05.09.2018 - 15:41 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Bald Abbruch des Nordflügels

Die Pläne zur Sanierung der Glasschleif stoßen auf Zustimmung und Unterstützung. Und auch die Neugestaltung des Kirchparks interessiert Dr. Susanne Fischer vom Landesamt für Denkmalpflege.

Stellvertretender Referatsleiter Dr. Robert Pick (Landesamt für Denkmalpflege), Bauoberrat Stefan Büttner (Bauamtsleiter), LfD-Abteilungsleiterin Dr. Susanne Fischer, Referatsleiterin Dr. Annette Faber (Landesamt für Denkmalpflege), Gebietsreferentin Dr. Kathrin Gentner (Landesamt für Denkmalpflege) und Maria-Magdalena Stöckert (Sachgebietsleiterin Hochbau) vor der Glasschleif.
von Externer BeitragProfil

Die neue Abteilungsleiterin für Bau- und Kunstdenkmäler informierte sich mit weiteren Teilnehmern aus den Reihen des Landesamtes für Denkmalpflege in Marktredwitz. Aus Sicht der Denkmalpflege und der Stadtentwicklung ist die nördliche Innenstadt als Schul- und Kulturachse sehr bedeutend – mit der Stadthalle, dem Kirchpark als ehemaligem Friedhof sowie der Glasschleif, deren Sanierung nun gesichert ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Marktredwitz. Die Glasschleif, mit rund 50.000 Kubikmetern umbautem Raum, ist für die Planer eine große Herausforderung. Erstes Ziel ist eine temperierte Veranstaltungshalle für eine Nutzung im Sommerhalbjahr.

Schwerpunkte der Planung sind zunächst die Sicherung des Gebäudes – das heißt die Sanierung der Dachhaut, der Fassade, der Fenster sowie die Herstellung der Flucht- und Rettungswege, um das Gebäude überhaupt nutzbar zu machen. Die Ausschreibung zur Räumung und zum Abbruch des Nordflügels wird aktuell vorbereitet. Die ersten Bauarbeiten an der Glasschleif werden noch in diesem Jahr umgesetzt, informiert die Stadtverwaltung.

Die Denkmallandschaft in Marktredwitz werde auch durch die Funktion der Stadt als Industriestandort geprägt. Die über 140 Denkmäler würden in die aktuellen Stadtentwicklungsprojekte bestmöglich einbezogen. Bestes Beispiel hierfür sei das Benker-Areal – ein ehemaliger denkmalgeschützter Industriestandort. Auf drei Hektar entsteht hier ein neues Stadtviertel in bester Innenstadtlage, "die neue und alte Architektur treten harmonisch in Dialog". Die Geschichte des Standortes bleibe erkennbar, obwohl in enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ein Großteil alter Baukubatur abgerissen wurde, um die bedeutendsten Denkmäler freizustellen.

Zum 25. Jubiläum des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, steht der Kirchpark, der sich in der Denkmalliste als „Alter Gottesacker“ findet, im Vordergrund. Die aktuellen Maßnahmen im Kirchpark wurden seitens des Landesamtes ausdrücklich begrüßt, informiert die Stadt.

Insbesondere das Herzstück, der generationenübergreifende Inklusionsspielplatz, weckte das Interesse von Dr. Fischer. Ein erlebbares Gartendenkmal mitten in der Stadt, dessen Ursprung dokumentiert und zukunftsorientiert umgestaltet wird, sehen die Fachleute als absoluten Gewinn für eine sich positiv entwickelnde Stadt.

Am kommenden Sonntag eröffnet Oberbürgermeister Oliver Weigel um 11 Uhr im Kirchpark den Tag des offenen Denkmals. Im Anschluss folgt eine interessante Baustellenführung durch Anne Plötz vom Landschaftsarchitekturbüro Schlichtiger, das die aktuelle Neugestaltung des Kirchparks geplant hat. Die Führung ermöglicht den Besuchern erste Einblicke in den neu gestalteten Park, der ja aktuell noch mit einem Bauzaun verschlossenen ist. Beim Rundgang wird man beispielsweise auch erfahren, was es mit der zunächst nur grob vormodellierten Tierskulptur auf sich hat. Eine weitere Führung findet dann um 14 Uhr statt.

Im Martin-Schalling-Haus können sich die Besucher an Schautafeln über die Geschichte des alten Gottesackers informieren. Für Verpflegung sorgt der Imbisswagen „Mama Lucas“ der evangelischen Kirchengemeinde.

Am Sonntag wird man erfahren, was es mit der zunächst nur grob vormodellierten Tierskulptur auf sich hat.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp