16.07.2020 - 14:24 Uhr
Maxhütte-HaidhofOberpfalz

Flugzeugabsturz bei Maxhütte: Strafbefehl gegen Pilot

Zwei Schwerverletzte, ein Flugzeug in Trümmern: Für die Staatsanwaltschaft steht nun fest, wer die Schuld an dem Absturz vom 31. März 2019 bei Maxhütte-Haidhof trägt. Auf einen Strafbefehl gegen den Piloten folgt nun aber ein Einspruch.

Die Staatsanwaltschaft hat einen Strafbefehl gegen den 50-Jährigen Piloten beantragt, der zusammen mit einem 62-Jährigen am 31. März bei Maxhütte-Haidhof in einem Doppeldecker abgestürzt ist. Der ältere der beiden war dabei schwer verletzt worden.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Ein mit zwei Personen besetzter Doppeldecker vom Typ "Comet" war am 31. März 2019 in einem Waldstück bei Maxhütte-Haidhof abgestürzt und völlig ausgebrannt. Rettungskräfte kümmerten sich um die beiden Verletzten, einen 50-Jährigen aus dem südlichen Landkreis und einen 62-Jährigen aus Regensburg. Letzterer war lange Zeit in kritischem Zustand und konnte erst Wochen nach dem Unfall vernommen werden. Deshalb war auch lange nicht klar, wer in dem Kleinflugzeug am Steuerknüppel saß: der 62-Jährige Fluglehrer oder sein ehemaliger Flugschüler, dessen Ausbildung zu diesem Zeitpunkt wohl abgeschlossen war.

Inzwischen ist die Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis gekommen, dass der 50-jährige Pilot für den Absturz verantwortlich war. Gegen ihn wurde im Juni Strafbefehl beantragt wegen fahrlässiger Gefährdung des Luftverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung. Wie Amtsgerichtsdirektorin Petra Froschauer mitteilt, ist es aber noch nicht zu einer Vollstreckung gekommen. Gegen den Strafbefehl wurde Einspruch eingelegt. Damit werde es wohl zu einer Verhandlung vor dem Amtsgericht Schwandorf kommen.

Hintergrund:

Maxhütte-Haidhof

Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft in Amberg: "Der Pilot ist zu tief geflogen, dadurch kam es zu einem Strömungsabriss, und er konnte das Flugzeug dann nicht mehr abfangen", so Pressesprecher Stefan Täschner. Nach den bisherigen Ermittlungen habe es sich dabei auch nicht um eine Flugstunde gehandelt. Laut Täschner werde hier ein durchaus "grober Verstoß" geahndet. "Das ist so ähnlich, wie wenn jemand beim Autofahren den Mindestabstand nicht einhält und es dadurch zu einem Unfall kommt", so der Vergleich des Oberstaatsanwalts.

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