Am Montag wies das Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 331 für den Landkreis Wunsiedel aus. Der Wert von 300 wird seit Tagen überschritten, auch bundesweit bewegen sich die Infektionszahlen auf hohem Niveau. "Vor diesem Hintergrund rechnet das Klinikum Fichtelgebirge damit, dass die Zahl der Patienten, die an Covid-19 erkranken und stationär behandelt werden müssen, weiterhin steigt", heißt es in einer Pressemitteilung. "Schon jetzt werden im Klinikum Fichtelgebirge mehr Covid-Patienten betreut als in den Hochphasen der ersten Welle. Das Klinikum appelliert daher eindringlich an die Bevölkerung, sich an die geltenden Hygieneregeln zu halten und Kontakte zu meiden."
Die Zahlen steigen vor allem auch auf den normalen Stationen. Am Freitag wurden am Klinikum Fichtelgebirge - vorwiegend im Haus in Selb - 71 Patientinnen und Patienten stationär behandelt, die an Corona erkrankt sind. Davon mussten acht auf den Intensivstationen versorgt werden, zwei Patienten werden beatmet. "Stand heute haben wir vier Patienten auf der Intensivstation, davon wird ein Patient beatmet", teilt Klinikumssprecherin Peggy Kuniss-Pfeiffer am Montag auf Anfrage mit.
Ärzte, Pflegekräfte und Geschäftsführung beobachten die aktuelle Entwicklung mit Sorge. „Derzeit müssen wir mit weiter steigenden Fallzahlen rechnen“, sagt Alexander Meyer, Geschäftsführer am Klinikum Fichtelgebirge. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jetzt schon unermüdlich im Einsatz und leisten großartige Arbeit. Aktuell haben wir auch durch Quarantäne und Krankheitsfälle beim Personal immer wieder Ausfälle.“
Der Ärztliche Direktor, Dr. Philipp Koehl, beschreibt die Situation insgesamt als „angespannt“. „Im Gegensatz zur ersten Welle sind Masken, Handschuhe oder Schutzkittel derzeit in ausreichender Menge vorhanden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden umfassend mit Schutzmaterial ausgestattet. Am Klinikum gilt generell eine Maskenpflicht, sobald Mitarbeiter und Patienten das Gelände betreten“, erklärt Dr. Philipp Koehl. Jeder Patient werde bei Aufnahme mit einem Schnelltest getestet, zusätzlich werde ein PCR-Test durchgeführt. Bis das Ergebnis vorliegt, blieben diese Patienten auf einer eigens eingerichteten Screening-Station und seien von negativ Getesteten getrennt.
"Auch am Klinikum Fichtelgebirge setzen wir große Hoffnung auf die Impfung zur Überwindung der Corona-Pandemie."
„Das Besuchsrecht haben wir leider weiter eingrenzen müssen. Derzeit können wir nur eine Begleitung von werdenden Müttern ermöglichen sowie den Besuch von Palliativpatienten“, erklärt Geschäftsführer Meyer. Am Klinikum Fichtelgebirge komme ein umfangreiches Hygienekonzept zum Einsatz. Wer Covid-19-Patienten betreue, trage Schutzkleidung und FFP2-Masken. "Bei Untersuchungen, die eine erhöhte Aerosolbelastung für das Personal mit sich bringen, müssen eine FFP3-Maske und ein Gesichtsschild getragen werden. Das ist zum Beispiel bei einer Lungenspiegelung der Fall."
Mitarbeiter, die im Dienst Symptome entwickeln, würden jederzeit im Klinikum getestet. Zudem könnten sich alle Beschäftigten bei Bedarf einem PCR-Test unterziehen. "Derzeit läuft eine verpflichtende Reihenuntersuchung für alle Mitarbeiter", teilt das Klinikum mit. Alle Hygieneregeln würden konstant durch eine hauseigene Abteilung überwacht. Auf allen Stationen gebe es regelmäßig geschulte Hygienefachkräfte.
"Auch am Klinikum Fichtelgebirge setzen wir große Hoffnung auf die Impfung zur Überwindung der Corona-Pandemie", wird Ärztlicher Direktor Koehl zitiert. Am Dienstag vergangener Woche habe man mit den Impfungen begonnen. "Die Schutzimpfungen der Hersteller Biontech und Pfizer erhalten alle Mitarbeiter, die es möchten. Bisher haben wir 92 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geimpft." Oberste Priorität hätten alle Berufsgruppen aus den Notaufnahmen, der Anästhesie und den Corona-Stationen.
















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