Neues Kreuz am Friedhofseingang in Mehlmeisel

Mehlmeisel
30.05.2023 - 09:43 Uhr

Anlässlich der Gemeinde-Mission wurde 1947 auf dem Friedhof in Mehlmeisel ein Kreuz aufgestellt. Das Material litt während der Jahrzehnte unter den Wetterbedingungen. Ein kurzer Blick auf die Geschichte dahinter.

Anlässlich der Gemeinde-Mission in der Pfarrei vom 6. bis 13. April 1947 war das große Holzkreuz am Eingang des Friedhofs aufgestellt worden. Die Daten sind auch im Steinsockel eingraviert. Im Laufe der Jahre verwitterte das Kreuz und wurde jetzt durch ein neues ersetzt. Die Schreinerei Jungnickl in Mehlmeisel lieferte nicht nur kostenlos das Material, sondern stellte auch ihre Arbeitsleistung kostenfrei zur Verfügung. Beim Aufstellen des Kreuzes haben viele Pfarrangehörige mitgeholfen.

"Vollkommener Nachlass"

Das Kreuz erinnert an die Gemeinde-Mission in früheren Jahren. Meist kamen Kapuziner-Patres, feierten mit den Gläubigen Gottesdienste, predigten für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder und nahmen die Beichte ab. Nach Recherchen des Kirchenpflegers Manfred Prechtl erlangte jeder beziehungsweise jede, der oder die beichtete, die Kommunion empfing, die Kirche besuchte und ein Gebet sprach, einen „vollkommenen Nachlass“. Auch ältere Kirchenbesucher berichteten dies.

Mehlmeisels Heimatforscher Josef Wiche bedauert, dass es in der Gemeinde keine Schriftstücke mehr aus der Zeit dieser Mission gibt, so dass man auf Erinnerungen älterer Mitbürger angewiesen ist. Zwar dominieren Berichte über Mission durch Kapuziner nach dem Zweiten Weltkrieg. Er selbst habe aber noch mit älteren Pfarrangehörigen gesprochen, die wussten, „dass vor und nach dem Zweiten Weltkrieg Pater der sogenannten Steyler Mission aus Tirschenreuth nach Mehlmeisel kamen, um Pfarrer Rusch, Pfarrer Groß und später auch Pfarrer Neumeier zu unterstützen". Ein gewisser "Pater Leihfuß" sei oft und gerne hier tätig gewesen, wenn „religiöse Woche“ war, das war zu Pfarrer Neumeiers Zeit. "Manchmal kamen drei Steyler Pater, dann war die ganze Bevölkerung zur Beichte aufgerufen“, weiß Wiche zu berichten.

Foto als Zeitzeugnis

Wiche besitzt in seiner Sammlung das Foto einer „Hl. Nachmission“ in Mehlmeisel vom Ostersonntag, 28. März, bis zum Donnerstag, 1. April 1948. Zu sehen sind darauf Kapuziner (Franziskaner), die ausdrücklich nur „Nachmission“ abhielten. Eventuell waren vorab, in der Fastenzeit, bereits Steyler Pater aus Tirschenreuth tätig gewesen, vermutet der Mehlmeiseler Heimatforscher.

Auch an dem auf dem Steinsockel eingravierten Zeitraum ist der Beginn der Mission an einem Ostersonntag, am 6. April 1947, abzulesen: Offenbar wurde das damalige Kreuz ebenfalls bei einer „Nachmission“ durch Kapuziner aufgestellt.

 
 

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