-, Pflanzen- und Tierliebhaber. Mit 20 Jahren ging er zur Bundeswehr. Dort blieb er 13,5 Jahre, holte das Fachabitur nach, und schaffte es zum Stabsfeldwebel. Sein Haupteinsatz-Punkt waren die Grenadiere in Oberviechtach. "Ich war und bin ein überzeugter Bundeswehrler." Nach seiner Zeit beim Bund kam er zum Zoll. Auch heute noch ist Schöner in Weiden beim Zoll in der Bundeskasse tätig. Als Bundeswehr-Reservist war er bei zwei Auslandseinsätzen beteiligt. 2008 war der Mähringer für ein knappes halbes Jahr in Afghanistan als Besucherfeldwebel tätig und 2010 für vier Monate im Kosovo als Koordinator für die Geistlichen aller dort stationierten Nationen, also auch für die Muslime.

Der 54-Jährige ist verheiratet mit seiner Frau Sabine und hat zwei erwachsene Töchter (Katharina 27 Jahre, Anna-Lena 25 Jahre) sowie zwei Enkelkinder.

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