Nachdem der bisherige Unterbezirksvorsitzende Ismail Ertug, Europaabgeordneter aus Amberg, SPD-Co-Bezirksvorsitzender wurde, trat dieser von seinem Posten als Unterbezirksvorsitzender ab, den er seit 2013 bekleidete, und Johannes Foitzik, der Kreisverbandsvorsitzende aus Neumarkt, wurde einstimmig zum Unterbezirksvorsitzenden gewählt. Ismail Ertug begrüßte dazu im Kastler Forsthof zahlreiche Delegierte. SPD-Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch aus Weiden hielt bei der Veranstaltung ein Referat über die allgemeine Lage rund um die politische Arbeit der Sozialdemokraten.
Uli Grötsch dankte Ismail Ertug für seinen langjährigen politischen Einsatz und wünschte seinem Nachfolger aus Neumarkt eine glückliche politische Hand. Dann schwenkte er auf das aktuelle Geschehen ein. Es sei schon komisch, wenn man nach drei Jahren wieder ohne Maske sprechen darf. Die Politik in Berlin werde bestimmt von der Pandemie und von den Folgen des Ukrainekriegs. "Der brutale russische Überfall auf die Ukraine hat viele in der SPD total getroffen. Auch ich habe ich im Leben nicht damit gerechnet, dass nach Jahrzehnten voller Frieden so etwas wieder geschieht, und dass Menschen in Europa sinnlos abgeschlachtet werden", sagte Grötsch. Sicher wären die 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr, die Milliarden für die Waffenhilfe und fürs Flüchtlingselend, besser bei sozialen Zwecken, dem Klimaschutz und zur Verbesserung von technischen Innovationen aufgehoben. Auch seien ihm die nach wie vor ungerechten befristeten Arbeitsverträge ein Dorn im Auge. Grötsch hob aber auch die "guten Beziehungen der SPD-Unterbezirke Weiden und Amberg" hervor.
"Welt hat sich verändert"
Ismail Ertug blickte anschließend kurz auf seine Zeit als SPD-Unterbezirksvorsitzender zurück und mahnte an, die Welt habe sich seit Februar massiv verändert. "Vorher hat es Finanzkrise, Zuwanderung, Flüchtlingsstrom, Pandemie gegeben, nun sogar Krieg."
Auch die Zeiten im Europaparlament würden, so Ertug, durch die "sture Haltung mancher Osteuropäischer Länder" in Sachen Demokratie nicht leichter. Der von der Politik geforderte Rohstoffboykott auf Russland sei schwierig umzusetzen, denn Bayern beziehe im Jahr für fast sechs Milliarden Euro Öl, Gas, Kohle und andere Rohstoffe aus Russland. Man könne bei Fehlen dieser Stoffe schnell in eine Rezession schlittern.
Danach erfolgte die Neuwahl des Unterbezirksvorsitzenden, bei der Johannes Foitzik aus Neumarkt einstimmig gewählt wurde. Einstimmig wurde auch eine Satzungsänderung verabschiedet, die eine Doppelspitze in den Gremien der SPD möglich macht. Außerdem wurde David Mandrella aus Kümmersbruck als Juso-Vertreter in den Unterbezirksvorstand einstimmig gewählt.
Zusammenarbeit verstärken
Johannes Foitzik bedankte sich bei der Versammlung für den überwältigenden Vertrauensbeweis und versprach, dass er die Zusammenarbeit zwischen den Kreisverbänden im Unterbezirk verstärken werde. Es folgten die Gratulationen durch die Vertreter der Kreisverbände aus Amberg und Amberg-Sulzbach mit Uwe Bergmann an der Spitze sowie der Vorsitzenden der Amberger-SPD-Stadtratsfraktion, Birgit Fruth.













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