Ins Badehaus Maiersreuth zieht die Kunst ein

Premiere im Badehaus Maiersreuth: Erstmals sind dort vier Künstler an der Arbeit, die sich bei einem Symposium eine Woche lang mit dem Gebäude und ihren Ideen dazu beschäftigen.

Künstlerin Susanne Neumann (Vierte von rechts) stellt ihre Kollegen Axel T. Schmid (rechts), Hans Lankes (links), Barbara Sophie Höcherl (Dritte von links) und Clemens Söllner (Fünfter von links) vor.
von Ulla Britta BaumerProfil

Bürgermeister Klaus Meyer gerät ins Schwärmen. Er hätte nie gedacht, dass im Maiersreuther Badehaus noch vor der Sanierung Kunst einziehen würde, sagt der Bürgermeister beim Pressegespräch. Aber es ist so: Hier findet aktuell ein Künstlersymposium statt.

Die international tätige Künstlerin Susanne Neumann und Vorsitzende des Vereins Badehaus Maiersreuth stellt den Anwesenden ihre vier Kollegen vor. Ihr Anspruch für das Symposium sei es gewesen, noch einmal vor den Bauarbeiten bei geladenen Künstlern in den ursprünglichen Räumen Inspiration zu wecken.

Vier hat sie überzeugt, sich eine Woche darauf einzulassen: Hans Lankes aus Regensburg, Barbara Sophie Höcherl aus Regensburg, Axel T. Schmid aus Pirk und Clemens Söllner aus Nürnberg sind seit einigen Tagen im Badehaus, um die leerstehenden Räume mit lebendiger Kunst zu füllen.

3D-Kartonarbeiten

2017 habe Susanne Neumann die Idee an ihn herangetragen, hier Kunst einziehen zu lassen, sagt Bürgermeister Meyer. Im Juni 2019 kann er den Anwesenden von Bürgern berichten, die das geförderte Kunstprojekt gut angenommen hätten, von einem Gemeinderat, der sich darauf eingelassen habe, wofür er dankbar sei, und von seiner Freude, dass hier heute die Tür offen stehe. "Man kommt herein und hört etwas. Und es riecht nach Essen", sagt der Rathauschef.

Einiges ist bereits zu sehen von dieser Betriebsamkeit. Im leeren Wasserbecken stehen Spiegel an den Wänden, hier baut Axel T. Schmid an einer Installation. Hans Lankes hat sich oben im Schulhaus eingerichtet mit 3D-Kartonarbeiten. Hans Söllner ist ein Meister, geht es darum, filigrane Intarsien aus Holz herzustellen. Seine erste Arbeit stellt den Tirschenreuther Marktplatz her.

Barbara Höcherl hat sich ihr Material im Haus zusammengesucht. Ihre Idee ist es, eine Installation aus Vorhandenem zu kreieren. Susanne Neumann sagt, sie kümmere sich um die Künstler, betreue die Besucher und mache aber auch Kunst. Sie arbeitet an einem Springbrunnen, mit Wasser vom Muglbach.

Wasser plätschert

Die Gäste werden von den Künstlern bewirtet, schauen sich um, was hier passiert. "Das ist schon ein ganz besonderer Termin", sagt Meyer, weil damit Leben in die Bude komme. Er ist schon sehr gespannt, was am Sonntag, 16. Juni, bei der Vorstellung und Ausstellung der fertigen Werke zu sehen sein wird. Am Großartigsten sei es für ihn, dass hier wieder Wasser plätschere.

Zweite Vorsitzende Chriska Wagner geht kurz auf die Vereinsgründung ein. Für Werksleiter Gerhard Geiger ist es das Erwachen des Sibyllenbad-Geburtsortes schlechthin. Damit alle dennoch ins "Wasser kommen", wenn auch hier keines mehr sei, schenkt er den Künstlern Sibyllenbad-Gutscheine. Vom "Heimat-Unternehmen" sind Projektkoordinator Alfred Wolf und seine Assistentin Ida Petioká gekommen. Er sei überzeugt, dass es hier funktioniere, sagt Wolf und spricht von einer Zukunftsvision im leerstehenden Badehaus und einem Europaprojekt. Dann klatschen alle sich selbst, den Gönnern und Förderern Applaus. Das ist der Dank für jene, die das Projekt "Badehaus Maiersreuth" tatkräftig, ehrenamtlich und mit finanziellen Mitteln unterstützen.

Hintergrund:

Die international tätige Künstlerin Susanne Neumann aus Waldsassen hatte die Idee, das leerstehende Badehaus Maiersreuth für Kunst zu nutzen und stieß dabei auf offene Ohren bei Bürgermeister Klaus Meyer und dem Marktrat Neualbenreuth. Aus dem Badehaus soll ein Kunsthaus mit Ausstellungsflächen, Bühnen und Ateliers werden. Der Markt Neualbenreuth nutzt die Förderoffensive Nordostbayern zur Leerstandbeseitigung, das Amt für Ländliche Entwicklung fördert das Projekt. Erste Schätzkosten belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro bei 90 Prozent Förderung. Das alte Schulhaus soll Gästehaus für Künstler, Stipendiaten und Workshop-Teilnehmer werden. Die Künstlerinnen Susanne Neumann, Chriska Wagner und Andrea Lamest wollen die Bürger einbinden und kulturelle Initiativen vernetzen. Die Badehalle soll Ausstellungsort für raumgreifende und außergewöhnliche Installationen werden.

Im Blickpunkt:

Am Sonntag, 16. Juni, werden die Werk der Künstler vorgestellt. Um 13 Uhr gibt es einen Sektempfang, Bürgermeister Klaus Meyer begrüßt die Gäste. Andrea Lamest aus Schwandorf, ebenfalls Vereinsmitglied, führt in die entstandene Kunst ein. Um 14 Uhr beginnt das Gartenfest der Feuerwehr Hardeck in Maiersreuth.

Das Badehaus Maiersreuth nahm vor 30 Jahren den Probebetrieb auf.

Bad Neualbenreuth

 

 

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