Baugebiet Kastl-Süd II: Einwände gegen die Größe

Auf einem fünf Hektar großen Acker, auf dem momentan noch das Getreide wächst, sollen rund 40 Parzellen entstehen. Mit Einwänden gegen die Planung für das Baugebiet Kastl-Süd II hat sich der Marktrat Kastl bei seiner Sitzung befasst.

Auf diesem Getreideacker soll das rund fünf Hektar große Baugebiet Kastl-Süd II mit rund 40 Parzellen entstehen.
von Autor JPProfil

Dem Marktrat Kastl hat Planer Hans-Jürgen Tiefel (Planungsbüro Renner und Hartmann) bei der Sitzung die Ergebnisse der vorzeitigen Behörden- und Bürgerbeteiligung zum Baugebiet Kastl-Süd II vorgelegt. Rund 30 Anmerkungen und Einwendungen waren dazu eingegangen. Nur bei zehn davon handelte es sich um wesentliche Stellungsnahmen, die die Planung beeinträchtigen könnten. Der höheren Landesplanungsbehörde bei der Regierung der Oberpfalz war Kastl-Süd II mit rund 40 Bauparzellen und fünf Hektar Größe im Bezug zur Bevölkerungsentwicklung und zu vorhandenen Baureserven in Kastl (Hammerbauernleite), Utzenhofen (Sandberg) und Pfaffenhofen (Schneiderberg) zu groß. Einen Hektar hielt die Behörde zu groß. Der Markt Kastl wurde deshalb angewiesen, seine so genannten Wohnbauflächen in den genannten Ortsteilen aus dem Flächennutzungsplan heraus zu nehmen und für das neue Bebauungsgebiet eine Bauverpflichtung einzuführen, um Spekulationen zu verhindern. Das Gremium fasste einen entsprechenden Beschluss.

Gegen die geplante Anbindung

Die Naturschutzbehörde am Landratsamt sprach sich gegen eine Anbindung des Baugebiets an die Gemeindeverbindungsstraße Kastl – Utzenhofen aus. Außerdem wurde eine Kompensation des verlorenen Landschaftsschutzgebiets und der naturschutzrechtliche Ausgleich durch gleiche Fläche verlangt. Eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung sei notwendig, hieß es weiter. Die Gemeinderäte beschlossen, die artenschutzrechtliche Prüfung abzuwarten. Die Anbindung an besagte Gemeindeverbindungsstraße sei wegen der anderen steilen Zufahrt, dem Winterdienst und dem Rettungsdienst notwendig. Die fehlende Fläche des Landschaftsschutzgebiets werde gleichwertig woanders im Gemeindegebiet ausgewiesen. Der naturschutzrechtliche Ausgleich erfolge teilweise durch Heckenstrukturen und Streuobstwiese im Baugebiet selbst. Fehlender Ausgleich werde durch Ökopunkte bei einem heimischen Landwirt nachgewiesen.

Das Amt für Landwirtschaft fordert, dass die Johannesstraße im Osten des Baugebiets weiter für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr befahrbar bleibt. Vermessungsamt, Telekom und Bayern Netz baten um die schnellstmögliche Nennung der Straßennamen und Hausnummern im Baugebiet. In zentraler Lage seien außerdem 30 Quadratmeter Fläche für eine Trafohäuschen freizuhalten. Das Amt für Denkmalpflege will ebenfalls beteiligt werden, da sich auf dem Areal ein Bodendenkmal aus der Jungsteinzeit (10.000 bis 12.000 vor Christus) befinden könnte.

BN lehnt Baugebiet komplett ab

Anwohner des Baugebiets Kastl-Süd I befürchteten durch die neuen Häuser im Anschluss vor allem im Winter einen zu hohen Schattenwurf, was die bestehenden Photovoltaikanlagen beeinträchtigen könnte. Der Marktrat entschied deshalb, dass die sich anschließenden Bauten keine Satteldächer haben dürfen. Baulinie und -höhe würden begrenzt. Die massivsten Einwendungen brachte der Bund Naturschutz (BN) vor. Die Organisation lehnte Kastl-Süd II rundwegs ab. Die Begründung: Wertvoller landwirtschaftlicher Boden gehe verloren, die Siedlung füge sich nicht harmonisch ins Ortsbild ein. Ehe ein so großes Baugebiet neu ausgewiesen werde, sollten zuerst die Leerstände im Markt beseitigt werden, so der BN. Der Marktrat beschloss, dass die Stellungnahme für den amtlichen Naturschutz auch für den BN gelten soll.

Die Grünen im Kastler Marktrat brachten sich ebenfalls mit einer Stellungnahme ins Verfahren ein: In Kastl-Süd II sollen die Straßen mit geschwungener Linienführung gebaut werden, die Teerdecke sei schmal zu halten. Entstehen sollen befahrbare seitliche Pflasterlinien für Fußgänger mit Auflockerung durch Bäume und Laternen. Baumrondelle bei Abzweigungen sollen den Verkehr verlangsamen. Eine weitere Forderung der Grünen: Schottergärten sollte es nicht mehr geben dürfen. Bürgermeister Stefan Braun warf ein, dass ein neu gepflanzter Baum größer werde und nach 20 Jahren störe. So verhalte es sich auch mit einem Baum mitten in der Straße. Man müsse auch Lieferverkehr, Müllabfuhr und Winterdienst bedenken, denen ein eingeengter Verkehrsraum Probleme bereite. Der Marktrat beschloss, das Verkehrsgrün erst zu planen, wenn die Erschließungsplanung abgeschlossen ist.

Der Marktrat befasste sich abschließend noch mit einem Baugebiet der Nachbargemeinde Hohenburg: G'steibach in Mendorferbuch. Als Träger öffentlicher Belange gab das Gremium dafür seine Zustimmung.

Kastl-Süd II: Auftrag für Erschließung vergeben

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach
Hintergrund:

Daten zu Kastl-Süd II

  • Der Markt Kastl plant ein neues Baugebiet: Kastl-Süd II
  • Realisiert werden soll es auf einer Fläche von rund fünf Hektar
  • Geplant sind rund 40 Bauparzellen

 

 

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