02.04.2019 - 16:39 Uhr
Oberpfalz

Mehr Gelassenheit

Wer sich ständig maßlos aufregt, schadet sich und den anderen mehr, als ihm bewusst ist. Hören Sie auf damit, sagt die OWZ-Glücksexpertin. Sonst könnte es sein, dass Sie viele glückliche Momente in Ihrem Leben verpassen.

Gelassenheit kann man tatsächlich lernen.
von Autor EWAProfil

"Das darf doch nun wirklich nicht wahr sein!" "Geht's noch?!" "Ich glaube, ich spinne!" "Sind denn alle bekloppt geworden?" "Nein, das ist nicht egal! Ganz und gar nicht!" Haben Sie sich heute mal wieder so richtig aufgeregt? Über die Nachrichten, das verpatzte Fußballspiel, die Wahlprognosen, den Idioten im Auto vor ihnen, ihre besserwisserischen Kollegen, den arroganten Moderator im Fernsehen, das Wetter, die dummen Kommentare in den sozialen Netzwerken, die Politik im Speziellen und Allgemeinen oder den unfreundlichen Nachbarn? Dann sind Sie sicher nicht allein, denn das Aufregen scheint inzwischen ein wahrer Trend geworden sein.

Wir sind alle furchtbar aufgeregt. Immer und überall. Schließlich ist es ja unser gutes Recht, unsere Meinung zu sagen und uns aufzuregen. Oder etwa nicht? Glauben Sie tatsächlich, die Erregung ist ein Evolutionsfortschritt? Oder macht Sie nur ansatzweise glücklich und zufrieden? Ich befürchte, da muss ich Sie enttäuschen. Wer sich ständig maßlos aufregt, schadet sich und den anderen mehr, als er sich bewusst ist. Das Aufregen ist nicht nur schlecht für die Laune und die Gesundheit, sondern führt auch dazu, dass wir vor lauter Erregung ganz vergessen, wie es funktioniert, zwischen wichtigen und unwichtigen Dingen zu unterscheiden.

Und dazu, dass wir vergessen, dass es nicht nur extrem Schreckliches und extrem Hochgelobtes gibt, sondern eben auch ein ganz entspanntes Dazwischen. Ein Dazwischen, in dem wir uns so richtig wohlfühlen können, wenn wir es nur zulassen und endlich wieder gelassener werden. Doch was bedeutet Gelassenheit eigentlich? Die Antwort finden wir schon im Wort selbst: etwas ruhig betrachten und einfach lassen, wie es ist. Gemeint ist damit sicher nicht hoffnungsloser Fatalismus, sondern innere Ruhe oder Ausgeglichenheit. Sich weniger aufregen eben.

"Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind. Andere gibt es nun mal nicht", riet Ex-Bundeskanzler Konrad Adenauer. Auch im alten Rom wusste Marc Aurel bereits: "Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern, denn sie kümmert sich nicht darum." Und ein chinesisches Sprichwort sagt: "Nur in einem ruhigen Teich spiegeln sich die Sterne." Deswegen: Hören Sie auf, sich ständig aufzuregen. Sonst könnte es sein, dass Sie viele glückliche Momente in Ihrem Leben einfach verpassen.

Atmen Sie in aller Ruhe durch und denken Sie darüber nach, ob es in den meisten Situationen nicht einfach besser wäre, besonnener reagieren zu können. Konflikte mit Ihren Mitmenschen in Ruhe zu lösen, statt einfach nur aus der Haut zu fahren und sich gegenseitig zu beschimpfen. Gelassenheit kann man tatsächlich lernen. Dabei helfen nicht nur regelmäßige Atemübungen oder Meditation, sondern auch Aufenthalte in der Natur. Regen Sie sich aber nicht zu viel auf, wenn es beim Spaziergang anfängt zu regnen oder zu viel Müll am Wegesrand liegt. Dafür gibt es Regenjacken und Mülltüten. (ewa)

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