26.09.2021 - 17:56 Uhr
MitterteichOberpfalz

Blick in die Wahllokale im Stiftland

Die vielen Briefwähler haben auch im Stiftland für Veränderungen am Wahltag gesorgt. Ein Gespräch mit Erstwählern und einem routinierten Wahlhelfer.

Sebastian Achatz bei der Stimmabgabe: der 18-jährige Waldsassener durfte zum ersten Mal wählen.
von Josef RosnerProfil

Diese Bundestagswahl 2021 geht in die Geschichte ein. Noch nie bei bundesdeutschen Wahlen war der Anteil der Briefwähler so hoch wie diesmal. In Mitterteich lag der Anteil der Briefwähler beispielsweise bei fast 59 Prozent, wie Wahlleiterin Luisa Kamm mitteilte: „Wir hatten noch nie so viele Briefwähler.“ Ähnlich war es auch in Waldsassen, Konnersreuth und Pechbrunn. Die Wahlhelfer ließen es ganztags ruhig angehen, nur vereinzelt kam es zu kleinen Wartezeiten bei der Stimmabgabe.

Recht zäh ging es in Konnersreuth in den beiden Wahlbezirken am Sonntagmorgen zu. Gebildet waren in der Marktgemeinde zwei Wahllokale und zwei Briefwahllokale. Kurz vor dem 9-Uhr-Gottesdienst kamen die ersten Wähler in die Grundschule, um ihre Stimmen abzugeben. Nach den beiden Sonntagsgottesdiensten wurden weitere Stimmen abgegeben, die routinierten Wahlhelfer hatten alles im Griff.

Tolles Gefühl für Erstwähler

In Waldsassen trafen sich am Basilikaplatz die beiden 18-jährigen Freunde Sebastian Achatz und der Mitterteicher Jannik Hankl. Beide arbeiten bei Schott und sind aktive Fußballer bei den Sportfreunden Kondrau. Kurz nochmals die Meinung ausgetauscht und schon gings ins Wahllokal. Sebastian Achatz im Kunsthaus in Waldsassen und Jannik Hankl im Foyer der Mehrzweckhalle in Mitterteich. Beide wollten ihre Stimme unbedingt persönlich abgegeben und verzichteten auf die Briefwahl.

„Das ist heuer eine ganz spannende Wahl. Es ist schon etwas Besonderes, wenn erstmals meine Meinung gefragt ist“, sagte Jannik Hankl. Seine Wahlentscheidung habe er schon getroffen. Sebastian Achatz zeigte sich vor seiner ersten Wahl ein wenig aufgeregt. „Ich habe mich gut informiert“, sagte er. Es sei ein tolles Gefühl, "wenn erstmals meine Meinung gefragt ist“. Wen er wohl wählen wird? Darauf gab Achatz eine ausweichende Antwort: "Eigentlich wollte ich anfangs eine andere Partei wählen als die, die ich jetzt wähle." In Waldsassen gab es sechs Wahllokale auf das ganze Stadtgebiet verteilt, sowie jeweils ein Wahllokal in Münchenreuth und Kondrau, hinzu kamen vier Briefwahlbezirke. Die Briefwahlbeteiligung in der Klosterstadt lag bei 53 Prozent.

Seit 1978 Wahlhelfer

In der Gemeinde Pechbrunn war es für den früheren Gemeinderat Gerhard Flügel seine letzte Wahl, die er als Wahlhelfer begleitete. Der 69-jährige ist nach eigenen Angaben seit 1978 bei jeder Wahl als Wahlhelfer mit dabei gewesen. „Jetzt reicht es aber, jetzt sollen mal die Jüngeren ran“, ließ er keinen Zweifel daran, dass jetzt mit diesem Ehrenamt Schluss ist. Eingesetzt war Flügel im Schützenheim in Groschlattengrün. Auch dort war die Briefwahlbeteiligung enorm. „Weit über 50 Prozent“, so der 69-Jährige.

Flügel war fast den ganzen Tag vor Ort, nur zur Mittagszeit ging es für eine Stunde zum Mittagessen nach Hause. Und am Abend beim Auszählen war er auch noch dabei.

In Mitterteich hatten die beiden Wahlleiter Luisa Kamm und Klaus Schüßler alles im Griff. Sie waren die Chefs von insgesamt 115 Wahlhelfern in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mitterteich, darunter alleine 77 Helfer in den sechs Wahlbezirken in Mitterteich. Dazu kamen noch sechs Briefwahlbezirke. Auch in Mitterteich verlief der Wahlsonntag ruhig. Vom emsigen Treiben des Markttags war in den Wahllokalen wenig zu spüren, dort ging es ruhig und konzentriert zur Sache.

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