05.06.2020 - 10:43 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

So erlebt der Top-Scorer des ASV Michelfeld die Corona-Pause

Seit einigen Wochen kickt jetzt die Fußball-Bundesliga vor leeren Rängen. Die unteren Klassen sind von einem Neustart noch weit entfernt. Ein Spieler des ASV Michelfeld erzählt, wie er die Zeit des Wartens erlebt.

Fußballerisch fühlt sich der Auerbacher Paul Gropp beim ASV Michelfeld bestens aufgehoben. Als Teil seines Studiums an der OTH Amberg-Weiden absolviert er derzeit ein Praxissemester bei einem großen Automobilhersteller.
von Ralph StroblProfil

Ein Mal Fußball, immer Fußball. Wie gesellschaftsrelevant der Sport mit dem "runden Leder" ist, wird gerade jetzt - nach rund drei Monaten Abstinenz - deutlich, zumal die Zwangspause wohl noch mal drei Monate dauern wird.

Die Michelfelder, die zum Stadtgebiet von Auerbach in der Oberpfalz gehören, aber im Herrenbereich schon immer im Fußball-Bezirk Mittelfranken kicken, haben in dieser Saison 2019/2020 erst 13 von 30 Spiele ausgetragen. Mit 30:10 Toren und 30 Punkten liegen sie als Tabellenzweiter der Kreisklasse 3 Erlangen/Pegnitzgrund aussichtsreich im Rennen um den Wiederaufstieg in die Kreisliga. Der Erste SV Moggast (15 Spiele, 35 Zähler) ist in Schlagdistanz.

Der torgefährliche Außenbahnspieler Paul Gropp durchsteht die Übergangsphase vielfältig. Der Auerbacher, der an der OTH Amberg-Weiden studiert und derzeit ein Praxissemester bei einem großen bayerischen Automobilhersteller absolviert, beantwortete in dieser Woche einige Fragen auf eine interessante Art und Weise.

ONETZ: Am Freitag, 13. März, war der Fußball-Shutdown. Immerhin spielen die Profis schon seit 16. Mai wieder, die Amateure in Bayern voraussichtlich ab 1. September. Wie lautet in der Coronakrise ihre persönliche Erfolgsformel für das neuartige Alltagsleben?

Paul Gropp: Für mich hat sich in der Zeit vor allem herausgestellt, wie sehr mir der Fußball und das ganze Drumherum fehlt. Deswegen war das schon eine starke Veränderung, aber ist mittlerweile ja leider schon zur Normalität geworden. Als Ersatz zum Fußball gab es ja einige Workouts vom Coach. Auch die ein oder andere Laufeinheit und Fahrradtour habe ich dann gemacht, aber das ist halt einfach nicht das Gleiche wie unsere Einheiten am Platz. Eine Erfolgsformel in diesem Sinne habe ich aber noch nicht gefunden - da ist der Fußball einfach nicht zu ersetzen.

ONETZ: Wie haben Sie die fußballfreien Sonntage in den letzten drei Monaten verbracht und eventuell jemanden mit Ihrer Anwesenheit "genervt"?

Paul Gropp: Also an den Sonntagen hat sich besonders meine Freundin über die fußballfreie Zeit gefreut. Da ich seit Anfang März unter der Woche ein Praktikum in Dingolfing absolviere, ist das Wochenende die einzige Möglichkeit etwas zu unternehmen. So kann ich dem Ganzen auch was Positives abgewinnen. Allerdings vermisse ich natürlich die Zeit am Sportplatz sehr. Vor allem weil ich denke, dass alle sehr fit und heiß auf die Rückrunde waren. Aber dann greifen wir eben nach der langen Pause wieder voll an.

ONETZ: Der ASV Michelfeld praktiziert seit rund drei Wochen gemäß BFV-Leitfaden ein erlaubtes Kleingruppen-Training. Wie oft waren Sie schon dabei aktiv, und wie hat es sich angefühlt?

Paul Gropp: Ehrlich gesagt konnte ich noch keine der Trainingseinheiten absolvieren, da ich ja unter der Woche nicht da bin. Aber aus Gesprächen mit Freunden aus der Mannschaft habe ich herausgehört, dass die Stimmung gut ist und wir das Kicken noch nicht komplett verlernt haben. Ich selbst habe seit der Pause nur ein Mal im Privaten Fußball gespielt. Da hat man die Pause doch recht deutlich gemerkt ;)

ONETZ: Im ersten Spiel nach der Corona-Pause werde ich ...

Paul Gropp: … absolut heiß sein, endlich wieder mit der Mannschaft zu kicken. Gleiches gilt auch für die ersten offiziellen Trainingseinheiten.

Spielerprofil:

Paul Gropp

Paul Gropp ist zusammen mit Thomas Kohl und Christian Ringler (jeweils sechs Treffer) der beste ASV-Torschütze in der unterbrochenen Spielzeit. Der junge Mann mit der Rückennummer 11 beim ASV Michelfeld hat auch die gleiche Anzahl an Toren für seine Mitspieler vorbereitet. Demzufolge stehen für ihn aktuell zwölf Scorerpunkte aus 13 Spielen zu Buche. Der 23-Jährige spielt seit 2015/2016 beim ASV Michelfeld im Herrenbereich. Seine Trefferzahlen aus den letzten fünf Spielzeiten können sich sehen lassen: Zehn, 27, 26 (jeweils Kreisklasse), sechs (Kreisliga) und sechs (in der noch laufenden Runde in der Kreisklasse). Kameradschaft und sportliche Perspektive bei den Gelb-Blauen ließen ihn nicht an einen Vereinswechsel denken, obwohl es die eine oder andere Anfrage gegeben habe, versichert er.

Die ursprünglichen Pläne des ASV Michelfeld für das Jahr 2020

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