10.08.2020 - 10:58 Uhr
MitterteichOberpfalz

Jesus Christus ist das gemeinsame Fundament

Zwei Jahre wirkte Kaplan Matthias Nowotny in der Stadtpfarrei Mitterteich. Bei seinem Abschiedsgottesdienst ging er auch auf die vielen Kirchenaustritte ein und äußerte einen dringenden Appell an zweifelnde Christen.

Mit einem Dankgottesdienst am Sonntagvormittag verabschiedete sich Kaplan Matthias Nowotny von der Pfarrei St. Jakob in der Stadtpfarrkirche. Mit dabei waren (von links) Bürgermeister Stefan Grillmeier, Kirchenpfleger Wolfgang Hecht, Kaplan Matthias Nowotny und Pfarrgemeinderatssprecherin und Mesnerin Helga Weiß.
von Josef RosnerProfil

"Ich werde euch nicht vergessen, Mitterteich bleibt in meinem Herzen.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich am Sonntagvormittag Kaplan Matthias Nowotny am Ende des Dankgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche von den Gläubigen der Pfarrei St. Jakob.

In Mitterteich wirkte der Seelsorger die ersten zwei Jahre seiner Kaplanstätigkeit. Neuer Einsatzort des Kaplans ist ab 1. September Straubing. Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem kleinen Ensemble des Kirchenchores unter Leitung von Matthias Schraml begleitet.

Wir sollten versuchen, gemeinsam einen Weg zu finden, nur so kann Kirche wieder eine Zukunft haben.

Kaplan Matthias Nowotny

In seiner Predigt betonte der Kaplan, dass es ihn immer ein Anliegen war, Gott in der Stille zu begegnen. „Wir brauchen die Stille, um zu uns selbst und zu Gott zu kommen.“ Ein weiteres Thema waren die massenhaften Austritte in Bayern aus der katholischen Kirche. Allein 2019 hätten 78.000 Menschen die Kirche verlassen.

Der Kaplan räumte durchaus Probleme der Kirche ein, fragte jedoch, ob der Austritt wirklich die einzig richtige Reaktion ist. „Welche Zukunft hat eine Gesellschaft, in der es nichts mehr Verbindendes gibt, was Menschen zusammenführt", fragte der Seelsorger und meinte weiter: "Wir sollten versuchen, gemeinsam einen Weg zu finden, nur so kann Kirche wieder eine Zukunft haben.“

Persönliche Mitarbeit gefragt

Der Kaplan setzte sich dafür ein, sich der eigenen Fundamente zu vergewissern, auf denen wir alle stehen. „Unsere Kirche braucht Sie alle, liebe Schwestern und Brüder. Eine Kirche, in der sich Menschen nicht mehr engagieren, hat keine Zukunft. Darum ist ihre ganz persönliche Mitarbeit in unserer Pfarrei in Mitterteich gefragt. Unsere Pfarrei ist nur so stark, wie sie in ihr mithelfen.“

Abschließend dankte der Geistliche für das Mitgehen und Mitbeten in den letzten beiden Jahren. „Durch die Coronapandemie sind wir noch enger zusammengerückt.“. Dank galt am Ende für die vielen wundervollen Begegnungen in schönen wie in schweren Stunden. „Wir alle sind in Zukunft Kraft des Gebetes weiter eng miteinander verbunden“.

Am Ende des Gottesdienstes folgten weitere Abschiedsworte. Pfarrgemeinderatssprecherin und Mesnerin Helga Weiß sagte: "Wir freuen uns, dass wir zwei Jahre lang Teil ihres Lebenswegs sein durften." Die Sprecherin würdigte das Engagement in der Pfarrei. Ein Abschied sei immer das Auftun für etwas Neues. Die Sprecherin wünschte dem Kaplan alles Gute und Gottes Segen und überreichte einen Zuschuss der Pfarrei für die neue Wohnungseinrichtung.

Promovierter Jurist

Ein "Vergelt's Gott für alles“ sprach Kirchenpfleger Wolfgang Hecht aus. „Es war für uns immer ein gutes Gefühl, einen promovierten Juristen in der Kirche zu haben, auch wenn wir Sie dafür nicht gebraucht haben.“

„Abschied hat mit Mut und Kraft zu tun“, sagte Bürgermeister Stefan Grillmeier. Er dankte dem Kaplan, der ihm zwischenzeitlich zu einem Freund geworden ist, für alles, was er für die Kirche und die Stadt geleistet hat.

„Miteinander, Füreinander und Zueinander sind die Werte, die Sie in Mitterteich gelebt haben. Tragen sie Mitterteich weiter in ihrem Herzen", so Grillmeier und wenig später brandete Beifall in der Stadtpfarrkirche auf. Mit dem Schlusssegen beendet der Kaplan seine zweijährige Mitterteicher Zeit. Am Sonntag wird sich der Kaplan von der Pfarrei Leonberg bei einem Gottesdienst verabschieden.

Kaplan Nowotny war vor zwei Jahren nach Mitterteich gekommen

Mitterteich
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