28.02.2019 - 12:31 Uhr
Oberpfalz

Mehr Tagträume zulassen

Zerstreutheit kann ein faszinierender und produktiver Bewusstseinszustand sein. Gönnen Sie sich regelmäßig Auszeiten für Tagträume, schalten Sie ab, genießen Sie Ihre freie Zeit, ohne sich unter Druck zu setzen, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Lassen Sie Ihre Gedanken schweifen, so eröffnen sich oft auch neue Horizonte.
von Autor EWAProfil

Haben Sie in den vergangenen Stunden nicht wirklich etwas zustande gebracht? Sie sind nur gänzlich unproduktiv herumgesessen, haben zerstreut in den Tag hineingelebt und gedankenverloren die Zeit verträumt? Perfekt. Sie haben alles richtig gemacht. Ja, da haben Sie jetzt schon richtig gelesen. Denn Konzentration wird oft überschätzt - und Zerstreutheit kann ein faszinierender und produktiver Bewusstseinszustand sein. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen, die Gedanken schweifen ab, treiben davon. "Sie, die bei Tage träumen, haben Kenntnis von manchen Dingen, welche denen entgehen, die nur bei Nacht zu träumen pflegen." Was Edgar Allen Poe schon im 19. Jahrhundert wusste, belegen inzwischen auch wissenschaftliche Studien.

Der britische Psychologe Jonathan Smallwood erforschte das Reich der Tagträume. Seine Erkenntnis: Knapp der Hälfte der Zeit sind wir in Gedanken irgendwo anders - nur nicht bei der Sache. Das hat vor allem zwei Gründe: Unterforderung und Überforderung. Zum einen aktivieren Routinetätigkeiten, über die wir nicht mehr lange nachdenken müssen, den Tagtraum-Modus. Zum anderen gehen die Gedanken dann auf Wanderschaft, wenn wir uns nicht mehr konzentrieren können und dringend Entspannung brauchen. Zerstreuung ist also zum einen oft einfach nötige Erholung - und kann außerdem unsere mentale Leistungsfähigkeit steigern. Studien zeigen: Tagträume und das Sich-Abkoppeln aus der realen Umgebung sind notwendig für neue Ideen und kreative Einfälle.

Es gibt also überhaupt keinen Grund sich zu ärgern, wenn Sie sich wieder einmal von der Arbeit haben ablenken lassen. Denn unsere Fähigkeit zur Konzentration ist nun einmal begrenzt. Meistens gilt sogar: Wer weniger arbeitet, ist produktiver. Gönnen Sie sich regelmäßig Auszeiten für Tagträume, schalten Sie ab, genießen Sie Ihre freie Zeit, ohne sich unter Druck zu setzen. Bleiben Sie in Bewegung, denn gerade beim Spazierengehen oder Radfahren gehen unsere Gedanken oftmals auf Wanderschaft - und es eröffnen sich plötzlich ganz neue Horizonte. Am besten funktioniert das laut Wissenschaftlern in der Natur - doch auch ein gedankenverlorenes Flanieren in der Stadt kann inspirierend wirken.

Dösen Sie auch mal ein. Erwiesen ist: Schon ein Nickerchen von zehn Minuten beflügelt den Geist. Daddeln Sie zwischendurch außerdem ruhig mal am Computer. Denn auch digitale Spiele können wertvolle Zerstreuungsmaschinen sein, sie trainieren laut Wissenschaftlern die Koordinationsfähigkeit und fördern die kognitive Verarbeitung. Egal, wie Sie am liebsten Ihre Art der Zerstreuung finden: Wichtig ist, dass Sie sich selbst auch mal Zeit geben, Ihre Gedanken schweifen zu lassen. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall schon mal schöne Tagträume - am besten solche, die Sie glücklich machen. (ewa)

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/ themen/gluecksrezept

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