07.11.2021 - 13:39 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

Erzbischof Schick feiert mit den Michelfeldern das 900-Jährige der Pfarrei

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche kam Erzbischof Ludwig Schick nach Michelfeld, um hier mit der Pfarrei deren großes Jubiläum zu feiern: ihr 900-jähriges Bestehen.

von Markus Müller Kontakt Profil

Die Friedhofskirche St. Leonhard war am Samstagabend der Schauplatz des Festgottesdienstes zum Jubiläum 900 Jahre Pfarrei Michelfeld. Denn dieses Gotteshaus war 1121 den Michelfeldern als Pfarrkirche gestiftet worden und blieb es fast 700 Jahre.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erklärte in seiner Ansprache, warum es neben der Kirche im 1119 errichteten Kloster eine eigene Kirche für die Pfarrei brauchte: Die Gläubigen hatten damals nur beschränkt Zutritt zu den Klöstern, und Bischof Otto wollte auch den Michelfeldern eine wirkungsvolle Seelsorge zukommen lassen.

Populärer Kirchenpatron

„Der Kirchenpatron St. Leonhard war im 12. Jahrhundert besonders populär“, bemerkte Schick zur Namenswahl der Pfarrei. Leonhard war der Patron der Landwirte, für Pferde, für alle Menschen in ungerechter Gefangenschaft und nicht zuletzt der Sterbenden. „Der heilige Leonhard war der große Befreier der Menschen, die sich in Schuld und Sünde verstrickt hatten und die Vergebung ihrer Mitmenschen anstrebten“, machte der Erzbischof deutlich.

„Eine Pfarrei ist etwas Wertvolles, ein Kraftort in unserem Leben“, sagte Schick. Deshalb blieben die Pfarreien im Erzbistum auch bestehen, selbst wenn die kleineren wie Michelfeld im Zuge der Umstrukturierung in „größere Zusammenhänge“ gestellt würden.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Erwin Holl betonte am Schluss des Gottesdienstes, die Michelfelder seien stolz, dass der Erzbischof mit ihnen das Jubiläum feiere. Zum Dank überreichte er eine kleine Ausführung der 900-Jahre-Jubiläumskerze. Im Gottesdienst wurde auch des Michelfelder Ruhestandspfarrers Georg Braun gedacht, der am Samstagmorgen gestorben war. Konzelebranten des Erzbischofs waren Pfarrer Markus Flasinski und Pater Thomas Rostek.

Begrüßung mit Gedicht

Die musikalische Gestaltung des Pontifikalgottesdienstes geschah durch die Michelfelder Moila und Organistin Sonja Schwemmer. Die Kommunionkinder Sophie Höllerl und Dominik Weber begrüßten Erzbischof Schick mit einem Gedicht.

Ursprünglich war zum Jubiläum auch ein größerer Festabend geplant. Die Pandemie machte ihn aber unmöglich. Übrig blieb nur ein Abendessen des Erzbischofs mit den Mitgliedern von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung sowie weiteren in der Pfarrei engagierten Gläubigen im Gasthaus Schenk.

Das zwei Jahre ältere Kloster Michelfeld ist eng mit der Geschichte der Pfarrei verbunden

Michelfeld bei Auerbach
Hintergrund:

Geschichte der Pfarrei Michelfeld

  • 1119: Gründung des Klosters Michelfeld durch den Heiligen Otto, Bischof von Bamberg.
  • 1121: Am 6. November 1121, dem Fest des Heiligen Leonhard, ist Otto wieder in Michelfeld und übergibt die von seinem Kaplan erbaute, im Dorf gelegene Sankt-Leonhards-Kirche dem Kloster. Das ist die Geburtsstunde der Pfarrei St. Leonhard Michelfeld, die dem Kloster eingegliedert ist.
  • 1803: Mit der Säkularisation wird das Kloster Michelfeld mit der dem Evangelisten Johannes geweihten Klosterkirche staatliches Eigentum.
  • 1804: Die Klosterkirche St. Johannes wird der Pfarrei Michelfeld geschenkt, die damit ihren Namen von St. Leonhard zu St. Johannes Evangelista wechselt. So heißt sie bis heute.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.