21.09.2020 - 17:39 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

17-Jähriger des Totschlags verdächtig

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Grausamer Todesfall in Marktredwitz: Eine 92-Jährige wurde mit massiven Kopfverletzungen leblos in ihrem Haus entdeckt. Die Kripo meldete die Festnahme eines 17-Jährigen. Der hatte sich schon in der Nacht verdächtig gemacht.

In der Ostenstraße in Marktredwitz ist eine Frau unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Die Kripo ermittelt seit Sonntagmorgen.

Schnell geklärt scheint ein Tötungsdelikt, dem eine Seniorin offenbar schon am Samstagabend zum Opfer gefallen ist. Die alleinstehende Frau war von einer Mitarbeiterin des Pflegedienstes am Sonntagmorgen mit Kopfverletzungen tot aufgefunden worden. In Untersuchungshaft sitzt ein 17-jähriger Iraker, der in Deutschland geboren wurde.

Wäre das weiß-rote Polizeiabsperrband nicht quer über die Marktredwitzer Ostenstraße gespannt, würde am Sonntagnachmittag nichts auf das Geschehen in der zurückliegenden Nacht hindeuten. Es wirkt alles ruhig in der Siedlungsstraße mit den Häusern aus den 1940er Jahren. Auf einer Terrasse liest eine Frau in einer Zeitschrift und unweit davon säubert ein Ehepaar sein Auto.

Pflegedienst findet tote Seniorin

Wenige Stunden zuvor ist in der Ostenstraße, in der überwiegend ältere Menschen wohnen, eine 92 Jahre alte Frau auf offenbar grausame Weise zu Tode gekommen. Doch das hat sich noch nicht herumgesprochen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, fand die Mitarbeiterin eines Marktredwitzer Pflegedienstes die Seniorin leblos in deren Haus und informierte umgehend die Integrierte Leitstelle, deren Experten außer dem Notarzt auch die Polizei verständigten. Offenbar konnte ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden. Mehrere Ermittler des Hofer Kriminaldauerdienstes waren noch am Sonntagnachmittag vor Ort. Vor dem Haus mit den geschlossenen Rollläden standen mehrere zivile Polizeifahrzeuge. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken bestätigte die Ermittlungen, ob ein Tötungsdelikt vorliegt. Am Montag ergab die Obduktion, dass die alte Frau durch massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf gestorben ist. Die Frau, die vor rund drei Jahrzehnten zurück nach Marktredwitz in ihr Elternhaus zog, um hier ihren Lebensabend zu verbringen, wohnte seit Jahren allein. Zuletzt war sie auf die Hilfe des ambulanten Pflegedienstes angewiesen.

Auf seine Spur führte der mutmaßliche Täter die Polizei selbst. Gegen 22.30 Uhr wurde der irakische Staatsangehörige, der vor 17 Jahren in Deutschland geboren wurde, nicht weit vom Tatort entfernt festgenommen. Er hatte im Maiglöckchenweg randaliert, war schreiend und offensichtlich verwirrt in der Siedlung herumgelaufen. Die von Anwohnern verständigten Polizeibeamten sahen sofort, dass sich der Jugendliche in einem Ausnahmezustand befand. Zuvor hatte er an zwei Fahrzeugen die Heckscheibenwischer abgebrochen. Aufgrund seines Zustandes wurde der 17-Jährige in eine Klinik in der Oberpfalz gebracht. Er stand unter dem Einfluss von Drogen und Medikamenten und war leicht verletzt.

Vom Haus weggelaufen

Ein Anwohner sagte der Frankenpost, dass die Tür zu dem Siedlungshaus, in dem die 92-Jährige wohnte, beschädigt war. Die Kripo suchte Zeugen, die zwischen 22 und 0 Uhr am Samstag verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Tatsächlich hatte eine Frau gegen 22.20 Uhr gesehen, dass ein Mann vom Hauseingang der Seniorin weggelaufen war. Die Beschreibung traf auf den jugendlichen Randalierer zu, den die Polizei schon in Gewahrsam genommen hatte.

Der Tatverdacht gegen den 17-Jährigen erhärtete sich schnell. Beamte der Kriminalpolizei Weiden nahmen ihn auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof im Krankenhaus fest. Am Montag erging Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags.

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