24.07.2018 - 11:34 Uhr

Meister der freien Improvisation

Maximilian Wolf gibt ein anspruchsvolles Orgelkonzert in der Nabburger Pfarrkirche mit barocken Werken aber auch modernen Stücken aus dem 20. Jahrhundert. Seine Spezialität ist die Kunst der „freien Improvisation“.

Maximilian Wolf ist ein Meister der freien Improvisation. Von dem vielversprechenden Organisten wird man gewiss noch oft hören. Bild: twi
Maximilian Wolf ist ein Meister der freien Improvisation. Von dem vielversprechenden Organisten wird man gewiss noch oft hören.

Der junge, in allen Musikepochen stilsichere Organist Maximilian Wolf aus dem Raum Regensburg, der schon vor drei Jahren ein begeisterndes Orgelkonzert in Nabburg gab, beendet in diesen Tagen erfolgreich sein Masterstudium in Kirchenmusik. Einleitend und zwischen den Stücken führte der Nabburger Kirchenmusiker Jonathan Brell am Sonntag mit erläuternden Worten durchs Programm.

Wolf beginnt in der Pfarrkirche mit dem feierlich-dramatischen "Präludium in d-Moll" von Dieterich Buxtehude (1637 - 1707), der als großes Vorbild Bachs im Orgelspiel gilt. Es folgen mit dem Werkpaar "Präludium und Fuge F-Dur" zwei für den großen Meister Johann Sebastian Bach (1685 - 1750) typische Barockstücke von klassischer Schönheit und Ausgewogenheit, die der Organist perfekt und mit großer Lautstärke- und Klangdynamik interpretiert.

Nun kam Wolfs Spezialität - die "freie Improvisation". Auf Zuruf fantasiert er intuitiv zu einer Melodie und einem harmonischen Grundgerüst, umspielt sie und lässt sie immer wieder aufklingen. Beim ersten Publikumsvorschlag improvisierte der Organist souverän und ohne jegliche Unsicherheit zum Lied "Eine große Stadt entsteht" und legte dabei den "Cantus Firmus" (die Hauptmelodie) in die Altmelodie. Bei "Oh Haupt voll Blut und Wunden" lag die Hauptmelodie dann in der Tenorstimme.

Als modernen Kontrast dazu trug Wolf nun "Die Engel" aus "La Navite du Seigneur" (Die Geburt Gottes) von Olivier Messaen (1908 - 1992) vor. Die zweistimmige Melodie steht für die zwei Engel - ein ausdrucksvoll bizarr-schwebendes Klangerlebnis mit komplexer Harmonik und Rhythmik. Ebenfalls sphärische Klänge konnte man aus der gewaltigen "Toccata in h-Moll" von Oskar Sigmund (1919 - 2008) heraushören. Die folgende schöne Improvisation als Triosonatensatz zu einem eigenen Thema hätte sich auch Johann Sebastian Bach ausdenken können. Wohlgemerkt klang jede der Improvisationen anders. Virtuos, fließend, sich stetig steigernd und mit einem gewaltigen Schluss fantasierte der Künstler zu "Wer glaubt, ist nicht allein" im "Max-Reger-Stil" auf Zuruf. Die Zuhörer sparten nicht mit Beifall und er kam um eine Zugabe nicht herum. Mit "Mein Herz erhebe dich" klang des großartige Konzert aus.


 
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