Jetzt heißt es „Daumen drücken“: Nach jahrelanger Sanierung könnte der „Goldene Löwe“ im Marktredwitzer Ortsteil Dörflas im Mai öffnen. Die Besitzer Krystina und Reinhard Stegert, die das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1609 restaurieren ließen, haben einen Pächter gefunden, dem sie ihr Schmuckstück anvertrauen würden.
„Wir stehen kurz vor dem Vertragsabschluss “, erklärt Reinhard Stegert. Wer der Wirt ist, der das riesige Lokal mit acht Gaststuben und Biergarten in wenigen Wochen übernehmen soll, möchte der Hausbesitzer noch nicht verraten – nur so viel: Der Pächter wolle deutsche und bayerische Gerichte anbieten, „die zu der Tradition des Hauses passen“.
Über reichlich Erfahrung verfüge der Wunsch-Pächter selbstverständlich auch. „Einen anderen würde ich nicht nehmen“, macht Stegert klar. Das Prachtstück brauche einen erfahrenen Wirt mit guten Gastronomie-Kenntnissen, findet der Besitzer. Jemand anderem will Stegert das von den Wohnungen bis hin zu dem großen Küchenkomplex sanierte Gasthaus nicht anvertrauen. Inzwischen sei das denkmalgeschützte Gebäude mit modernstem Standard fast bezugsfertig, nur ein bisschen Feinschliff fehle noch.
Coronabedingt hagelte es in den vergangenen Wochen Absagen: Handwerker mussten ebenso passen wie Bewerber. Zudem gab es auch immer wieder Interessenten, die der Hausbesitzer nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat, weil ihnen das nötige Know-how gefehlt habe. Stegerts Devise: Lieber die in neuem Glanz erstrahlende Gaststätte länger leerstehen lassen, bevor ein Flop gleich den Ruf des runderneuerten „Goldenen Löwens“ ruiniert.
Doch es gab in den vergangenen Monaten auch vielversprechende Bewerber. Manche hätte der Hausherr gerne unter Vertrag genommen, allerdings entschieden sie sich selbst anders. Deshalb traut Stegert seinem aktuellen Glück nicht ganz. Erst, wenn der Vertrag mit dem Pächter tatsächlich unterschrieben ist, atmet der „Löwen“-Besitzer richtig durch.
Von geplatzten Hoffnungen auf gute Gastronomen kann Andreas Nothhaft ebenfalls ein Lied singen. Der Marktredwitzer Brauerei-Junior-Chef sucht seit Längerem einen Wirt für den nur wenige Meter vom „Goldenen Löwen“ entfernten „Strand“ .
Aktuell gebe es mal wieder einen Interessenten für das Gasthaus neben der Brauerei Nothhaft in der Ottostraße, den die Inhaber-Familie gerne unter Vertrag nehmen würde. Allerdings mache der Wirt seine Zusage davon abhängig, ob es ihm gelinge, genug Mitarbeiter zu engagieren, berichtet Nothhaft.
Die Pandemie habe die Personal-Knappheit in der Branche weiter verschärft. „Wenn ein Wirtshaus nicht als Familienbetrieb läuft, ist es wirklich schwierig“, sagt Nothhaft. Finde der Bewerber genug Mitarbeiter, wolle er den „Strand“ Ende April öffnen.
Auch hier heißt es „Daumen drücken“: Denn für das Lokal an der Kösseine interessierten sich in den vergangenen Monaten ebenfalls einige Gastronomen, auf die die Bierbrauer große Stücke hielten: Zum Beispiel eine in Marktredwitz bekannte Wirtsfamilie, die gute deutsche Küche im „Strand“ anbieten wollte und schon ein Konzept hatte. Doch dann überlegten es sich die Bewerber anders.
Nichts geworden ist zudem aus den Plänen einer Gastronomin, im „Strand“ ein griechisches Lokal zu eröffnen. Seitdem Laki und Sofia Joannidis im Mai nach 38 Jahren das „Rhodos“ zugesperrt hatten, gibt es in Marktredwitz kein griechisches Lokal mehr; auch das „Dimitra“ im Tennisheim ist seit Jahren geschlossen. Im ehemaligen „Rhodos“ an der Dammstraße bietet die Kette „Ganesha“ jetzt indisches Essen an.
Zerschlagen hat sich außerdem die Hoffnung, die Waldershofer Shooting-Stars Matthias und Verena Kastner für ein Restaurant in Marktredwitz gewinnen zu können. Die Alexander-Herrmann-Schüler, die mit ihrem Edel-Catering „Sunday Roast“ bekannt geworden sind, servieren künftig lieber in der Arzberger „Bergbräu“ ihre „Bayerische Küche mit innovativen Elementen“.
Dafür soll es ab 2023 eine spanische Tapas-Bar in dem neuen Quartier am Stadtpark geben. Esther Montero López, die sechs Lokale in Galicien und Asturien führt, will das Restaurant in ihrer Geburtsstadt Marktredwitz eröffnen.
„Wenn ein Wirtshaus nicht als Familienbetrieb läuft, ist es wirklich schwierig.“





















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.