22.12.2019 - 10:51 Uhr
MitterteichOberpfalz

Gebremst und zusammengestrichen

Still ist es um den landwirtschaftlichen Erlebnispfad bei Großensterz geworden. Der Grund ist Geldmangel. 5000 Euro hat die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz aus ihrer Bürgerstiftung locker gemacht, um das Projekt zu unterstützen.

Volksbank-Raiffeisenbank-Vorstandssprecher Bernhard Wolf (Zweiter von rechts), sein Stellvertreter Thomas Ludwig (rechts) und der Chef der Filiale Tirschenreuth, Helmut Wolfrum (links), überreichten den symbolischen Scheck an Landrat Wolfgang Lippert und Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch (Zweiter und Dritter von links).
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Vorstandssprecher Bernhard Wolf, sein Stellvertreter Thomas Ludwig und der Chef der Tirschenreuther Filiale, Helmut Wolfrum, überreichten den symbolischen Scheck an Landrat Wolfgang Lippert und Landwirtschaftsdirektor Wolfgang Wenisch. Vor einigen Monaten seien der Brief mit der Bitte um Unterstützung von Landrat Wolfgang Lippert und eine entsprechende E-Mail von Wolfgang Wenisch auf seinem Schreibtisch beziehungsweise in seinem Postfach gelandet, erklärte Bernhard Wolf.

Größere Spendentöpfe

Mit der Fusion vor zwei Jahren seien auch die Spendentöpfe größer geworden, sagte der Sprecher. Außerdem hätten die ehemaligen Vorstände Gerhard Ludwig und Rudolf Winter zum 90. Jubiläum der Bank eine Bürgerstiftung begründet. Daraus stammen die 5000 Euro für den landwirtschaftlichen Erlebnispfad.

"Wir hoffen, damit das Projekt beschleunigen zu können", sagte Wolf, der die traditionelle Verbindung des Bankhauses zur Landwirtschaft herausstellte. Landrat Wolfgang Lippert erklärte, dass sich die benötigte Summe hinsichtlich der Leader-Mittel mehr als verdoppelt habe. Das Projekt sei bereits sehr weit gediehen, aber dann finanziell trotzdem nicht so zu realisieren gewesen, wie ursprünglich gedacht. Deshalb habe man versucht, zusätzliche Unterstützer zu akquirieren. Die 5000 Euro von der Bank bezeichnete Lippert als eine Größenordnung, "die wir spüren werden." Der Erlebnispfad diene dazu, den Menschen die Landwirtschaft und auch deren Probleme näher zu bringen. Die Erfahrungen mit dem "Sterzer Rundweg" der Bayerischen Staatsforsten, der seit Sommer fertiggestellt ist, stimmten positiv.

Wolfgang Wenisch sagte, dass hier der erste landwirtschaftliche Erlebnispfad in der Oberpfalz entstehen werde. Dabei gehe es zwar auch um Informationen - aber halt nicht nur. Das Erleben solle im Vordergrund stehen. Auch für Verständnis hinsichtlich der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung wolle man damit werben. "Wir wollen ganz wichtige Informationen transportieren, aber auch Unterhaltung bieten." Das ginge bis hin zum Stallleben, das Interessierte online erleben könnten.

Von Konjunktur eingeholt

"Die Konjunktur hat uns eingeholt", stellte der Sprecher fest. "Was wir ursprünglich mal mit 200 000 Euro eingeplant haben, hätte dann weit über 400 000 Euro ausgemacht. Also mussten wir bremsen, sprich zusammenstreichen." Viel wäre da nicht vom Erlebnispfad übrig geblieben. Mit unerwarteten Leader-Mitteln habe schließlich der Landkreis unter die Arme gegriffen. Die Planungsphase soll im Sommer 2020 über die Bühne gehen. Wenisch wünscht sich, dass im Herbst 2020 schon die eine oder andere kleinere Maßnahme erledigt werden könne. Die Hauptbauphase sieht er 2021. Der aktuelle Finanzierungsplan sehe 280 000 Euro vor.

Zu wenig Parkplätze

Nachdem der forstliche Walderlebnispfad so gut angenommen werde, reichten mittlerweile die Parkplätze bei weitem nicht mehr aus. Oft stünden 50 Autos auf den Flächen, die für 20 ausgelegt seien. Zwischen den vorhandenen beiden Parkplätzen gäbe es einen Waldweg, der leicht auszubauen wäre und wohl Platz für weitere 20 Stellflächen biete. Neben dem Bankhaus gäbe es einen weiteren Geldspender. Und Maschinenring und Bauernverband hätten technische Hilfen zugesagt. Einen weiteren Unterstützer habe man im Verband landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen (VLF) gefunden. Eine Sonderförderungsmöglichkeit, mit der Kleinprojekte wie die Riesentischgruppe ermöglicht werden könnten. Für den überdimensionalen Tisch und die Stühle spendiert die Ziegler-Group das Holz.

Ein VLF-Mitglied hat eine eigene Zimmerei. Dort können die Objekte gefertigt werden. Im Gegensatz dazu sei das Floß, mit dem der Großensterzer Löschweiher überquert hätte werden sollen, definitiv "gestorben". Nicht nur aus Geldmangel, sondern auch aus Gründen der Sicherheit. Auch eine aufwendige Unterstellhütte sei dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Der Eingang zum forstlichen Teil des Sterzer Rundwegs ist als Insektenhotel gestaltet.
Ritt auf der Wildsau. Der Waldspielplatz macht das möglich.
Der Waldweg rechts wäre eine Option für weitere Parkplätze.
Abenteuerland Waldspielplatz.
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Für die Weiterbildung und eine kleine Pause sind mehrere Unterstellmöglichkeiten vorhanden.
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