04.05.2021 - 16:16 Uhr
MantelOberpfalz

Mantel: Altes Gasthaus "Zur Post" der neue Bürgertreff?

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Da zeigte sich auch Bürgermeister Richard Kammerer überrascht. Knapp 80 Bürger von Mantel haben einen Bürgerantrag unterschrieben, der sich mit der künftigen Nutzung des ehemaligen Gasthauses "Zur Post" beschäftigt.

Silvia Klier (rechts) und Monika Gröschel (links) vertreten die Manteler Bürger, die den Bürgerantrag unterzeichnet haben. Am Montag übergaben sie ihn an Bürgermeister Richard Kammerer.
von Eva SeifriedProfil

Das Thema, die Rathausverwaltung möglicherweise in den ehemaligen Gasthof "Zur Post" zu verlegen, wird im Markt Mantel gerade kontrovers diskutiert. Jetzt haben 75 Bürger haben einen Bürgerantrag unterschrieben. "Wir hätten noch viel mehr mehr bekommen können", sagte Silvia Klier. Gemeinsam mit Monika Gröschel überreichte sie am Montag in Vertretung der Unterzeichner an Bürgermeister Richard Kammerer den Antrag mit folgendem Inhalt: „Wir bitten die Marktgemeinde Mantel, den Bürgerantrag nach Art. 18b GO Bayern für zulässig zu erklären und ihn durch den Marktgemeinderat zu behandeln.“

Im Bürgerantrag steht, wie ein Beschluss des Marktgemeinderates aussehen sollte. So soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung der bisherigen Gaststätte die Möglichkeit geprüft werden, das Gebäude zu einer öffentlichen Begegnungsstätte für die Manteler Bevölkerung zu gestalten. Insbesondere sollten folgende Funktionalitäten für das Gebäude geprüft werden: Erdgeschoss und Außenbereiche: Einrichtung eines Cafés/ Bistros/ Pilspubs mit Freifläche/ Biergarten auf der Rückseite des Gebäudes. Erster Stock: Renovierung des Saales für Veranstaltungen (Kleinkunst, Vorträge, Vereinsveranstaltungen, Tanzveranstaltungen). Erster/zweiter Stock: Einrichtung eines Raumes für die Geschichte des Marktes Mantel, des Jugendtreffs, eines Seniorentreffs, ein Raum für Vereinssitzungen, ein Raum für Selbsthilfegruppen/ Initiativen. Dachgeschoss: eventuell Pächterwohnung.

Angebot für die Bürger schaffen

Begründet wird der Bürgerantrag unter anderem damit, dass seit vielen Jahren Mantel ein „Gasthaussterben“ verzeichne, so dass die Bürger, Vereine und örtliche Gruppen immer weniger Möglichkeiten fänden, sich öffentlich zu treffen. Die Sanierung des bisherigen Gasthauses biete die einzigartige Gelegenheit, in Mantel eine große öffentliche Einrichtung mit Angeboten für die Bürger zu schaffen. "Das würde die Attraktivität unseres Marktes spürbar erhöhen", heißt es weiter. Damit einher ginge eine wesentliche Aufwertung des Marktplatzes.

Lenkungsgruppe gegründet

„Ich bin etwas überrascht. Genau deswegen soll ja eine Machbarkeitsstudie gemacht werden. In dieser Studie soll geprüft werden, was in der ,Alten Post` und im ,Pleitegeier` machbar ist“, sagte Bürgermeister Kammerer. „Laut Aussage der Regierung müssen diese beiden Gebäude (Post und Pleitegeier) gemeinsam gesehen werden und nicht nur das Wirtshaus alleine. Mir ist die Meinung der Bevölkerung sehr wichtig, darum wurde auch im Zuge der Städtebauförderung eine Lenkungsgruppe gebildet. In dieser kann jeder mitarbeiten, niemand wird ausgeschlossen." Da sich die Lenkungsgruppe in der momentanen Lage nicht bei einer Präsenzveranstaltung treffen könne, findet am Donnerstag ein „Online-Treffen“ statt, informierte Kammerer. Der Markt sei bestrebt, eine sinnvolle Nachnutzung für die beiden Gebäude zu bekommen. Laut Aussage von Regierungspräsidenten Axel Bartelt müsse aber klar sein, dass solch eine Renovierung viele Jahr dauern werde. In einer Bauausschusssitzung wurde bereits beraten, welches Architektenbüro für die Machbarkeitsstudie beauftragt werden soll. In der nächsten Marktratssitzung soll ein Beschluss gefasst werden, sagte der Bürgermeister abschließend.

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Mantel
Info:

Was ist ein Bürgerantrag?

Nach Art. 18b der Gemeindeordnung des Freistaates Bayern dürfen auch Bürger Anträge an ein Kommunalgremium stellen.

  • Mithilfe eines Bürgerantrags können Bürger das zuständige kommunale Organ verpflichten, sich mit einer bestimmten Angelegenheit in einer Sitzung zu befassen.
  • Der Bürgerantrag muss bei der Gemeinde eingereicht werden, eine Begründung enthalten und bis zu drei Personen benennen, die berechtigt sind, die Unterzeichnenden zu vertreten.
  • Der Bürgerantrag muss von mindestens 1 % der Gemeindeeinwohner unterschrieben sein.
  • Über die Zulässigkeit entscheidet das für die Behandlung der Angelegenheit zuständige Gemeindeorgan innerhalb eines Monats seit der Einreichung des Bürgerantrags.
  • Ist der Antrag zulässig, hat ihn das zuständige Gemeindeorgan innerhalb von drei Monaten zu behandeln.

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