Ab wann und wie lange ist die Strecke gesperrt?
Die Deutsche Bahn kündigt in einer Pressemitteilung die Sperrung der Strecke, zwischen Marktredwitz und Wiesau, ab Samstag, 21. September, an. Die Bauarbeiten sollen dann bis Donnerstag, 3. Oktober, andauern.
Warum wird die Strecke gesperrt?
Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten im und am Bahnhof Pechbrunn. Im genannten Zeitraum sollen unter anderem die Weichen umgebaut und der Gleisumbau weitestgehend fertiggestellt werden. Wie die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite informiert, verfügt der Bahnhof über zwei durchgehende Streckengleise, ein Überholgleis für Güterzüge und ein Ladegleis sowie ein dazwischenliegendes, kurzes Rangiergleis. In den 1990er Jahren wurden die Gleise zuletzt erneuert. Mehrere Weichen sowie die Gas-Weichenheizung stammen aus den späten 1970er Jahren. Aber nicht nur das: Die Deutsche Bahn baut auch die alten Signalanlagen zurück und nimmt das neue elektronische Stellwerk (ESTW) in Betrieb.
Warum müssen Weichen und Gleise erneuert werden?
Das hat nach Angaben der Deutschen Bahn mehrere Gründe. Zum einen die Geschwindigkeit. Normalerweise beträgt die Streckengeschwindigkeit für "konventionelle Fahrzeuge" 120 km/h. Triebwagen mit Neigetechnik könnten sogar mit 150 km/h fahren. In Pechbrunn sei dies allerdings nicht möglich. Die Weichen würden "ungünstig im Boden liegen", sodass die Geschwindigkeit bei einem Gleiswechsel auf 60 km/h verringert werden muss. Der Bremsvorgang führe zu hohem Verschleiß und einer entsprechenden Geräuschentwicklung. Generell hätten Gleise und Weichen "das Ende ihrer Lebensdauer erreicht". Für die Weichenheizung gebe es zudem keine Ersatzteile mehr. Derzeit wird die Weichenheizung mit Gas betrieben; laut einer früheren Mitteilung erfolgt der Umbau auf eine elektronische Heizungsanlage.
Gibt es im genannten Zeitraum einen Schienenersatzverkehr?
Ja, informiert die Bahn in einer Pressemitteilung. Während der Bauarbeiten werden Busse eingesetzt. Diese verkehren zwischen den Bahnhöfen Marktredwitz und Wiesau. Das Unternehmen bittet darum, sich tagesaktuell über die Abfahrtszeiten der Züge und des Ersatzverkehrs zu informieren.
Befindet man sich im Zeitplan?
Die Arbeiten rund um das elektronische Stellwerk liegen laut Angaben der Bahn "voll im Plan". Die Gleise 3 und 4 sowie eine Weiche seien bereits erneuert. Ebenso seien die nächtlichen Kabeltiefbauarbeiten abgeschlossen und die ersten neuen Signale aufgestellt. Auch sei die Ausrüstung des Stellwerks fertiggestellt.
Warum wurde ein neues Stellwerkgebäude gebaut?
Hintergrund ist auch hier eine veraltete, störanfällige Technik, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Das Relaisstellwerk stammt aus dem Jahr 1956. Mit dieser Technik können nur wenige Signale gesteuert werden. Zum Beispiel können Zugfahrten nicht in allen Gleisen in beiden Fahrtrichtungen signalisiert werden. Bei Bauarbeiten oder Störungen können Züge nicht über das Gegengleis in die Nachbarbahnhöfe fahren.
Ein weiteres Problem trete auf, wenn ein Güterzug von einem Personenzug überholt werden soll. Aktuell muss der Güterzug am Hauptgleis warten, während der Personenzug über das bahnsteiglose Überholgleis vorbeifährt – der Halt in Pechbrunn entfällt. Mit dem Bau des Modulgebäudes wurde bereits 2023 begonnen. Im Februar dieses Jahres waren die Arbeiten abgeschlossen.
Gibt es einen Zusammenhang zur Streckenelektrifizierung?
Ja, informiert die Bahn. Bei der Erneuerung des Überholgleises werden die Gleise begradigt. Zudem wird der Gleisabstand zum Nachbargleis erhöht. So entstehe Platz für die Nachrüstung von Oberleitungsmasten und Lärmschutzwänden.
Haben die Bauarbeiten Auswirkungen auf andere Strecken?
Ja, allerdings nur am 2. und 3. Oktober. Durch die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks in Pechbrunn muss die Software am Bahnhof Marktredwitz angepasst werden. Hier kommt es zu einer Betriebsunterbrechung. Das habe Auswirkungen auf den Bahnbetrieb der Strecken Eger–Marktredwitz–Kirchenlaibach und Oberkotzau–Marktredwitz–Wiesau.
Wie viel kostet der Umbau?
Der Bund und die Bahn investieren den Angaben zufolge für die Erneuerung der Stellwerkstechnik und der Gleisanlagen in Pechbrunn rund 20 Millionen Euro. Durch die Erneuerung soll die Störanfälligkeit verringert und die Flexibilität erhöht werden. Ziel sei ein zuverlässiger und pünktlicher Bahnbetrieb zwischen Hof und Regensburg.
Bahnstrecke Marktredwitz–Weiden–Schwandorf
- Erbaut: Abschnittsweise zwischen den 1860er und 1870er Jahren.
- 1. Ausbau: zu Beginn des 20. Jahrhunderts, durchgehend zweigleisig, Bau von mechanischen Stellwerken, erste technische Sicherungsmaßnahmen.
- Deutsche Teilung: Bahnstrecke verlor an Bedeutung, weitere Ausbau- und Erneuerungsmaßnahmen blieben aus.
- Pechbrunn: Zwischen 1950er und 1960er Jahren Erneuerung der Stellwerkstechnik mit Relaisstellwerk der Bauart "Dr S2"; Erneuerung der Gleise in den 1990er Jahren, Bahnsteige wurden 1997 barrierefrei neu gebaut.
Quelle: Deutsche Bahn


















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