23.12.2019 - 10:32 Uhr
Oberpfalz

Mehr Umarmungen

Nichts tröstet uns so sehr wie eine Umarmung, Berührungen sind fast so wichtig wie die Luft zum Atmen. Nehmen Sie die Menschen, die Sie mögen mal wieder in die Arme und zeigen Sie, wie sehr sie Ihnen am Herzen liegen, rät die OWZ-Glücksexpertin.

Wenn wir lange Zeit nicht berührt oder umarmt werden, kann das zu chronischem Stress und sogar zu Depressionen führen.
von Autor EWAProfil

"Wir brauchen vier Umarmungen am Tag, um zu überleben, acht Umarmungen, um stabil zu bleiben und zwölf, um uns weiterentwickeln zu können", sagte einmal Familientherapeutin Virginia Satir. Empirisch bewiesen sind diese Zahlen zwar nicht, aber es steht fest: Wenn wir lange Zeit nicht berührt oder umarmt werden, kann das zu chronischem Stress und sogar zu Depressionen führen. In unserer modernen Zeit, in der wir meistens über E-Mails und soziale Medien kommunizieren, öfter unser Smartphone anfassen als unser persönliches Gegenüber, kann es jedoch schnell zu einer Art Unterversorgung an Umarmungen kommen.

"Tatsächlich leben wir mehr und mehr in einer Kultur der Berührungsarmut", erklärt Psychologe Martin Grunwald, der sich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt hat. "Dabei machen Umarmungen glücklich und führen im Körper zu zahlreichen biologischen Prozessen."

Bei Umarmungen werden nicht nur Glückshormone wie Serotonin ausgeschüttet, es werden außerdem Stresshormone reduziert, Blutdruck und Herzschlag sinken, das allgemeine Wohlbefinden steigt. Werden wir in die Arme geschlossen, setzt unser Körper weiterhin das sogenannte Kuschelhormon Oxytocin frei, Ängste und Schmerzen werden verringert.

Seien Sie ehrlich: Nichts tröstet uns wohl so sehr wie eine Umarmung, Berührungen sind für uns fast so wichtig wie die Luft zum Atmen. Vorausgesetzt natürlich, diese kommen auch vom richtigen Menschen.

"Je vertrauter die andere Person ist, desto stärker sind die Umarmungswirkungen", so Grundwald, der übrigens auch das Buch "Homo hapticus: Warum wir ohne Tastsinn nicht leben können" geschrieben hat.

Er weiß: "Der Mensch hat, wie alle anderen Säugetiere auch, ein Bedürfnis nach Körperkontakt, das außerhalb der Sexualität liegt. Denn jegliche Art von Körperkontakt ist auch eine Form der Kommunikation." Legen Sie also mal wieder das Smartphone zur Seite und treffen Sie sich persönlich mit den Menschen, die Sie mögen.

Nehmen Sie diese mal wieder in die Arme und zeigen Sie ihnen, wie sehr sie Ihnen am Herzen liegen. Kuscheln Sie mit Ihrer besseren Hälfte ausgiebig, schlendern Sie aneinandergeschmiegt durch die Straßen, drücken Sie ruhig öfter liebevoll Ihre Kinder und Enkel. "Eine kurze Umarmung oder ein zärtlicher Blick kann die ärmsten Menschen zu Königen machen", schreibt Aphoristikerin Janine Weger.

Recht hat sie. Denn tatsächlich sind es meistens die kleinen Dinge, die uns glücklich machen. Wie ein Lächeln, ein liebes Wort - oder eben eine Umarmung.

Mehr Rezepte zum Glück: www.onetz.de/themen/gluecksrezept

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