16.03.2020 - 17:11 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Der TSV Mehlmeisel schließt vorübergehend seine Pforten

Der TSV Mehlmeisel schließt vorübergehend seine Pforten

Die Sportgaststätte ist vorübergehend geschlossen.
von Autor SOJProfil

Aufgrund der aktuellen Entwicklung in Bezug auf das COVID-19-Virus (Coronavirus) sah sich der TSV Mehlmeisel am Freitag gezwungen, das gesamte Vereinsleben bis auf weiteres vorübergehend auszusetzen.

„Auch wir haben die Situation um das Coronavirus noch vor einigen Wochen als ungefährlich und unproblematisch eingeschätzt“, erklärt Vorstand Tuks. „Bei uns fand nach dem dynamischen Verlauf sowie aufgrund der Äußerungen der Bundes- und Landesregierung spätestens am Freitag ein rasches Umdenken statt, welches uns zum Handeln veranlasste“, sagt Tuks weiter.

Mit Handeln ist die sofortige und konsequente Schließung des Betriebes der Sportgaststätte „Turnhalle“ in Mehlmeisel gemeint. Neben dem Gaststättenbetrieb werden auch sämtliche Veranstaltungen und Sportangebote bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. „Der Verwaltungsrat ist für die Gesundheit unserer Mitglieder sowie unsere Gäste der Sportgaststätte verantwortlich. Wir fungieren gerne als Arbeitgeber, Freizeitgestalter und stellen unsere Räumlichkeiten für andere Vereine und Privatpersonen zur Verfügung. Aber wenn auch nur ein kleines Risiko für die Gesundheit anderer Personen durch das Betreiben unserer Angebote besteht, müssen wir Handeln“, erklärt der Vorsitzende.

Bei der Schließung handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, auch wenn bereits andere Stimmen im Ort laut wurden. „Aktuell wurde weder bei Vereinsmitglieder noch ortsansässigen Gästen das Coronavirus nachgewiesen. Mir ist auch kein Fall bekannt, bei denen der Verdacht auf eine Infektion bestünde. Wir wollen durch die Schließung lediglich unseren Beitrag dazu leisten, das Gesundheitssystem in Deutschland am Laufen zu halten und die Verbreitung des Virus einzudämmen“, stellt Tuks klar.

Wie lange das Vereinsleben ausgesetzt wird ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Auch die wirtschaftlichen Folgen für den Verein sind daher aktuell nicht abzuschätzen, obwohl diese bei den Überlegungen fast keine Rolle spielten. „Natürlich wurde bei der Entschlussfindung auch über die Umsatzeinbußen gesprochen, jedoch sehr kurz. Der Verein sieht sich durch eine vorübergehende Schließung nicht existenziell gefährdet. Letztendlich stand für alle Entscheidungsträger der Schutz der Gesundheit im Vordergrund, denn ohne Gesundheit ist alles andere nichts“, betont Kassier Florian Sandner.

Die Spartenleiter sowie die Gäste werden über den weiteren Verlauf auf dem Laufenden gehalten. „Eine Öffnung kann ebenso schnell erfolgen, wie die Schließung“, meint Tuks.

Eine Bitte, nicht nur an seine Vereinsmitglieder, hat der Vorsitzende TSV Mehlmeisel. „Ich habe nach wie vor das Gefühl, dass einige die aktuelle Lage ein wenig unterschätzen. Es mag richtig sein, dass das Coronavirus für 80 Prozent der Bevölkerung harmlos ist und eine Infizierung mild oder sogar symptomlos verläuft. Jedoch gelten vor allem ältere und geschwächte Personen als gefährdet und müssen mit schweren Verläufen bis hin zum Tod bei einer Infizierung rechnen. Normalerweise übernehmen im Leben die Eltern und Großeltern die Verantwortung für ihre Kinder und Enkelkinder. Jetzt ist es für die vermeintlich jüngeren Menschen an der Zeit, sich verantwortungsvoll und solidarisch gegenüber älteren Mitmenschen zu zeigen. Dies bedeutet, die Sozialkontakte vorübergehend auf das absolut Notwendigste zu begrenzen.“

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