Update 27.11.2020 - 17:06 Uhr
Massenricht bei HirschauOberpfalz

Josef Luber aus Massenricht baut edle "Luber-Harfen"

Advent, die „staade Zeit“ genannt, wird heuer wirklich stiller werden als sonst. Das Leben wird sich überwiegend in den eigenen vier Wänden abspielen. Vielleicht sogar mit Hausmusik? Ein Angebot dazu kommt aus Massenricht.

von Helga KammProfil

Josef Luber hat sich mit 14 Jahren das Notenlesen beigebracht, wenig später das Spiel auf der Klarinette. Hinzu kamen im Lauf der Jahre Trompete und Gitarre, nur ein Instrument erlernte er nie: die Zither. Und gerade sie ist es, die ihn herangeführt hat an eine Leidenschaft, die ihn seit 20 Jahren beschäftigt: der Instrumentenbau. Der Ruheständler hat eine vielseitige Tischharfe konstruiert, die, anders als die Veeh-Harfe, nicht nur nach Spielvorlagen, sondern auch nach Noten gespielt werden kann.

Das können Luber-Harfen

Die Veeh-Harfe hat gewiss ihre Berechtigung“, versichert Josef Luber, „sie macht vielen Menschen Freude.“ Sein Gedanke damals aber war: „Da müsste man doch mehr draus machen können.“ Und er fing an zu tüfteln. Mit Können, Kreativität und handwerklichem Geschick baute er in seiner Keller-Werkstatt in Massenricht bei Hirschau eine andere Tischharfe, die inzwischen rechtlich geschützte „Luber-Harfe“.

Den Anstoß gab Tochter Sandra, die als kleines Mädchen eine Zither haben wollte und auch bekam. „Andere Zithern musste ich dann ab und zu reparieren, habe sie zerlegt und wieder zusammengebaut“, begründet Luber sein zunehmendes Interesse am Instrumentenbau.

Familie unterstützt ihn

Aus gesundheitlichen Gründen war es ihm zudem nicht mehr möglich, Klarinette oder Trompete zu spielen, aber: „Ein Instrument zu bauen, das macht auch sehr viel Freude.“ Seine Familie, die drei sehr musikalischen Töchter und die Ehefrau haben ihn dabei unterstützt. Irmgard Luber ist die Einzige in der Familie, die kein Instrument spielt, „aber sie hat immer alles mitgemacht, war unsere meist positive Kritikerin“, sagt ihr Mann.

Die Luber-Harfe, die Josef Luber baut, unterscheidet sich wesentlich von einer Veeh-Harfe. Sie bildet über ihre 16 farbigen Nylon-Saiten eine Notenzeile ab, so dass Noten leicht auf das Instrument zu übertragen sind. Die Luber-Harfe ist aber auch geeignet für Spieler, die ohne Notenkenntnisse nur Spielvorlagen benützen. Ein intensives Klangerlebnis bieten nicht nur die Nylonsaiten, sondern auch die Schalllöcher, die Luber, das ist ebenfalls neu, zum Publikum hin ausgerichtet hat.

Mit Öl und Wachs behandelt

Luber behandelt die Oberfläche der Harfe mit Öl und Wachs. „Das verleiht dem Instrument einen warmen, weichen Klang und ein angenehmes Gefühl für die Finger“, erklärt er. Über Jahre hinweg hat Josef Luber die Tischharfe weiterentwickelt und perfektioniert. Was sich bisher in der Kellerwerkstatt mehr oder weniger verborgen abgespielt hat, soll nun öffentlich gemacht werden und Erfolg bringen. Unter www.Luber-Harfe.de werden die Instrumente im Internet angeboten.

Wichtig ist dem bescheidenen Konstrukteur der Tischharfe, dass sich Menschen mit diesem Instrument weiterentwickeln, zum Beispiel Tonleiter und Tonarten lernen und sich den Wunsch nach eigenem Musizieren erfüllen können. „Auch für die musikalische Früherziehung von Kindern ab vier, fünf Jahren ist das Instrument geeignet und kann ein prägender Zugang zur Musik sein“, ist Luber überzeugt.

Robert Vogel ist ein anderer Instrumenten-Tüftler aus der Region, er hat das Vogelhorn entwickelt

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