Marktredwitz
04.09.2019 - 14:47 Uhr

Mit viel Gefühl in den Wettbewerb

Die deutsche Schneepflug-Meisterschaft steigt am 7. September in Hessen. Am Start sind auch zwei Fahrer des Marktredwitzer Bauhofs. Schwieweck und Hahn setzen auf Sieg.

Harald Schieweck (oben auf dem Schneepflug) und Dominic Hahn (links) wollen bei der deutschen Meisterschaft in Hessen den Sieg mit Präzisionsarbeit holen. Bauhofleiter Roland Sommer ist sicher, dass seine Jungs das schaffen. Bild: Biczysko/fph
Harald Schieweck (oben auf dem Schneepflug) und Dominic Hahn (links) wollen bei der deutschen Meisterschaft in Hessen den Sieg mit Präzisionsarbeit holen. Bauhofleiter Roland Sommer ist sicher, dass seine Jungs das schaffen.

Auch wenn der Winter glücklicherweise noch in weiter Ferne liegt, werden in Kürze Marktredwitzer Schneepflug-Fahrer ausrücken. Nach der ersten nordbayerischen Schneepflug-Meisterschaft, mit der der Bauhof im vergangenen Jahr weit über tausend Besucher in die Große Kreisstadt gelockt hatte, geht das Rennen um einen Titel jetzt in die nächste Runde. "Wir fahren zur deutschen Meisterschaft", kündigt Bauhofleiter Roland Sommer nicht ohne Stolz an. "Als amtierender nordbayerischer Meister sind wir gesetzt", strahlt der Chef der Schneepflug-Fahrer. Am 7. September geht das Marktredwitzer Team zusammen mit weiteren 31 Mannschaften aus neun Bundesländern in Gudensberg bei Kassel an den Start.

Die Ehre der Fichtelgebirgler wollen Harald Schieweck und Dominic Hahn verteidigen. Der 55-jährige Schwieweck sitzt seit 30 Jahren auf dem Bock und rangiert den Schneepflug mit höchster Präzision durch schmale Straßen und vorbei an Hindernissen. Kollege Hahn ist 34 Jahre alt und hat erst eine Schneepflug-Saison hinter sich. "Man hat mich quasi ins kalte Wasser geschmissen", meint er augenzwinkernd. Denn der Mann, der Schieweck zur Meisterehre verholfen hatte, ist bei der deutschen Meisterschaft im Urlaub. "Das ist schon eine Herausforderung", weiß der alte Hase Schieweck. "Aber wir sind motiviert, den Sieg zu holen", sagt der 55-Jährige.

Anfeuern

Auch Chef Roland Sommer glaubt an seine Männer. "Die schaffen das. Und wir werden sie anfeuern." Neben den beiden Fahrern - Dominic Hahn weist als Beifahrer ein - und Sommer sind noch drei weitere Begleiter mit von der Partie, wenn es zur "Deutschen" nach Hessen geht. Sommer muss sich in seiner Rolle allerdings zurückhalten, denn er ist in die Jury berufen worden. "Am Tag vor dem Wettbewerb werden die Teilnehmer ins Fahrzeug eingewiesen, denn es muss ein neutrales sein", erläutert Bauhof-Chef Sommer. Ehe es am 7. September ums Ganze geht, können die Teilnehmer noch trainieren. Denn ganz einfach wird es sicherlich nicht werden, wie Harald Schwieweck und Dominic Hahn anhand eines Plans für die Schneepflug-Meisterschaft demonstrieren.

Mit der mächtigen Schaufel des Schneepflugs muss Schieweck Leitkegel, eine Tonne und Reifenstapel verschieben. Bei der Fahrt über eine Rampe müssen gleichzeitig Pyramiden-Teile verschoben werden. Absolute Präzisionsarbeit ist auch beim Absetzen des Pflugs auf einer Linie gefragt. Nicht minder kompliziert wird es, wenn Harald Schieweck seinen Unimog rückwärts durch eine Tonnen-Gasse rangieren muss. Und dann steht noch eine Slalomfahrt durch Leitkegel an. Bei Fehlern werden Strafsekunden aufgerechnet, denn der Parcours muss nicht nur präzise, sondern auch in flottem Tempo absolviert werden.

Wie jeden Winter

"Viel Gefühl und Millimeter-Arbeit sind bei dem Wettbewerb gefragt", verdeutlicht Roland Sommer. "Eigentlich ist die Situation so, wie sie sich unseren Mitarbeitern jeden Winter darstellt: Zugeparkte, enge Fahrgassen und Hindernisse." Das sei nicht nur harte physische, sondern auch geistig schwere Arbeit. Die deutsche Meisterschaft in Hessen sei bereits die zweite. "Nur mit dem Unterschied, dass die erste intern ohne Publikum ausgetragen wurde. Der Vorreiter mit vielen Besuchern waren wir", freut sich Sommer, dass die Kollegen diesen Ball aufgreifen. Und dieser Ball kommt jetzt auch ins Rollen, denn mit der deutschen Meisterschaft ist nicht Schluss. "Die drei besten Teams beim Wettbewerb in Gudensberg qualifizieren sich für die Europameisterschaft, die im Oktober 2020 in Österreich ausgetragen wird", freut sich der Bauhof-Leiter und ist überzeugt davon, "dass unsere Jungs mit an den Start gehen". Österreich ist amtierender Europameister. "Den Titel holen wir uns", schiebt Sommer siegessicher hinterher. In Kanada sei obendrein eine Weltmeisterschaft angedacht.

 
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