28.03.2019 - 15:44 Uhr
Oberpfalz

Auch mal Tränen zulassen

Wenn wir weinen, scheiden wir alle negativen Emotionen aus, die wir angestaut haben. Tränen sind nichts, wofür wir uns schämen müssten, sagt die OWZ-Glücksexpertin.

Tränen vermindern Stress und sind meistens sogar richtig gut für unser Wohlbefinden.
von Autor EWAProfil

"Manchmal muss man weinen, damit der Blick wieder klar für das Wesentliche wird", schreibt die Schweizer Lyrikerin Margot S. Baumann. Und der russische Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski meinte einst dazu: "Tränen reinigen das Herz." Heute ist sogar wissenschaftlich erwiesen: Weinen hat sozusagen eine abführende Wirkung. Wenn wir unsere Tränen laufenlassen, scheiden wir alle negativen Emotionen aus, die wir angestaut haben. Das bestätigt auch eine Studie des St. Paul-Ramsey Medical Centres in den USA. Dabei kam weiterhin heraus: Noch dazu scheiden wir beim Weinen einige Gifte aus, die zum Beispiel unser Cortisol-Level ansteigen lassen. Was bedeutet, dass Tränen Stress vermindern und meistens sogar richtig gut für unser Wohlbefinden sind.

Zugegeben: Beim Thema Glück denkt wohl zunächst keiner von uns daran, dass wir heulend herumsitzen. Noch immer gelten Tränen oftmals als ein Zeichen von emotionaler Schwäche. Wer weint, wird als labil und wenig belastbar abgestempelt. "Du Heulsuse." Vielleicht hat das auch schon mal jemand zu Ihnen gesagt, wenn Ihnen die Tränen gekommen sind. Dabei ist eher das Gegenteil der Fall: Weinen ist kein Zeichen der Schwäche, sondern von Stärke. Weinen ist gesund und nun wirklich nichts, wofür Sie sich schämen müssen. So können weggedrückte Tränen tatsächlich zu Depressionen, Angstzuständen und Magenschmerzen führen. Manche Mediziner behaupten sogar, dass unterdrückte Gefühle Asthma auslösen können.

Brauchen Sie noch mehr Argumente, um sich öfter mal zu gestatten, eine "Heulsuse" zu sein? Die gibt es tatsächlich. Beim Weinen wird die Atmung reguliert, Entspannung setzt ein. Daher kommt es auch, dass wir uns nach einem Heulkrampf so oft besser und ruhiger fühlen. Tränen am Abend sorgen für einen ruhigeren Schlaf, dank ihrer antibakteriellen Inhaltsstoffe reinigt die Tränenflüssigkeit die Augen. Auch, wenn es sich erst einmal seltsam anhört: Weinen kann sogar glücklich machen. Denn lassen wir die Tränen fließen, werden tatsächlich Glückshormone wie Endorphine und beruhigende sowie schmerzstillende Substanzen freigesetzt.

Nicht zuletzt kann Weinen ein wichtiges Kommunikationsmittel sein, wenn wir unsere Gefühle mit Worten nicht mehr ausdrücken können. Wie könnte unser Gegenüber besser verstehen, wie es uns gerade geht? Doch Vorsicht: Das alles gilt nur bei echten Tränen, Schummeln gilt nicht. Wenn Sie gezielt losheulen, um etwas Bestimmtes zu erreichen oder Tränen als Mittel zur Manipulation benutzen, treten diese positiven Effekte natürlich nicht auf. Wenn Ihnen allerdings vor echter Trauer, Angst, Verzweiflung, Überforderung oder auch Freude und Mitgefühl die Tränen kommen, sorgen Sie dafür, dass Ihre Emotionen freier fließen können. Sie schützen Ihren Körper vor Blockaden. Haben Sie also ruhig den Mut zu mehr Tränen. (ewa)

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