02.04.2021 - 18:29 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

Michelfeld trauert um Johannes Lindner

Trauer in Michelfeld: Die Ortschaft hat einen Mitbürger verloren, dem Pfarrei und Vereine viel zu verdanken haben. Johannes Lindner ist am Dienstag im Alter von 70 Jahren verstorben.

Johannes Lindner bei der Verleihung der Bürgermedaille der Stadt Auerbach im April 2019.
von Markus Müller Kontakt Profil

Obwohl er seine Schulzeit in Bayreuth verbrachte, verstand sich „der Hans“, wie ihn die meisten nannten, immer als waschechter Michelfelder. Und in seinem Heimatort engagierte er sich in vielfältiger Form. So stand er von 1979 bis 2004 als Schützenmeister an der Spitze des Schützenvereins Speckbachpelzer und brachte den Verein stetig voran.

Dabei kamen ihm sowohl seine organisatorischen Fähigkeiten als auch sein handwerkliches Geschick bei Bauarbeiten zugute, das er – auch in anderen Bereichen – immer wieder an den Tag legte. Denn Johannes Lindner war kein Mensch, der gerne andere arbeiten ließ, er packte selbst überall tatkräftig mit an. Im Schützengau Sulzbach-Rosenberg tat er dies etwa in den Positionen als stellvertretender Gauschützenmeister und Rundenwettkampfleiter. Im Auerbacher Stadtverband zählte er 1978 zu den Gründungsmitgliedern und arbeitete bis 1986 im Vorstand mit.

Sechs Jahre im Stadtrat

Auch in der Lokalpolitik war Johannes Lindner aktiv: Von 1996 bis 2002 gehörte er dem Stadtrat für die von ihm mitbegründete Wählergruppe „Christliches Auerbach Stadt und Land“ an, die sich im Gremium mit den Freien Wählern zusammentat.

In den Pfarrgemeinderat zog Lindner erstmals 1990 ein. Für die Pfarrei St. Johannes der Evangelist Michelfeld engagierte er sich darüber hinaus in der Kirchenverwaltung (ab 2000) sowie als Vertreter im Dekanatsrat und im Seelsorgebereichsrat. In der Pfarrei war er überall zur Stelle, wo er gebraucht wurde: als Lektor, Kommunionhelfer, Verfasser der Festschrift zum 875-jährigen Bestehen im Jahr 1996 oder als Fotograf bei Erstkommunion und Firmung.

2006 wurde Johannes Lindner zum Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats gewählt. Mit Elan und einem immensen Arbeitspensum ging er die Aufgabe an, zeigte sich dabei auch stets offen für neue Projekte, ob das nun die Homepage der Pfarrei war, die er in Eigenregie gestaltete, der Kapellenweg rund um Michelfeld, das Weinfest oder der Trödelmarkt. Ihm war klar, dass eine relativ kleine Pfarrei nur eigenständig bleiben kann, wenn sie sich ein Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl bewahrt.

Förderverein eine Herzensangelegenheit

Sein besonderes Augenmerk galt Bau- und Sanierungsarbeiten, die für das Pfarrhaus und das Pfarrzentrum immer wieder zu leisten waren. Dabei ging er stets mit gutem Beispiel selbst voran. Das galt auch für den Förderverein St. Otto Michelfeld, dessen Vorsitzender er seit der Gründung 2009 war. In dieser Zeit hat der Verein über 100.000 Euro für das Pfarrzentrum St. Otto gesammelt. Die jüngste Renovierung ging erst in den vergangenen Monaten über die Bühne. Wie sehr Lindners Herz am Förderverein hing, zeigt auch der Umstand, dass er nach seiner schweren Erkrankung im Mai 2020 alle seine Ämter niederlegte, aber nicht den Vorsitz des Vereins.

Auszeichnungen für seinen unermüdlichen Einsatz erhielt Johannes Lindner etwa von den Speckbachpelzern, die ihn zum Ehrenschützenmeister ernannten, oder auch von der Stadt Auerbach, die ihm 2019 ihre Bürgermedaille verlieh.

Beruflich war Lindner 42 Jahre lang als Lehrer an der Haupt- bzw. Mittelschule tätig. Um ihn trauern seine Frau Elisabeth, drei Kinder und sieben Enkel.

2019 wurde Johannes Lindner mit der Bürgermedaille der Stadt Auerbach ausgezeichnet

Auerbach

 

 

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