04.03.2021 - 12:46 Uhr
MantelOberpfalz

Acht Enkel bekommen wöchentlich Geschenke von den Großeltern

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Die Sehnsucht nach ihren acht Enkeln lässt Oma Renate und Opa Jürgen Trammer aus Mantel kreativ werden. Seit dem Corona-Lockdown schicken die beiden nun jede Woche Pakete auf die Reise. Darin: Eine Überraschung für jedes Enkelkind.

Mit Hingabe packt Jürgen Trammer aus Mantel jede Woche Pakete für seine acht Enkel. Die Kinder leben in Nürnberg, Pfaffenhofen und in der Nähe von Landshut.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Es ist eine Geste, die zeigt, wie viel die acht Enkelkinder Viktoria, Julius, Annika, Justus, Sophia, Olivia, Aurelius und Elise ihren Großeltern Renate und Jürgen Trammer bedeuten: Mit Hingabe und viel Freude packt Opa Jürgen Trammer aus Mantel jede Woche Pakete und bringt sie zur Post, um zumindest so für seine Enkel da zu sein. Denn die Mädchen und Buben wohnen in Nürnberg, Pfaffenhofen und bei Landshut und haben die Großeltern wegen des Corona-Lockdowns seit November nicht mehr gesehen.

Bücher Opas Favorit

Sind die einen Päckchen abgeschickt, macht sich Trammer sofort wieder über die nächsten, die er dann eine Woche später zur Post bringt. In den braunen Pappkartons, die der Senior mit viel Klebeband fest zusammenklebt, verbergen sich viele kleine Geschenke für all seine Enkelkinder. "Bei der Post in Weiden kennen sie mich schon", gluckst der 78-Jährige und legt ein Buch in den Karton. "Ein Buch muss immer dabei sein", verrät Renate Trammer (73), die erzählt, dass ihr Mann selbst gerne liest und das auch an seine Enkelkinder weitergeben will. Dass Bücher eine Leidenschaft des 78-Jährigen sind, lässt sich schon auf den ersten Blick beim Betreten des Hauses in Mantel erkennen. Bücher über Bücher reihen sich in der geräumigen Diele, im Wohnzimmer und auf der Galerie aneinander. "Ich habe erst 400 aussortiert", gesteht Trammer. Wie viele es jetzt noch sind? Er weiß es nicht.

Videobotschaft von Renate und Jürgen Trammer an die acht Enkel

Hohe Portokosten

Für seine Enkelkinder im Alter von 3 bis 15 Jahren bestellt er im Internet beispielsweise Bücher zum Basteln, oder zum Experimentieren, um sie im Lockdown ein wenig zu beschäftigen. "Es ist wie ein Vermächtnis. Das gräbt sich ins Hirn: Das ist doch der Opa mit den Päckchen", meint Renate Trammer. "Oben drauf kommen noch die Gummibärchen", schmunzelt ihr Mann. Denn natürlich dürfen auch Süßigkeiten nicht fehlen. "Er weiß genau, wer was will", sagt die 73-Jährige. Sie packt manchmal auch noch Kleidung dazu. Portokosten von schon mal 30 Euro pro Woche nehmen die beiden gerne in Kauf, um den Mädchen und Buben eine Freude zu machen.

Und die Kinder freuen sich immer sehr, berichten die Großeltern stolz. "Sie rufen sofort an", erzählt Renate Trammer strahlend. Sie vermisst ihre Familie sehr. Bei Gesprächen und beim Lateinlernen per Telefon versucht sie, die Kinder auch seelisch zu unterstützen. Viktoria, die bald 16 Jahre alt wird, dürfe nicht einmal fortgehen und feiern, bedauert die Oma, die hofft, dass sie alle bald wieder sehen und in den Arm nehmen kann.

Landarzt-Dynastie Dr. Trammer seit 2006 Geschichte

Renate Trammer und Ulrich Pietsch holen Kunstwert "Rübezahl" aus Abbruchhaus

Strahlende Gesichter bei den Enkelkindern: Sie freuen sich jedes Mal über die Geschenke von Oma Renate und Opa Jürgen Trammer.
Hintergrund:

Zur Person

  • Dr. Jürgen Trammer und seine Frau Renate haben drei Töchter und acht Enkelkinder, die alle nicht bei ihnen in Mantel leben.
  • Der heute 78-jährige Opa war bis zu seinem Ruhestand Allgemeinmediziner. Seine Praxis in Mantel führte er von 1977 bis 2006 in dritter Generation. Zuvor übten auch schon sein Vater Max und sein Großvater Otto Trammer den Ärzteberuf dort aus.

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.