Mysteriöses Fischsterben zwischen Kastl und dem Weiler Lauterach

Tausende toter Forellen wurden am Dienstag aus dem Frischwasserbecken eines Fischzuchtbetriebes gefischt und entsorgt. Der Schaden liegt im sechsstelligen Euro-Bereich.

von Paul BöhmProfil

Gemächlich mäandert ansonsten die noch junge Lauterach zwischen Kastl und Sternfall durch das Tal. Ganz so nebenbei speist ihr frisches Wasser noch eine Fischzuchtanlage bei dem Weiler Lauterach, gleich unterhalb von Kastl gelegen.

Ein gewaltiges Fischsterben hat am Dienstag den beschaulichen Weiler nicht nur in den Fokus von Polizei, Wasserwirtschaftsamt, Fischereiverband und anderen Institutionen gerückt. Durch irgendwelche Umstände, die erst noch mittels Wasserproben und anderen Untersuchungen geklärt werden müssen, geht man jetzt zusammen mit dem Besitzer der Fischzuchtanlage einem Fischsterben nach, bei dem massiver Schaden entstanden ist.

Vor kurzem sind auch in Hirschau Fische verendet

Hirschau

Wie Fischmeister Klaus Wiesner erklärte, sei ihm die Ursache unerklärlich. Die Fachleute vermuten eine Einleitung in die Lauterach oder natürlichen Sauerstoffmangel des Gewässers, wobei es bei den Fischteichen genügend Sauerstoffsprudler gibt. Der Schaden bei rund fünf Euro für das Kilogramm Forelle ist enorm und bewegt sich laut Polizei im sechsstelligen Euro-Bereich. Die Ermittler gehen von rund 30 Tonnen verendeten Forellen aus.

Polizeihauptkommissar Achim Kuchenbecker präzisierte am Nachmittag, dass vermutlich "eine noch unbekannte Substanz" in die Lauterach gelangte. Die Fachleute des Wasserwirtschaftsamtes gingen von einem "lokalen Fischsterben im Bereich von etwa einem Kilometer um den Unglücksort herum" aus. Die Kläranlage in Kastl, die am Oberlauf der Lauterach liegt, habe keine Auffälligkeiten gezeigt. Allerdings sollen auch schon im Oberlauf tote Fische gefunden worden sein.

Auf den Feldern rund um die Fischzucht gibt es laut Polizei keine Auffälligkeiten. "Dort wurde im relevanten Zeitraum keine Gülle ausgebracht." Mit einem Ergebnis der Laboruntersuchungen sei erst zum Wochenende hin zu rechnen. Kuchenbecker äußerte eine für den betroffenen Betrieb ungünstige Prognose: "Sollte kein Verursacher ausgemacht werden können, wird der Teichwirt auf dem wirtschaftlichen Schaden von mindestens 100.000 Euro sitzenbleiben."

Klaus Wiesner und seinen zahlreichen freiwilligen Helfern bleibt jetzt nur noch eines: die toten Forellen zu bergen und aus den Teichen herauszufischen. Allerdings liegen die meisten der verendeten Tiere auf dem Grund der Teiche, was die Sache nicht einfacher macht. Die Forellen wurden gestern den ganzen Tag über von beherzten Männern in langen Wathosen in großen Keschern aus dem von der Lauterach gespeisten Naturbecken zentnerweise geborgen.

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