Neues Kastler Baugebiet bietet Platz für 43 Ein- und Zweifamilienhäuser

Rund fünf Hektar umfasst das neue Baugebiet im Kastler Süden, es bietet Platz für 43 Ein- und Zweifamilienhäuser. Baubeginn soll Anfang nächsten Jahres sein, wie die Marktgemeinderäte erfahren.

Gemäß dem Beschluss des Kastler Marktgemeinderats soll auf diesem Gelände das neue Baugebiet Kastl-Süd II entstehen. Auf rund fünf Hektar können 43 Ein- und Zweifamilienhäuser errichtet werden. Im Hintergrund zu sehen die Häuser des bisherigen Baugebiets Kastl-Süd I, das bereits vollständig bebaut ist.
von Autor JPProfil

Erfreut stellte Bürgermeister Stefan Braun in der Sitzung des Marktrats fest, "dass die Zeit der Bauplatzknappheit in Kastl zu Ende geht". Es sei gelungen, im Anschluss an das bereits vollständig bebaute Areal Kastl-Süd I (Enzenberg) das neue Baugebiet Kastl-Süd II mit Anbindung an die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Kastl und Utzenhofen auszuweisen und dafür die Grundstücke zu bekommen.

Ingenieur Hans Jürgen Tiefel vom Planungsbüro Renner und Hartmann Consult aus Amberg stellte dem Gremium den vorläufigen Bebauungsplan vor. Demnach werden rund sechs Hektar Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet Kastler Lauterachtal herausgenommen. Der eigentliche Bebauungsplan sieht eine Größe von rund fünf Hektar vor. Das Baugebiet wird über eine neue Seitenstraße (Johannesstraße) von der Gemeindeverbindungsstraße Kastl–Utzenhofen sowie durch die steile Zufahrtsstraße von Kastl-Süd I her erschlossen.

Insgesamt weist das Areal 43 Bauplätze in einer Größenordnung von 600 bis 1200 Quadratmeter auf, die für Ein- und Zweifamilienhäuser gedacht sind. Eine eingegrünte genügend breite Abstandsfläche trennt die Bebauung von Kastl-Süd I und Kastl-Süd II, um Sichtbeeinträchtigungen und damit nachbarlichen Zwist zu verhindern. An der Grenze zu Kastl-Süd I ist eine Bebauung ausschließlich mit Einfamilienhäusern vorgesehen. Außerdem soll am Südzipfel des neuen Baugebiets ein Kinderspielplatz eingerichtet werden.

Darüber hinaus ist ein Fuß- und Radweg nach Kastl geplant, sollen die naturschutzrechtlichen Ausgleichflächen und -maßnahmen gleich in den Bebauungsplan mit aufgenommen und durch Eingrünung und Neuanpflanzungen von Bäumen und Heckenstrukturen umgesetzt werden. Von den Überlegungen, das neue Baugebiet nur über die Steilstrecke von Kastl-Süd I her zu erschließen, wurde abgegangen, da sich Feuerwehr und Rettungskräfte im Fall eines Falles damit sehr schwer getan hätten. Die Zufahrt von der Utzenhofener Straße her ist eben und somit das Siedlungsgebiet ohne Schwierigkeiten zu erreichen.

Derzeit befindet sich die Maßnahme in der Vorplanung, die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden ist der nächste Schritt. Nachdem der Gemeinderat der Planung zugestimmt hatte, äußerte Bürgermeister Stefan Braun die Hoffnung, dass das Verfahren im Herbst 2021 seinen Abschluss finde, so dass im Frühjahr 2022 mit den Erschließungs- und Bauarbeiten begonnen werden könne.

Der Marktgemeinderat genehmigte weitere Bauanträge. Im erweiterten Gewerbegebiet am Hochhaus siedelt sich eine Firma an und will dort eine Halle und ein Bürogebäude hinstellen. Die Telekom hat jetzt die Pläne für die Errichtung eines Funkgittermastes am Dornerweg zwischen Utzenhofen und Mühlhausen konkretisiert und die Bauunterlagen vorgelegt. In der Georg-Reiser-Straße in Kastl entsteht in einer Baulücke ein Einfamilienhaus mit Garage. In Pattershofen wird ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage im Überschwemmungsgebiet der Lauterach errichtet. Damit das Wasser des Triebwerkkanals und der Lauterach bei einem Hundertjährigen Hochwasser ungehindert abfließen kann, wird im davorliegenden Grundstück ein Silobauwerk entfernt. Außerdem wird am Nachbargrundstück an einer Halle ein Vordach angebaut.

Im Ensembleschutzgebiet Kastls wird in der Martin-Weiß-Straße ein Dach neu eingedeckt, in der Hohenburger Straße ein Dachgeschoss mit Dachflächenfenstern ausgebaut. Die Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz war in beiden Fällen notwendig. Das Gremium verlängerte die Amtszeit der beiden Kommandanten der Feuerwehr Utzenhofen, Franz Schmidbauer und Daniel Scharl, weil wegen der Corona-Pandemie keine Wahlen möglich sind.

Die Räte genehmigten insgesamt 7000 Euro aus dem Topf der Vereinsförderung, mit dem der Markt die Jugendbetreuung und Vereinsinvestitionen bezuschusst: TuS Kastl 3181 Euro, DJK Utzenhofen 2224 Euro, Trachtenverein 733 Euro, Schützenverein 185 Euro, Feuerwehr Utzenhofen 261 Euro, KJB Utzenhofen 173 Euro, Feuerwehr Kastl 98 Euro, Gartenbauverein Kastl 80 Euro.

Bürgermeister Braun informierte, dass der naturschutzrechtliche Ausgleich für das Straßenbauprojekt Dettnach–Drahberg, das in Bälde begonnen werden soll, und für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße Kastl–Utzenhofen als Zahlung ans Ökokonto erfolgen soll. Die Bauarbeiten an der letztgenannten Trasse wurden nach der Winterpause wieder aufgenommen, mit der Fertigstellung ist im Frühsommer zu rechnen.

Faustdicke Überraschung im Kastler Marktgemeinderat

Kastl im Landkreis Amberg-Sulzbach
Das rund fünf Hektar große Baugebiet Kastl-Süd II wird auch von der Seite der Utzenhofener Straße (links) mit der Johannesstraße auf ebenem Gelände erschlossen.

 

 

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