15.10.2019 - 14:59 Uhr
Oberpfalz

Mehr Morgenwonne

Stress ist oft der Grund, warum wir uns nachts unruhig im Bett wälzen. Auch wenn es zunächst schwer erscheint, können schon kleine Veränderungen wahre Wunder wirken, sagt die OWZ-Glücksexpertin.

Die wenigsten Menschen wachen morgens so gut gelaunt auf.
von Autor EWAProfil

"Ich bin so knallvergnügt erwacht, ich klatsche meine Hüften. Das Wasser lockt, die Seife lacht, es dürstet mich nach Lüften." Das Gedicht "Morgenwonne" von Joachim Ringelnatz lässt vermuten, wie sehr sein Verfasser das Aufstehen nach einer erholsamen Nacht genossen hat. Doch leider ist vielen von uns dieses Vergnügen nicht oder nur selten vergönnt. Rund 80 Prozent aller Deutschen leiden laut einer wissenschaftlichen Studie an Schlafstörungen.

Gehören Sie auch zu denen, die morgens nicht aus den Federn kommen, sich gerädert und den ganzen Tag müde fühlen? Schlafen Sie schlecht oder einfach zu wenig? Dann wird es Zeit, das zu ändern. Denn nicht nur unser Körper profitiert von ausreichend Schlaf, sondern auch unsere Psyche. Nicht umsonst sagt ein Sprichwort: "Kein größerer Segen als der Schlaf, er hält uns gesund und macht uns glücklich."

Hören Sie also auf damit, sich einzureden, dass ein paar Stunden Schlaf schon genügen. Wissenschaftliche Tests ergaben: Schlafen wir zehn Nächte am Stück nur etwa sechs Stunden, entsprechen unser Leistungs- und Reaktionsvermögen einem Zustand, als hätten wir rund ein Promille Alkohol im Blut. Seien Sie ehrlich, wollen wir tatsächlich unser Leben leicht benebelt, gereizt und neben der Spur verbringen? Ich denke nicht.

Machen wir also Schluss mit unserer Dauermüdigkeit - und tun so nicht nur etwas für unsere Gesundheit, sondern auch für unsere Laune. Schlaf ist nämlich alles andere als Zeitverschwendung. "Schlafen kann ich auch noch, wenn ich tot bin", sagen Sie nun vielleicht. Sicher ist aber: Wenn Sie nicht schlafen, haben Sie auch keine Freude mehr am Leben. Und glücklich werden Sie so sicherlich nicht. Von einer Morgenwonne á la Ringelnatz können Sie dann nur träumen.

Tatsächlich ist Stress oft der Grund, warum wir uns nachts unruhig in den Laken wälzen. Auch wenn es zunächst schwer erscheint, diesen Stress zu reduzieren, können schon kleine Veränderungen wahre Wunder wirken. Der erste Schritt: eine klare Grenze zwischen Arbeit und Privatleben zu ziehen. Schalten Sie nach Feierabend bewusst in den Entspannungsmodus.

Tun Sie etwas, was Ihnen Freude macht, entspannen Sie mit Yoga oder Pilates, machen Sie einen Abendspaziergang oder nehmen Sie ein duftendes Schaumbad. Rituale helfen, sich mental auf den Schlaf vorzubereiten. Natürlich spielt auch genügend Bewegung und die richtige Ernährung eine Rolle. Alkohol und Zigaretten sollten Sie ebenfalls vermeiden, wenn Sie am nächsten Morgen ausgeruht aufwachen wollen.

Und verbannen Sie ebenfalls Fernseher, Radio und Tablet aus dem Schlafzimmer. Diese Geräte haben da nun wirklich nichts verloren und stören nur die Nachtruhe. Glauben Sie mir, nichts fördert das Glück so sehr wie guter Schlaf. Und wer wünscht sich nicht, den Tag mit so einer Morgenwonne zu beginnen wie Ringelnatz: "Aus meiner tiefsten Seele zieht mit Nasenflügelbeben ein ungeheurer Appetit nach Frühstück und nach Leben."

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