Klartext von Wolfgang Bosbach (CDU) im Kastler Steinstadel

Wer sich Schwarz-Grün wünscht, könnte mit Rot-Rot-Grün aufwachen. Wolfgang Bosbach, langjähriger Vorsitzender des Innenausschusses im Bundestag und Merkel-Gegenspieler, kam bei der Wahlkampf-Tour für die CSU auch in den Kastler Steinstadel.

Der Eintrag ins Goldene Buch des Marktes Kastl gehörte beim Besuch von Wolfgang Bosbach dazu (von links): MdB Alois Karl, Zweite Bürgermeisterin Monika Breunig, MdL Harald Schwartz, CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Bürgermeister Stefan Braun.
von Autor JPProfil

Da hatte sich der bekannte CDU-Politiker Wolfgang Bosbach aus Bergisch-Gladbach bei Köln wohl rechtzeitig bei Schneegestöber auf die sechststündige Autobahntour nach Kastl aufgemacht, denn er war pünktlich im Kastler Steinstadel. Hier wurde er von der gesamten CSU-Prominenz, wie MdB Alois Karl, Ex-MdB Albert Dess, MdL Harald Schwartz und Bürgermeister Stefan Braun empfangen und trug sich gleich ins Goldene Buch des Marktes Kastl ein. Bosbach kam auf Einladung des CSU-Bundestagsabgeordneten Alois Karl nach Kastl und betonte schmunzelnd: Er sei kein heimlicher Freund der CSU, sondern ein offener Freund der CSU. Überhaupt verstand es Bosbach seine Zuhörer mit seiner lockeren rheinischen Art in Bann zu ziehen.

Zum Thema Politikverdrossenheit stellte Bosbach klar, dass damit eher Parteiverdrossenheit gemeint ist. "Man lebt zwar im besten Deutschland seit tausend Jahren, aber mit einem verschwindenden Anteil an Parteimitgliedern." Nur etwa zwei Prozent der Bevölkerung sei in Parteien organisiert. Problematisch sei die Beschäftigung der Parteien mit sich selbst, statt mit drängenden Sachfragen, die gelöst werden müssen. Bosbach: "80 Prozent der Bevölkerung misstrauen den Parteien, aber 90 Prozent freuen sich, wenn Mandatsträger kommen."

Ein großes Thema sei laut dem Politiker die Leitkultur- und Werteordnung in unserem Land. "Sie garantiert ein friedvolles Zusammenleben aller Menschen bei Beachtung des Grundgesetzes. Die Scharia hat in Deutschland nichts verloren." Die CDU-Verantwortlichen seien ein Bollwerk gegen rechts. "Gegen links sind einige nur noch ein Bollwerkchen, obwohl die Linken die Nachfolgeorganisation der SED sind."

Ein weiteres Thema war die innere Sicherheit. Bosbach dazu: "Es ist nun mal Tatsache, dass Bayern die wenigsten Straftaten zu verzeichnen hat, nicht zuletzt durch die gute Personal- und Finanzausstattung der bayerischen Polizei und Justiz." Auch in Nord-Rhein-Westfalen wurde das erkannt und man habe nachgezogen. In einigen Bundesländern und auch Berlin sei das anders. Bei den Ausschreitungen des G20-Gipfels in Hamburg seien die eigenen politisch Verantwortlichen der Polizei nachträglich in den Rücken gefallen.

Weiter meinte der CDU-Politiker, dass Wirtschafts- und Sozialleistung immer weiter auseinanderklaffen. Die Sozialleistung werde immer mehr. Ganz wichtig wäre eine gesicherte Energieversorgung. "Der Ausbau der erneuerbaren Energie wird sich nicht so schnell realisieren lassen. Nicht zuletzt sorgen schon Bürgerinitiativen dafür, dass es keine neuen Windräder, PV-Anlagen, Stromleitungen gibt." Vielleicht sei man ja aus der Kernengerie zu früh ausgestiegen, stellte Bosbach in den Raum.

In den vergangenen 70 Jahren gab es nur zwei dominierende Regierungsparteien, CDU/CSU und SPD. Die Parteienlandschaft zeige sich jetzt zersplittert. "Manche träumen schon von Schwarz-Grün, es könnte aber auch ein böses Erwachen mit Rot-Rot-Grün wie in Bremen geben. Die Samthandschuhe mit denen die Grünen behandelt werden, gehören ausgezogen. Ein Robert Habeck hat nichts am Hut mit Vaterlandsliebe oder Patriotismus."

Zum Schluss ging es um Europa, das sich vor rund 70 Jahren mit seinen Ländern nach dem Motto "nie wieder Krieg" zusammengeschlossen hat. Bosbach: "Nachdem die Briten jetzt den Brexit vollzogen haben, aber trotzdem weiterhin die Vorteile von Europa genießen wollen, ist es wichtig, dass die Nordirland-Frage gelöst und die EU bei Verhandlungen hart bleibt."

Ein Riesenthema sei die Digitalisierung. "Deutschland ist top in der alten Technologie, in der neuen Technik hinkt es hinterher. Deshalb ist die Investition in unsere Jugend mit Bildung ganz wichtig. Das ist unser Potenzial von morgen, das wir nicht vernachlässigen sollten."

CDU-Politiker Wolfgang Bosbach fesselte im Kastler Steinstadel die Zuhörer mit seinem Vortrag.
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