Im Museumscafé in Mitterteich ist ab sofort eine Auswahl von Skulpturen des Bildhauers Johannes Ernst Born zu sehen. Der Künstler wurde 1884 in Meißen geboren und lernte seine Kunst unter anderem bei Auguste Rodin in Paris. Sein Atelier und Lebensmittelpunkt waren bis zum verheerenden Bombenangriff 1945 in Dresden. Danach flüchtete Born mit seiner Familie und nur wenigen Habseligkeiten in die Oberpfalz. Da Verwandte in Mitterteich lebten, ließ sich die Familie dort nieder.
Laut einer Pressemitteilung der Museumsfachstelle der Ikom-Stiftland zur Ausstellung waren die ersten Jahre in der neuen Heimat schwierig für die Familie, doch der vor allem in Norddeutschland bereits bekannte Künstler habe sich nicht entmutigen lassen. Trotz beengter Verhältnisse in einer Baracke nahe der Porzellanfabrik Rieber & Co. habe er weiter künstlerisch gearbeitet und nach und nach Aufträge für öffentliche Bauten in der Region erhalten. So hinterließ der Künstler an mehreren Orten seine Spuren.
Spuren in der Region
Für Wiesau beispielsweise schuf er ein Bronze-Relief für die Sparkasse Oberpfalz-Nord sowie für das Kriegerdenkmal. In Tirschenreuth stammen die bekannte Steinskulptur vor dem Krankenhaus und das imposante Granitrelief am ehemaligen Bankhaus Zahn auf dem Marktplatz aus seiner Hand.
Dass einige seiner Werke nun dauerhaft in Mitterteich zu sehen sind, ist seiner Tochter Friederike Weigle zu verdanken, wie die Museumsfachstelle weiter mitteilt. Weigle, die heute in Weiden lebt, habe selbst bis 1964 in Mitterteich gelebt und nun gewollt, dass ein Teil der Werke ihres Vaters in seiner zweiten Heimat zu sehen ist.
Laut der Museumsfachstelle sagte Erster Bürgermeister Stefan Grillmeier bei der Übergabe der Objekte: „Borns Werke erzählen nicht nur die Geschichte eines herausragenden Künstlers, sondern auch ein Stück regionaler Nachkriegsgeschichte – vom Neubeginn nach der Flucht vor den Bomben bis zu seinem künstlerischen Erbe heute. Wir freuen uns, etwas derart Besonderes in unserem Museum zeigen zu dürfen.“
Modell für Figuren gestanden
Das größte Stück der Ausstellung ist aus Holz geschnitzt und stammt aus der Theobald-Schrems-Grundschule in Mitterteich. Zu sehen ist ein Lehrer mit Zirkel und Globus, der drei interessierte Jungen unterrichtet. Walter Artmann hat zu diesem Werk eine besondere Verbindung: Er stand damals als Kind Modell für alle drei Jungenfiguren, wie er selbst zu berichten wusste. Daneben befinden sich in der Ausstellung mehrere Bronzefiguren, die die Kraft, Ausdrucksstärke und klare Formensprache zeigen, die die Werke Johannes Ernst Borns auszeichnen.














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