19.09.2019 - 13:08 Uhr
MitterteichOberpfalz

Fachsimpeln bei Würstchen und Kaffee

Seit zwei Jahren bietet das Mehrgenerationenhaus gemeinsam mit der Kinderbetreuung "Rappelkiste" ein Familienfrühstück an. Der Ansturm ist groß, inzwischen gibt es eine Warteliste für Interessierte.

Lebahft geht's zu im Mehrgenerationenhaus, wenn jeden ersten Mittwoch im Monat die Familien zum Frühstücken kommen.
von Ulla Britta BaumerProfil

Sich Zeit nehmen für das Frühstück mit den Kindern: Das ist bei jungen Müttern eher die Ausnahme. Deshalb ist es ein echtes Verwöhnerlebnis, wenn jeden ersten Mittwoch im Monat die offene Kinderbetreuungsstelle "Rappelkiste" in Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus (MGH) zum Familienfrühstück einlädt.

"Es kommen Eltern mit ihren Kleinkindern und Babys, aber auch Omas und Opas oder alleinerziehende Mütter", erklärt MGH-Leiterin Gudrun Brill. Das Angebot richte sich auch besonders an junge Familien, die erst nach Mitterteich gezogen seien, ergänzt sie. Ziel sei ein lockeres Frühstück, bei dem sich die Mütter austauschen oder sich kennenlernen könnten.

Das Konzept geht auf. Jeden ersten Monatsmittwoch geht's von 9 bis 11 Uhr lebhaft zu im MGH-Café, und das seit zwei Jahren. Stefanie Forte ist mit ihrem kleinen Ben da. Ben ist noch nicht ganz zwei Jahre alt. Brav sitzt er am Schoß der Mama und lässt sich füttern. Stefanie Forte kommt, wenn es die Zeit erlaubt, regelmäßig zum Familienfrühstück. "Ich habe heute Urlaub. Deshalb dachte ich mir, ich schaue mir das auch an", erzählt Lydia Mark. Bens Oma ist das erste Mal hier. Den Frauen gefällt's und Ben genießt die Aufmerksamkeit um seine Person sichtlich. Drei Generationen also, die Spaß an dieser netten MGH-Veranstaltung haben.

Lärmpegel steigt

Der Lärmpegel steigt nach gut einer Stunde freilich an, was hier niemanden stört. Und es fühlt sich auch keiner gestört. Mit Kindern sei das normalerweise ein Problem im Wirtshaus. "Die Eltern werden nervös, wenn das Kind im Restaurant zu laut wird", nennt Brill einen weiteren Grund, warum das Frühstück vermutlich so gut angenommen wird. Viele Mütter sieht sie inzwischen mit ihren Freundinnen und Kindern auch am Nachmittag im MGH-Café. Denn hier sei es eben familiärer. "Wir haben Platz, für die Kinder sind eine Spielecke und ein Wickeltisch da. Und niemand sagt was, wenn die Kleinen ein wenig toben." Das MGH-Team baut auf dem Büfetttisch Brötchen, Joghurt, Marmelade, Käse,Wurst, Saft und mehr auf. Die Mütter können ihren Kleinen süße, weiche Waffeln füttern, und es gibt jede Menge Obst und Gemüse dazu. Das gefällt der kleinen Antcha. Das Lockenköpfchen lässt die Wurst links liegen und will lieber ein Melonenstück nach dem anderen.

Auf den Spieleteppich

Nach dem Frühstück ist Spielen auf dem großen Spieleteppich angesagt. Die Kinder sausen los und dürfen, betreut vom Rappelkiste-Team, nach Herzenslust toben. Die Mütter können sich jetzt in aller Ruhe austauschen. Alles dreht sich um den Schulanfang, denn jetzt haben auch die Kitas und Kinderkrippen wieder regelmäßig geöffnet.

Wenig später schaut ein älteres Urlauberehepaar wegen einer Tasse Kaffee zur Tür herein. Jetzt ist es umgekehrt. Die Urlauber wollen nicht stören und wieder gehen. Gudrun Brill hält sie auf und dirigiert die Senioren auf die Terrasse, wo die Sonne bereits warm scheint. "Sie dürfen gern bleiben. Es geht nur heute lebhaft hier zu. Wir haben Familienfrühstück", erklärt sie dem Paar, das neugierig ins MGH guckt.

"Das mit dem Familienfrühstück spricht sich ziemlich herum. Die Mütter erzählen es weiter", sagt sie gleich darauf, wieder Oberpfalz-Medien zugewandt. Wegen des großen Andrangs habe sie sogar eine Warteliste angelegt, damit alle an die Reihe kommen, fügt sie stolz über die erfolgreiche Einrichtung hinzu. Dann eilt die MGH-Leiterin weiter. Das Familienfrühstück muss neu bestückt werden und die Urlauber kriegen draußen ihren Kaffee.

Stefanie Forte mit dem kleinen Ben und Oma Lydia Mark (links vorne und daneben) finden es toll, dass es das Familienfrühstück gibt. Die kleine Alia (rechts) kann wie die Großen bereits allein vom Teller essen.
Infobox:

Immer am ersten Mittwoch im Monat

Die "Rappelkiste", erzählt das Team der offenen Kinderbetreuungsstelle, habe das Familienfrühstück vor zwei Jahren eingeführt. Immer am ersten Mittwoch im Monat verlegen seither Marion Riedl, Jeanette Beer, Daniela Basseck und Birgit Mayer ihre Arbeitsumfeld vom zweiten Stock nach unten. Die vier Frauen, alle Kindererzieherinnen oder Tagesmütter, sind zufrieden mit der schönen Resonanz ihrer Frühstücks-Idee. Auch den Bürgermeister habe man begeistern können, sagen sie.

"Die Stadt unterstützt uns mit 2,50 Euro pro Frühstück", erklärt Brill. Damit kostet das gemütliche Vergnügen nur 2,50 Euro pro Erwachsene. Kinder zahlen eh nichts. Für insgesamt 5 Euro gibt es alles, was ein gutes Frühstück ausmacht. kindgerecht aufgemacht.

Und wenn man müde wird, ist Mami immer da.
Mit großen Augen schaut die kleine Antcha zu, wie ihr Daniela Bassek eine Semmel mit Wurst belegt.Antcha ist heute zur Betreuung in der "Rappekliste" ohne Mama hier und darf natürlich mit frühstücken.
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