02.04.2019 - 15:40 Uhr
Maxhütte-HaidhofOberpfalz

Flugzeugabsturz: Zustand eines Verletzten weiter kritisch

Der 50-jährige Pilot, der beim Absturz eines Doppeldeckers am Sonntag verletzt wurde, konnte die Klinik verlassen. Der Gesundheitszustand des zweiten Insassen der "Comet" ist kritisch.

Ein Doppeldecker dieses Typs, eine Comet, stürzte am Sonntag nachmittag bei Maxhütte-Haidhof ab.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der 50-jährige Pilot, der am Sonntag beim Absturz eines Doppeldeckers bei Maxhütte-Haidhof verletzt wurde, konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen. Der Gesundheitszustand des zweiten Insassen, eines 62-Jährigen aus dem Landkreis Regensburg, sei dagegen weiter kritisch, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Dietmar Winterberg, gegenüber der Redaktion. Ob der 50-Jährige Aussagen zu dem Vorfall gemacht hat, ließ Winterberg offen.

Das Ultraleichtflugzeug vom Typ "Comet" war seit kurzem auf dem Flugplatz Weiden/Latsch stationiert und startete am Sonntag auch von dort. Das bestätigte der Pressesprecher im Weidener Rathaus, Alexander Grundler. Die weitere Flugroute ist nach wie vor unklar. Ein Flugschreiber war nicht an Bord. Die Polizei geht davon aus, dass der Doppeldecker in Bruck oder Oberhub (Markt Regenstauf) zwischengelandet ist und sich dann wieder auf den Weg machte. Gegen 16.15 Uhr stürzte die Maschine in ein Waldstück bei Birkenzell (Stadt Maxhütte-Haidhof) und brannte völlig aus.

Die am Weidener Flugplatz beheimateten Clubs verfügen nach Informationen der Redaktion über keine Maschine dieses Typs. Vieles spricht dafür, dass der Pilot das Flugzeug auf einem gemieteten Platz in einem der Hangars untergestellt hatte. Der 50-Jährige soll unbestätigten Informationen zufolge den Doppeldecker erst kürzlich gekauft haben.

Spekulationen aus Fliegerkreisen zufolge könnte es sich bei der Tour am Sonntag um einen Einweisungsflug gehandelt haben. Denn der 62-jährige Begleiter soll Fluglehrer sein. Wenn Piloten auf eine für sie neue Maschine umsteigen, sind sie verpflichtet, sich mit dem Fluggerät vertraut zu machen. Einweisungsflüge mit erfahrenen Piloten seien "gängiger Standard", sagte Jo Konrad, der Vorsitzende des Deutschen Ultraleichtflugverbands (DULV). Die Intensität einer Einweisung richtet sich nach der Erfahrung des Piloten. Konrad nimmt Autofahren als Beispiel: Wer sein Leben lang Trabant gefahren sei, könne nicht automatisch einen Formel-1-Wagen fahren. Die Bandbreite bei Ultraleichtflugzeugen sei ähnlich. Den Comet-Doppeldecker stufte er als "nicht besonders sportlich" ein.

Bei dem Unfall am Sonntag wurde das Rettungsgerät des Flugzeugs nicht ausgelöst. Mit diesem Fallschirm kann ein UL gegebenenfalls samt Insassen so sicher zu Boden schweben, dass schwere Verletzungen vermieden werden. Bei Fällen "schwerer Luftnot" sei das Gerät das Mittel der Wahl, sagte Konrad. Dabei spiele aber immer die Höhe und der Flugzustand eine Rolle.

Geklärt werden muss auch, wer letztlich verantwortlicher Mann am Steuerknüppel war: Wenn die Tour ab Weiden als Einweisungsflug deklariert war, wäre der Fluglehrer unter Umständen auch "Luftfahrzeugführer", wie es im Luftverkehrsgesetz heißt. "Wenn einer an Bord ist, der es besser kann, soll er es besser machen", fasste der DULV-Vorsitzende die Vorschrift zusammen. Im Verband sind etwa 6000 Mitglieder über Clubs oder Einzelmitgliedschaften organisiert. In Deutschland gebe es etwa 12 500 Piloten mit einer UL-Lizenz, sagte Konrad.

Zur Vorgeschichte

Maxhütte-Haidhof

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.