Unterwegs auf dem Wacholderweg im Lauterachtal

Wer hätte gedacht, dass die Toskana Bayerns in der Oberpfalz liegt. Zwei Wanderer aus dem Lauterachtal haben sich aufgemacht, um den vom Tourismusbüro für Amberg und im Landkreis so gepriesenen Wacholderweg unter die Lupe zu nehmen.

Das ist der Ausblick, den Wanderer bekommen, wenn sie in der bayerischen Toskana bei Stettkirchen mit dem markanten Kircherl unterwegs sind.
von Autor JPProfil

Der Wacholderwanderweg entlang des Lauterachtals - ein Naturerlebnis, das eindrucksvoll zeigt, warum die Oberpfalz so wunderschön ist. Wenn das Tourismusbüro der Stadt Amberg und des Landkreises in einem Prospekt für den Wacholderwanderweg wirbt und es als die bayerische Toskana bezeichnet, lohnt es sich, der Sache auf den Grund zu gehen. Der Weg umspannt die Gemeinden Kastl, Hohenburg und Schmidmühlen sowie den Naturpark Hirschwald. Der Landschaftspflegeverband hat jede Menge Geld für die Pflege der Trockenrasenbiotope ausgegeben.

Zwei ortskundige Lauterachtaler haben sich an einem herrlichen Spätsommertag aufgemacht, um den Wacholderwanderweg sozusagen unter die Füße zu nehmen. Startpunkt: Der Nettoparkplatz in Schmidmühlen, wobei der eigentliche Weg am Rathaus startet. Zu Beginn lag der Morgendunst noch über dem Vils- und im Lauterachtal.

Verspielte Vils, schlechte Schilder

Und so ging es entlang der Straße bis Harschhof. Auf der Holzbrücke gönnten sich die Wanderer eine kurze Rast, um dem Wasserspiel der Vils zuzuschauen.

Weiter lief der Weg durch Markhof über den Radlweg in den Wald, in den der Borkenkäfer Lichtungen geschlagen hat. Von dort hielten sich die Wanderer in Richtung des Weilers Blaugrund. Das Manko: Die Ausschilderung lässt zu wünschen übrig. Wer nicht aufpasst, für den geht es nicht in Richtung Blaugrund, sondern nach Norden in Richtung Winbuch. Das wäre ein großer Umweg. Weiter trabten die Lauterachtaler über die Straße nach Winbuch in Richtung Greinig. Kurz davor wechselten sie auf den Forstweg im Mühltal.

Geschlossene Gasthäuser

Eines ist aber vorab wichtig: Wanderer sollten genügend Brotzeit mitnehmen, denn es gibt zwischen Schmidmühlen und Kastl keine einzige Einkehr-Möglichkeit mehr. Die Hammermühle in Hohenburg hat nicht immer offen und liegt rund eineinhalb Kilometer vom Wacholderweg entfernt auf der anderen Lauterachseite. Ansonsten haben alle Gasthäuser geschlossen oder den Hut an den Nagel gehängt.

Zurück zur Wanderroute: Erst ab Brunnhof beginnt die Toskana Bayerns. Von Schmidmühlen bis dorthin geht es durch einen Wald mit überwiegend Nadelholz auf Schotterstraßen und Waldwegen. Ab Brunnhof aber geht der Wacholderwanderweg richtig los. Hier gibt es die typischen Trockenwiesen und Wacholderstauden rechts von Lauterach, die gerade um die Mittagszeit voll in der Sonne liegen und von bunten Schmetterlingen umschwirrt werden.

Zu sehen gibt es außerdem Silberdisteln, Kreuzenziane und Herbstzeitlose. Nachdem bis Adetshausen die Plattenkalkhänge vorherrschend sind, treten kurz vor der Ortschaft die weißen Felsen, die Dolomitköpfe, in den Vordergrund. Die Wandersleute hatten vom über den Orten vorbeiführenden Wacholderwanderweg einen fantastischen Ausblick auf das Lauterachtal und auf die Burgruine Hohenburg.

Weitschau auf Wallfahrtskirche

Weiter ging es für die beiden Naturfreunde es in Richtung Stettkirchen, wobei Ruhebänke ihrem Weg säumten. Nach dem Abstieg in ein Seitental der Lauterach erwartete sie wieder ein Irrgarten an Wegmarkierungen. Dort kommt nämlich der Jakobsweg aus Richtung Ensdorf dazu. Auch hier dürfte bei der Markierung nachgebessert werden. In Hohenburg kamen die Wanderer man bei der Lauterachbrücke heraus. Sie gingen in Richtung Kirche. Von dort stiegen sie immer weiter nach oben in Richtung Allersburg. Auch die Rindergatter konnten sie auf ihrem Marsch betrachten.

Nach ihrem Abstieg und kurz vor Allersburg kamen die beiden einige Hundert Meter an der Lauterachtalstraße vorbei, ehe sie in Allersburg den Hausener Bach überquerten und in Richtung Kirche wieder nach oben in Richtung Ransbach stiegen. Wieder ging es durch den Wald mit einem Highlight: Nach dem Wald weist eine verwitterte Holztafel auf den Blick auf den rund zehn Kilometer entfernten Wallfahrtsort Habsberg hin, der bei klarer Sicht auch bestens zwischen den Bergkuppen zu sehen ist.

Nachdem die Fußgänger die Lauterach in Ransbach überquert hatten, liefen sie entlang des Radlwegs auf der anderen Seite der Lauterach bis zum Sternfall, wo der Mühlhauser Bach und die Lauterach zusammenfließen. Sie überquerten die Staatsstraße und kletterten auf einen Pfad mit Wacholderheiden entlang dem Mühlhauser Bach in Richtung Utzenhofen.

Atemberaubender Ausblick

In Mühlhausen geht über das sogenannte Mühlhauser Straßl in Richtung Kastl. Die beiden Wanderer haben dort allerdings die Rechenfelsschlaufe des Jurasteigs genommen. Sie sind auf den Rechenfels, eine rund 550 Meter hohe Felskuppe mit Gipfelkreuz und fantastischer Aussicht, marschiert. Der eigentliche Wacholderweg zieht sich entlang des Bergrückens und kommt oberhalb Kastls raus. Nach der Rast am Gipfelkreuz, das zwei Utzenhofener vor kurzer Zeit erst wieder instandgesetzt haben, gings für die beiden Wandergesellen auf arg in Mitleidenschaft gezogenen Forstwegen hinab nach Lauterach und von dort auf dem Radlweg nach Kastl.

Am Ende stand ihr Urteil fest: Die Wirklichkeit unterscheidet sich dann doch von den Hochglanzfotos in einem Prospekt.

Hier haben wir einen weiteren Wandertipp für Sie

Hirschau
Info:

Das ist der Wacholderwanderweg

  • Der Wacholderwanderweg ist etwa 31Kilometer lang.
  • Er ist als Rundweg konzipiert und verläuft von Schmidmühlen bis Kastl.
  • Der Verlauf des Wacholderwanderweges führt den Wanderer durch die für die Region typische Wacholderheide.
  • Die dortigen Magerrasen oder Trockenrasen werden von Schafsherden beweidet.
  • Die Trockenrasen beheimaten seltene Tierarten. Auch besondere Pflanzenarten kommen dort vor. Neben Orchideen gibt es Kreuzenzian und Frauenschuh.

 

 

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